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Betreutes Wohnen für ältere Menschen – GBSL-Gebäude in Lübbecke erhält Auszeichnung

Ministerin enthüllt Qualitätssiegel

Lübbecke (WB). In einer Gesellschaft, in der die ältere Generation einen immer größeren Anteil ausmacht, gewinnt auch das Betreute Wohnen für Senioren zunehmend an Bedeutung. Wie diese Aufgabe in vorbildlicher Weise umgesetzt wird, zeigt das Haus Niedertorstraße 24. Neuerdings trägt es das Qualitätssiegel des Kuratoriums Betreutes Wohnen für ältere Menschen NRW.

Arndt Hoppe

Das GBSL-Gebäude Niedertor 14 ist vom Kuratorium Qualitätssiegel Betreutes Wohnen für ältere Menschen NRW ausgezeichnet worden. Das Siegel enthüllte Bauministerin Ina Scharrenbach mit Alexander Rychter (Kuratorium) und GBSL-Vorstand Achim Grube (rechts). Foto: Arndt Hoppe

Aus diesem Anlass besuchte jetzt die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach, Lübbecke und machte sich selbst ein Bild von dem Objekt der Bau- und Siedlungsgenossenschaft GBSL. Ebenfalls aus Düsseldorf angereist war der Vorsitzende des Kuratoriums Qualitätssiegel, Alexander Rychter, der auch Direktor des Verbandes der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft NRW ist. Sie enthüllten gemeinsam das Siegel und überreichten GBSL-Vorstand Achim Grube die dazu gehörige Urkunde. „Dafür haben wir uns einem umfangreiche Zertifizierungsprozess ausgesetzt“, erläuterte Grube. Diesen habe das Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung InWIS im Auftrag der Lübbecker Genossenschaft vorgenommen.

Alexander Rychter sagte, dass das Qualitätssiegel 2005 ins Leben gerufen worden sei. Die Auszeichnung werde verliehen für fair gestaltete Verträge, hohe Qualität der Betreuung und das Angebot bezahlbaren Wohnraums für Ältere. Vor der Enthüllung des Siegels hatte Achim Grube anlässlich des Besuchs weitere Gäste am Niedertor begrüßt und ihnen die GBSL und das Konzept des Hauses in einem Referat vorgestellt. Mit dabei waren neben Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch unter anderem auch die frisch gewählte angehende Landrätin Anna Bölling sowie Architekt Dirk Stanczus, Detlef Siebeking, Prokurist der Parisozial und GBSL-Vorstand Andreas Krauß.

Elf Appartements für Demenzkranke

Achim Grube verwies in seinem Vortrag auf die Besonderheiten des Objektes, das 2015 eingeweiht worden ist. „Das Motto ist ‚Leben und Wohnen am Niedertor‘. Außergewöhnlich ist, dass es im Gebäudekomplex, der insgesamt 26 barrierefreie Komfortwohnungen hat (einige für Rollstuhlfahrer geeignet), auch elf Appartements für demenziell veränderte Menschen gibt“, erklärte er.

In diesem Zusammenhang erinnerte Ina Scharrenbach daran, dass in NRW keine neuen mehrgeschossigen Häuser mehr gebaut werden dürfen, bei denen Barrierefreiheit nicht berücksichtigt sei. Achim Grube nutzte die Gelegenheit, sich bei der Ministerin über die Förderung des sozialen Wohnungsbaus zu erkundigen. Ina Scharrenbach erklärte: „Das Wohnraumprogramm wird 2021 veröffentlicht. Wir stellen in Nordrhein-Westfalen 1,1 Milliarden Euro für die öffentliche Wohnraumförderung zur Verfügung. Das ist mehr als der Bund für alle 16 Bundesländer gibt.“

Achim Grube berichtet, dass die GBSL eine Modernisierungsoffensive von Wohnungen im Bestand plane. Er nannte als Beispiel Mehrfamilienhäuser am Immengarten. „Es geht nicht um Luxussanierungen, sondern Verbesserungen für unsere Mitglieder.“ Im Moment bezahlten die Mieter dort 3,39 Euro pro Quadratmeter, danach wären es 4,23 Euro. Insgesamt wolle die GBSL in den kommenden Jahren 118 Wohnungen modernisieren. Diesbezüglich hoffe er auf eine Förderung vom Land.

Einsatz von Geothermie und Mieterstrom

Grube stellte dar, dass die GBSL zukunftsweisend und umweltfreundlich plane. Als Stichworte nannte er den Einsatz von Geothermie und „Mieterstrom“. Für letzteren kooperiere die GBSL mit den Stadtwerken. Diesen Einsatz umweltfreundlicher Techniken habe die GBSL nicht öffentlich gefördert, sondern frei finanziert gebaut. „Durch die gestiegenen Anforderungen steigen aber dann auch die Preise auf 7,95 oder 8,50 Euro“, sagte er. „Wer behauptet, dass Wohnungen mit steigendem Anforderungsprofil zum Nulltarif zu haben sind, der lügt“, erklärte die Ministerin.

Nicht unerwähnt ließ Achim Grube ein aktuelles Zukunftsprojekt der GBSL: das Nettelstedter „Dorf im Dorf“. Das Konzept sei mit den künftigen Bewohnern erarbeitet worden. Zentrale Ziele seien nachbarschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen. Als Partner ist die Diakonie dabei, die neben der Betreuung und einem Basiszentrum für ambulante Pflege auch ein Café betreiben werde, um die Dorfbevölkerung mit einzubeziehen. „Für dieses Café hoffen wir auf eine 65-prozentige Förderung.“

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