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Neues System warnt in Lübbecke-Gehlenbeck bei anrückenden Gewittern

Freibad und Torfmoor: Sirene schrillt bei Blitzgefahr

Lübbecke-Gehlenbeck

Es geht manchmal ganz schnell. An einem heißen Sommertag ziehen dunkle Wolken auf, ein Grummeln ist zu hören und schon zucken Blitze am Himmel. Das Gewitter ist nicht vorbeigezogen, sondern kommt näher. Wer sich jetzt in der freien Natur, zumal in oder am Wasser, aufhält, kann in große Gefahr geraten. 

Von Friederike Niemeyer

Bäderbetriebsleiter Frank Knickmeyer (rechts) und Patrick Vormschlag von „K9 Save House“ zeigen die Sirene, die zum neuen Blitzwarnsystem gehört. Foto: WBL

Um das Badevergnügen im Gehlenbecker Freibad für die Besucherinnen und Besucher noch unbeschwerter zu machen, haben die Wirtschaftsbetriebe Lübbecke (WBL) seit Kurzem ein Blitzwarnsystem installiert.

Bei der modernen Sicherheitstechnik handelt es sich um ein patentiertes, vollautomatisches System der Kölner Firma Coptr Warn- und Schutzsysteme. Es soll Badegäste und Besucher des angrenzenden Moores bei Gewitter rechtzeitig vor drohendem Blitzschlag warnen. Als Sponsor unterstützt das Sicherheitsunternehmen „K9 Save House“ aus Minden den Betrieb der Anlage.

Das vollautomatische System empfängt punktgenaue Ortungsdaten von faktisch gemessenen Blitzen in der Umgebung. Dabei wird auf Daten von Siemens und dem Deutschen Wetterdienst zurückgegriffen. Werden Blitze in sicherheitsrelevanter Entfernung registriert, warnt das System mit einem Sirenenton, ohne dass ein menschlicher Eingriff erforderlich wäre.

Der Alarm ist auch außerhalb der Badeanlage bis weit in das angrenzende Moor hinein zu hören. Darüber hinaus werden Warnungen auf dem Smartphone ausgegeben. Hat es 20 Minuten lang nicht mehr geblitzt, folgt die Entwarnung. Und die Anzeige auf dem Handy springt von Rot auf Grün.

Blitzwarnsysteme sind "Trend" auf Golf- und Tennisplätzen

Badesaison ist Gewittersaison. Das war schon immer so, weiß auch die Stadt Lübbecke. Bis dato mussten Schwimmmeister und Aufsichtspersonal ohne valide Datenlage entscheiden und verantworten, wie bei Unwettergefahr vorgegangen werden soll. Das Coptr-System soll Wetterwarnungen auf eine objektive, fachliche Grundlage stellen und möglicherweise fehlerhafte und personengefährdende subjektive Einschätzungen vermeiden helfen.

„Wir haben schließlich Verantwortung für unsere Badegäste“, sagt Stadtsprecher Andreas Püfke. Es habe keinen konkreten Anlass für diese Anschaffung gegeben, man habe aber bemerkt, dass Blitzwarnsysteme so etwas wie ein Trend auf Golf- und Tennisplätzen und bei anderen Outdoor-Veranstaltungen seien.

Auch wenn sie mit Blick vor allem auf die Badegäste installiert worden sei, profitierten nicht nur diese von der neuen Technik, betont Frank Knickmeier. „Auch Wanderer im Moor und Anwohner können sich mit dem Smartphone in Echtzeit über die aktuelle Gewitterlage rund um das Freibadgelände informieren“, so der Bäderbetriebsleiter. An den Moor-Parkplätzen wurden dazu Hinweisschilder angebracht. Über einen QR-Code kommen Besucher auf kurzem Weg an aktuelle Informationen.

Deutlicher Gewinn für die Sicherheit

Auch wenn das innovative System keine Blitzeinschläge vorhersagen oder Prognosen zur Wetterentwicklung abgeben kann, bietet es den Besuchern im Moor und im Bad die Möglichkeit, rechtzeitig eine geschützte Umgebung aufzusuchen. „Das ist ein deutlicher Gewinn für die Sicherheit und deshalb unterstützen wir das gern“, sagt Patrick Vormschlag, Geschäftsführer von „K9 Save House“.

Auf der Internetseite fb-luebbecke.coptrweb.de steht das Ampelsystem mit der aktuellen Gefahrenlage im Freibad und in der näheren Umgebung bereit. Wer auf die Internetseite geht, sieht sofort über die grüne Farbe, dass aktuell für Freibad und Umgebung keine Gefahr im Anmarsch ist. Ein gutes Gefühl für die Badegäste.

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