1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Luebbecke
  6. >
  7. Mit Charme und Dudelsack

  8. >

SMC & Co musizieren in der St.-Johannes-Baptist-Kirche

Mit Charme und Dudelsack

Lübbecke (WB/ria). Alle Jahre wieder lädt das Schützen-Musik-Corps (SMC) Lübbecke zu seinem Adventskonzert in die katholische Kirche St. Johannis Baptist zu Lübbecke ein. Neben einigen bekannten Liedern zum Mitsingen haben die Musiker mit außergewöhnlichen und anspruchsvollen Stücken, welche man nicht tagtäglich im Radio oder auf dem Weihnachtsmarkt zu hören bekommt.

Überraschungsgast Kostas Sakkos spielt mit Dudelsack und Orchesterbegleitung „Amazing Grace“. Lena Nentwich (rechts) und Annalena Hansch glänzten mit virtuosem Querflötenspiel, Anna Nentwich führte charmant und kurzweilig durch das Programm. Foto: Ria Stübing

Zum Auftakt hatte sich das Jugendorchester unter der Leitung von Annalena Hansch im Altarraum der Kirche positioniert. Sie eröffneten den musikalischen Reigen mit „Irish Dream“ von Kurt Gäble, einem Stück, dass die ursprüngliche Landschaft Irlands musikalisch beschreibt. Weiter ging es mit „Mentis“, einem Werk in dem der Komponist Timo Kraas das festliche „Macht hoch die Tür“ sowie das zarte „Maria durch ein’ Dornwald ging“ verarbeitet hat.

Übersprudelnde Energie

Mit „Gospel Day“, einem mitreißenden Konzertstück, inspiriert von der übersprudelnden Energie der amerikanischen Gospelmusik, endete die Darbietung der jungen Künstler. Zwei von ihnen, Carina Meyring und Lenja Langewellpott an der Flöte, spielten an diesem Adventswochenende zum ersten Mal vor Publikum, wie Moderatorin Anne Nentwich erklärte.

In der Pause unterhielt Jürgen Ramm die Zuhörer in der voll besetzten Kirche mit Gedichten. Eines handelt davon, dass der Weihnachtsmann „in den Knast“ soll, da er sich sowohl einiger Verkehrsdelikte als auch des Hausfriedensbruchs schuldig gemacht hätte und überdies mit der Anstellung eines minderjährigen Engels gegen geltendes Arbeitsrecht verstoßen habe.

Von Bach bis Simon & Garfunkel

Nachdem das „alte“ Orchester nebst Dirigent Uwe Grothus, seine Plätze eingenommen hatte, verwies Anne Nentwich auf die dem Orchester liebgewordene Tradition, jedes Jahr einen Choral von Johann Sebastian Bach zu spielen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf „Ich steh an deiner Krippen hier“, das in Bachs Weihnachtsoratorium von 1734 enthalten ist und mittlerweile sowohl im Gotteslob als auch im Evangelischen Gesangbuch zu finden ist. Ganz andere Töne schlugen die vielseitigen Musiker im Anschluss an: „The Sound of Silence“ von Simon & Garfunkel, der Klang der Stille erfüllte die Kirche, ehe es wieder einen Choral zum Mitsingen gab.

Dann, nach einem Solo für zwei Querflöten folgte die ganz große Überraschung: Kostas Sakkos, der griechische Dudelsackspieler, konnte – nach der Premiere beim Schützenfest 2017 – für einen weiteren gemeinsamen Auftritt gewonnen werden und begeisterte das Publikum mit „Amazing Grace“ und – wie hätte es anders sein können – „Highland Cathedral“, dem Klassiker unter allen Dudelsackmelodien. Sakkos’ Auftritt wurde zum Gänsehauterlebnis. Der Applaus dauerte noch an, als der Dudelsackspieler, natürlich stilecht im Schottenrock und mit Feather Bonnet auf dem Kopf, die Kirche gemessenen Schrittes durch den Mittelgang verließ. Mit dem Medley „The Spirit of Christmas“ und dem „Hallelujah“ aus Georg Friedrich Händels Messiah klang das Adventskonzert aus.

Weihnachtslieder-Medley für den Heimweg

Wunderbar und mit nicht zu überhörender Leidenschaft spielte das Schützen-Musik-Corps. Anna Nentwich, die mit Witz und Charme sowie vielen Informationen zur Musik und zum Orchester durch den Abend führte, dankte allen Beteiligten sowie der  katholischen Kirchengemeinde für die Möglichkeit, die Kirche für das Konzert nutzen zu dürfen. Natürlich durfte das Orchester nicht ohne Zugabe nach Hause gehen und so schickte es sein Publikum mit dem Medley „A Christmas Festival“, einem Mix bekannter Weihnachtslieder, nach Hause. Die Zuhörer dankten es mit einem letzten, sehr langen Applaus.

Startseite