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Carla Berling hat die fünfte Ausgabe der Lübbecker Krimitage im Schäppchen eröffnet

Was geschah am „Hellberger Hof“?

Lübbecke (WB/ria). Mit einer Premiere sind die fünften Lübbecker Krimitage am Samstagabend im Schäppchen gestartet. Vor ausverkauftem Haus hat Carla Berling zum ersten Mal aus „Pechmaries Rache“, einem weiteren Krimi aus ihrer Reihe um die Bad Oeynhauser Reporterin Ira Wittekind, gelesen. „Mord am Wiehen“, der Titel der mittlerweile etablierten Veranstaltungsreihe der Bücherstube Lübbecke, war an diesem Abend also Programm.

Die Bad Oeynhausener Autorin Carla Berling hat bei der Auftaktveranstaltung der Krimitage aus ihrem aktuellen Roman “Mord am Wiehen“ vorgelesen. Protagonistin ist darin die Reporterin Ira Wittekind, die einem möglichen Verbrechen auf der Spur ist. Foto: Ria Stübing

Regionale Spannung gepaart mit ostwestfälischem Humor verspricht ein Abend mit der Autorin, die selbst sieben Jahre lang als freie Mitarbeiterin für das WESTFALEN-BLATT in Bad Oeynhausen unterwegs war. Doch bevor das Lübbecker Publikum amüsante Anekdoten aus ihrer Ehe mit einem Kölner und den hieraus entstehenden (sprachlichen) Konflikten erfuhr, stand ein Ausflug auf den „Hellberger Hof“, der im Zentrum des aktuellen Romans steht, auf dem Programm.

Protagonistin ist genauso alt wie ihre Schöpferin

Unvermittelt, sich nicht mit einer Begrüßung aufhaltend, entführte Berling ihre 180 Zuhörer an einen Ort, der bereits bei der Ankunft der Reporterin Ira Wittekind düster und ungastlich wirkt. Das detailliert beschriebene Szenario von ödem dunklem Kopfsteinpflaster und plötzlich einsetzendem starken Regen auf dem einsamen Gehöft ließ die Zuhörer problemlos in die Geschichte eintauchen und fröstelnd die Schultern hochziehen.

Im Folgenden stellte Carla Berling die verschiedenen Charaktere ihres Romans vor, allen voran natürlich Ira Wittekind, die „rein zufällig“ gleichaltrig mit der Autorin ist. „Ich werde diese Jahr 60, bin aber noch ganz rüstig“, verriet diese und erklärte, dass sie nun schon einige Lebensphasen mit ihrer Hauptfigur durchlebt habe. „Wir hatten jetzt sogar schon die Wechseljahre zusammen“, fügte Berling, in ihrer gewohnt trockenen Art, hinzu.

Die Zuschauer dankten ihr die offenherzigen Einblicke in ihr Privatleben immer wieder mit viel Applaus und auch Gelächter, denn bei Carla Berling schlossen sich Mord und Humor nicht aus. Typisch ostwestfälische Vokabeln wie „schäbbich“, „stickum“ oder „zusammengefriemelt“ gehörten selbstverständlich zu ihrer Lesung und den Erzählungen dazu.

„Immer, wenn Sie denken, Sie wissen was passiert ist: kalt!“

Weitere, geschickt ausgewählte Passagen des Krimis machten neugierig darauf, was sich nun wirklich auf dem „Hellberger Hof“ abgespielt hat und ob die beiden, rasch hintereinander folgenden Todesfälle natürlicher Art waren oder ob da jemand nachgeholfen hat. „Immer, wenn Sie denken, Sie wissen was passiert ist: kalt!“, machte Carla Berling neugierig darauf, welche dunklen Geheimnisse die Reporterin mit dem kriminellen Gespür und der typisch ostwestfälisch charmante Kommissar Brück noch ans Tageslicht befördern werden. Ihr Tipp: „Da müssen Sie schon das Buch kaufen und weiterlesen.“

Vielleicht ist Carla Berling bereits im Sommer wieder zu sehen, wenn die Autorin mit den zwei Gesichtern mit ihrer neuen Komödie auf Lesereise geht. Termin und Ort sind noch nicht bekannt, aber Andreas Oelschläger, Initiator der Lübbecker Krimitage, arbeitet an der Idee für das nächste Lese-Event. Nach dem erfolgreichen Auftakt von „Mord am Wiehen“ stehen nun aber erst einmal fünf weitere Krimilesungen auf dem Terminplan. Die Lesung mit Klaus-Peter Wolf ist bereits ausverkauft, für andere Veranstaltungen gibt es noch Restkarten. Nichts für schwache Nerven und zart besaitete Gemüter könnte die nächste Lesung werden: Wenn Andreas Winkelmann, der als Frank Kodiak schreibt, am 5. Februar in der Bücherstube „Das Fundstück“ vorstellt, könnte das Blut buchstäblich aus dem Koffer tropfen, mutmaßt Oelschläger.

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