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Bebauungsplan „Dorf im Dorf“ in Nettelstedt wird erneut öffentlich ausgelegt

Projekt geht in die nächste Runde

Lübbecke-Nettelstedt (WB). Es hat sich einiges getan beim Bebauungsplan „Dorf im Dorf“ in Nettelstedt. In der Sitzung des Bauausschusses wurden die aktuellen Pläne vorgestellt. Nach der ersten Offenlegung gab es einige Veränderungen. „Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung sind viele Anregungen und Bedenken eingegangen“, erläuterte Baudezernent Ingo Ellerkamp. Nach dessen Einleitung übernahm der Planer selbst. Jens-Peter Huesmann vom Planungsbüro Drees & Huesmann aus Bielefeld stellte die Änderungen vor.

Viola Willmann

Die 3D-Ansicht des Entwurfes veranschaulicht die aktuellen Planungen. Grafik: hsi-planungs-gmbh, karl Lindstedt architekt bda Foto:

Das Grundstück im Bereich Bachstraße und Stillestraße ist inzwischen frei, das dort noch stehenden Gebäude inzwischen abgerissen. „Die Grundidee des Projektes hat sich aber nicht verändert“, sagte Jens-Peter Huesmann. Auf dem 7200 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Wohnpark entstehen, der sowohl genossenschaftliche Mietwohnungen als auch kleine Eigentumswohnungen und Reihenhäuser zur Verfügung stellt (diese Zeitung berichtete). Die Diakonie soll zudem eine Pflege-Wohngruppe betreiben und auch den anderen Bewohnern ermöglichen, so lange es geht, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Dazu kommen öffentliche Räume und Grünflächen sowie ein Dorf-Café für Bewohner des Quartiers und des Dorfes.

Planänderungen

Allerdings hat sich die Zahl der Wohneinheiten von 38 auf 33 reduziert. Statt der zuvor geplanten sieben Reihenhäuser soll es nur noch vier geben. Auch die Grundflächenzahl, also die bauliche Ausnutzung des Gebietes, wurde von 0,6 auf 0,5 gesenkt. Die mögliche Versiegelungsfläche ist auf unter 5000 Quadratmeter gesunken. Der Planer nannte noch den Wegfall der zunächst angedachten Stellplätze im Südosten. „Das wäre sowohl für die Nutzer der Parkplätze als auch für die Nachbarn nicht wirklich gut praktikabel gewesen“, sagt Huesmann. Während die meisten Änderungen im Ausschuss eher positiv aufgenommen wurden, folgte der Ankündigung, dass eine Renaturierung des Nettelstedter Mühlenbaches nicht möglich sei, Kritik. Ingo Ellerkamp verteidigte diese Tatsache allerdings: „Alle Beteiligten wollten das schaffen, aber es ist schlichtweg nicht möglich.“

Deutliche Kritik

Eine deutliche Wortmeldung zu den Plänen gab es von Bernd Sasse-Westermann (Lübbecke konkret). „So ein ‚Atombunker‘ gehört nicht nach Nettelstedt. Damit wird ein Grundstein für folgende Projekte gelegt. Der Investor will damit Geld verdienen, deshalb ist das so eng und so hoch geplant. Damit sind wir nicht einverstanden.“ Gerd Husemeyer von der Wählergemeinschaft Lübbecke (WL) konnte die Bedenken zwar nachvollziehen, wollte das Projekt aber nicht gefährden. „Es steckt viel Herzblut drin.“ Er schlug vor, die Geschosszahl von drei auf zwei zu reduzieren. Ingo Ellerkamp stellt noch einmal dar, dass das Projekt aus seiner Sicht nicht rein wohnwirtschaftlich ausgelegt worden sei. „Letztendlich muss der Rat dafür planungsrechtlich geradestehen. Aber der Investor würde die Wirtschaftlichkeit und die Umsetzbarkeit bei einer weiteren Reduzierung sicher prüfen.“

Erneute Offenlegung

Karl-August Schlingmann („Ich bin begeistert von dem Ziel, das da erreicht werden soll.“) und Uwe Hannemann (beide CDU, „Als Neu-Nettelstedter stehe ich voll hinter dem Projekt.“) befürworteten die Planungen. Auch Torsten Stank (SPD) ergriff das Wort: „Wir sehen das als zukunftsweisendes Modellprojekt an und es wäre schade, wenn es an der Höhe der Gebäude scheitern würde.“ Bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme wurde dem geänderten Entwurf zugestimmt. Dieser wird nun erneut für den Zeitraum von einem Monat öffentlich ausgelegt.

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