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»Emil und die Detektive« feiert gelungene Premiere auf der Freilichtbühne Nettelstedt

Starke Bande legt Dieb das Handwerk

Nettelstedt (WB). Der Hünenbrink wird zum Großstadtdschungel, wenn »Emil und die Detektive« unterwegs sind. 500 Zuschauer haben sich auf der Premiere des Familienstücks mit auf Spurensuche durch das Berlin der 1920er Jahre begeben. Und aufgepasst: Die kleinen Kommissare haben nicht nur den richtigen Riecher, sondern auch die passenden Tanzschritte.

Jessica Eberle

Die Freilichtbühne Nettelstedt bietet mit »Emil und die Detektive« alles, was auf der Bühne Spaß macht. Emil Tischbein (Ole Fründ) und seine Bande können nicht nur Diebe fangen, sondern außerdem auch noch tanzen und singen. Fotos: Jessica Eberle Foto:

Es hupte und tutete auf der Freilichtbühne Nettelstedt. Ehe die Zuschauer sich versahen, bogen eine Straßenbahn und zwei Oldtimer um die Ecke. Nein, keine echten. Aber die Pappkulisse, die da durch die Gegend getragen wurde, machte die Illusion zu einem Hingucker. Ganz schön viel los auf dem Hünenbrink. Klar, dass das Gewusel für so ein Landei wie Emil zur Herausforderung wird.

»Verlier das bloß nicht!«

Kästners Original ist ein Klassiker, der vielen noch aus ihrer Kindheit bekannt sein dürfte. Emil Tischbein (Ole Fründ) soll raus aus dem Trott des Kleinstadtlebens – das fordert zumindest seine Mutter. Genau 140 Mark gibt sie ihrem Sohn mit auf den Weg: »Verlier das bloß nicht!« Doch nach einem Mittagsschläfchen im Zug ist das Geld plötzlich weg. Dringend tatverdächtig ist Herr Grundeis, (Axel McClure), der im Waggon auf Emil aufpassen soll. Der Nachwuchs-Detektiv macht sich auf die Suche nach dem Dieb und muss nicht lange auf Unterstützung warten.

Emil und seine Bande amüsierten die Zuschauer mit jeder Menge Schabernack. Nicht lange dauerte es, da hatte der Lausebengel der Statue des Bürgermeisters eine Pappnase aufgesetzt. Vom Publikum gab es dafür zustimmenden Beifall. Die einzige, die nicht lachte, dürfte wohl Emils Mutter gewesen sein. Umso komischer für das Publikum, das dem Wechselspiel von »Emiiil« und »Ja, Mutter« lauschen durfte. Aber auch gesanglich überzeugte Ole Fründ in einem Solo, für das er sich ein paar »Bravo-Rufe« einheimste.

Überzeugende Darsteller

Nicht weniger unterhaltsam waren der Wachtmeister Jeschke (Manfred Möhlmann), der ein paar Kinder mit der Peitsche Richtung Zuchthaus trieb, oder Emils Großmutter (Monika Möhlmann), die mit einem gedehnten »Die Sache gefällt mir nicht« und bestürztem Gesichtsausdruck jedes Mal für Gelächter sorgte. Cousine Pony (Gwynne Tame) überzeugte mit sarkastischem Unterton und quittierte Emils Abwesenheit mit einem trockenen »Jungs sind manchmal doof«.

Und dann gab es da noch Emils Truppe, angeführt von Gustav mit der Hupe (Tilman Knoop). Da hatte es auch der charmante Fiesling Grundeis (nicht nur Bankräuber, sondern auch Heiratsschwindler) nicht leicht, als er vom »Zwergenmob« belagert wurde. Mit dem Lied »Wie kann man nur so gemein sein, Kinder zu beklauen«, wurde der Schurke von der Bühne getrieben und direkt ins Zuchthaus befördert. An dieser Stelle fieberten besonders die kleinen Zuschauer mit.

Laientheater auf hohem Niveau

»Gemeinsam können wir alles schaffen«, das war die Moral des Stücks, wie auch Thomas Kracht (Vorstand) betonte. Die jungen Detektive beweisen, wie stark auch die Kleinen sein können, wenn die Kameradschaft stimmt. Und genau so zeigen Darsteller der Freilichtbühne (die kleinen und großen), auf welch hohem Niveau Laientheater sein kann, wenn ein starkes Team alles gibt.

Bis zum 12. August ist »Emil und die Detektive« jeden Sonntag um 16 Uhr zu sehen.

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