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Fußball-WM: Gauselmann und Harting finden Lösungen für das Deutschland-Spiel

Wer schaut in die Röhre?

Lübbecke (WB/mama/wk). Arbeitnehmer, die sich für Fußball interessieren, haben am Mittwoch ein Problem. Die deutsche Nationalmannschaft spielt gegen Südkorea um den Einzug ins WM-Achtelfinale. Und das schon um 16 Uhr. Einige Firmen im Lübbecker Land haben auf diese problematische Anstoßzeit reagiert.

Kugelschreiber und Tastatur zur Seite legen, Fußball gucken: Arbeitnehmer sollten wichtige Dinge beachten. Foto: Kai Wessel

Die Gauselmann-Unternehmensgruppe in Espelkamp bietet ein großes »Firmenviewing« in der Alten Gießerei an. Dafür dürfen etwa 500 Mitarbeiter der Verwaltung ihren Arbeitsplatz früher als sonst verlassen. Das habe die Unternehmerfamilie möglich gemacht, sagt Gauselmann-Sprecher Mario Hoffmeister und ergänzt: »Es muss natürlich ausgestempelt werden.« Für die Mitarbeiter in der Produktion sind die Hürden höher. Wer hier das Spiel schauen möchte (aus Sicherheitsgründen sind Fernseher in der Produktion nicht gestattet), könne nur versuchen, seine Schicht zu tauschen, heißt es bei Gauselmann.

Auch bei der Harting-Technologiegruppe in Espelkamp hat sich die Firmenleitung Gedanken gemacht. Wie Sprecher Detlef Sieverdingbeck erläutert, können Mitarbeiter das letzte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft in einem großen Veranstaltungsraum im Empfangsgebäude verfolgen. »Mitarbeiter, die diese Möglichkeit nutzen wollen, sprechen dies vorher mit ihrer Führungskraft ab und stempeln aus.«

Flexible Arbeitszeiten

Und im Lübbecker Rathaus? Hier gebe es flexible Arbeitszeiten, wie Bürgermeister Frank Haberbosch betont. Praktisch zudem: Das Bürgerbüro hat mittwochs nur bis 13.30 Uhr geöffnet. Zur Anstoßzeit um 16 Uhr dürfte daher nicht mehr viel los sein, glaubt Haberbosch: »Ich gehe davon aus, dass die, die sonst länger bleiben so wie ich, diesmal etwas früher gehen werden.«

Es gibt aber auch Arbeitnehmer, die in die Röhre gucken: »Während der Arbeitszeit ist es uns nicht erlaubt, die WM-Spiele zu gucken«, sagen Alexander Koleno aus Hüllhorst (27) und Artur Bontsev (25) aus Bad Oeynhausen auf Nachfrage in der Lübbecker Innenstadt. Sie bekommen auch nicht frei. »Wir werden die Spiele aber trotzdem verfolgen, indem wir in den Arbeitspausen die Ergebnisse checken.«

Für die Regelung ihrer Arbeitgeber haben der Möbellieferant und der Maschinenbediener Verständnis: »Bei unseren Jobs muss man bei der Sache sein und sich konzentrieren. Wenn man da abgelenkt ist oder nebenbei mit seinem Handy rumspielt, kann schnell etwas schiefgehen.«

Arbeitgeberverband informiert

Was ist in Sachen WM auf der Arbeit erlaubt und was nicht? Hinsichtlich der Fußball-WM in Russland informiert der Arbeitgeberverband Minden-Lübbecke (AGV) unter dem Titel »Arbeitsrechtliche Fragen im Vorfeld der Fußball-WM 2018« darüber, was Arbeitnehmer am Arbeitsplatz beachten sollten.

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