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Fußball-WM: Fassungslosigkeit in Lübbecker Kneipen und Biergärten

Und plötzlich ist alles vorbei

Lübbecke (WB/wk/koke). Traumhaftes Wetter, kühle Getränke und ein Sieg mit zwei Toren Differenz – nur leider für den Falschen. Auf der Lübbecker Kneipenmeile ist am Mittwoch die vorerst letzte WM-Party gefeiert worden.

Entsetzen nach der Pleite gegen Südkorea: Saskia Henning kann es nicht fassen, dass Deutschland gerade aus dem Turnier geflogen ist. Foto: Kai Wessel

Fassungslos sitzt Saskia Henning im Deutschland-Trikot auf der gut besuchten Fanmeile an der Niedernstraße. Gerade hat Südkorea das 1:0 geschossen, gleicht folgt das 2:0. Viel kann sie nicht sagen: »Ich bin traurig. Damit hätte ich nie gerechnet.« Ihr Freund muss trösten.

»Katastrophe!«

War die Stimmung vor dem Anpfiff noch zuversichtlich, so ändert sich das von Minute zu Minute. »Da fehlt ein Führungsspieler. So einer wie Schweinsteiger«, sagt Stephan Hageböke. Schon zur Pause werden personelle Konsequenzen gefordert. Linda Selle: »Goretzka muss raus.« Sven Heidrath: »Gomez für Werner«. Ann-Kathrin Selle: »Brandt muss rein«. Ansonsten herrscht Ratlosigkeit und Entsetzen. »Katastrophe«, sagt Wai Ljatmo. Auch er trägt Deutschland-Trikot: »Das ist doch peinlich, als Wetmeister verlierst du doch nicht gegen Südkorea.« Das WM-Aus trifft ihn hart: »Ich hätte so gerne noch einmal Deutschland gegen Brasilien gesehen.«

Engländer übt Kritik

Im Bürgerpark Schäppchen, wo ebenfalls zahlreiche Lübbecker das Desaster miterleben, gibt es Erklärungen für die Niederlage – von einem Engländer. »Die Mannschaft ist viel zu alt«, sagt Christopher White (im Trikot der Three Lions) und ergänzt: »Deutschland spielt etwas altmodisch und die Spieler sind ein bisschen langsam.« Immerhin: Die englische Elf würde ihm sehr viel Freude machen, sagt White.

»Wie ein Kegelclub«

Im Blue Mojo hatte im Vorfeld niemand auf eine Pleite getippt. Für Burghard Grote hatte das deutsche Gekicke bestenfalls Kreisliga-Format: »Wir waren diesmal keine richtige Truppe. Wir sind aufgetreten wie ein Kegelclub und zu Recht rausgeflogen.« Peter Nolte fehlen die Worte: »Ich bin sprachlos.« Er hatte vor dem Spiel auf ein 4:0 getippt. Das Beste am Spiel sei der Biergarten, sagt Nolte.

Ganz ähnlich sieht es Heidi Siekmann (74) aus Lübbecke: »Ich fand es schön, dass die Lübbecker Kneipen Übertragungen so wie hier heute angeboten haben. Es war sehr gemütlich und ich komme gerne wieder, wenn kein Fußball mehr ist.«

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