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Frage-und-Antwort-Format auf der Homepage auch zu Kosten und Risiken

Westertor: Stadt will Aufklärung bieten

Lübbecke (WB). Die Diskussion um das Einkaufszentrum Westertor nimmt weiter Fahrt auf – zuletzt hat es am Samstag eine Demonstration gegeben . Die Stadt Lübbecke hat nun umfassende Informationen auf ihre Internetseite gestellt: von der Größe des Projekts bis zu Baumfällungen.

Friederike Niemeyer

Speziell am ZOB-Umbau wird Kritik geübt. Foto: Friederike Niemeyer

Mit Fragen und Antworten zum Westertor-Projekt sollen Fakten zur aktuellen Diskussion beigesteuert werden, wie Stadtsprecher Andreas Püfke im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterte. »Wir haben ein großes Interesse in der Öffentlichkeit festgestellt.« Rat und Verwaltung hätten aber auch den Eindruck gehabt, dass falsche oder unvollständige Informationen kursierten. Dem wolle man entgegentreten.

Als Beispiel für eine irreführende Darstellung nannte Püfke den Satz: »Andere Städte und Gemeinden beneiden uns um unseren Busbahnhof.« Dies würde zwar immer wiederholt, entspräche aber nicht den Tatsachen, so Püfke. »Wir kennen keine Kommune, die uns um unseren ZOB beneidet, und wir müssten das ja wissen. Es hat sich noch kein kommunaler Vertreter so geäußert.«

Sieben Linden am Niederwall müssen für die ZOB-Verlegung gefällt werden

Ein weiterer Punkt, der jetzt aktuell mit den Protesten rund um den Busbahnhof aufgetaucht sei, ist das Thema Baumfällung. Sieben Linden am Niederwall müssen für die ZOB-Verlegung gefällt werden – mit Trauerflor von Demonstranten markiert sind mehr Bäume. Wie der Stadtsprecher ausführt, würden sieben Bäume auch wieder auf dem Gelände gepflanzt. »Der Allee-Charakter soll erhalten bleiben«, sagt Püfke. Die weiteren Ersatzpflanzungen für die Fällungen in Stockhausen seien zusätzlich, weil die jüngeren neuen Bäume noch kein gleichwertiger Ersatz zu den gefällten Linden seien.

Die Stadt greift auf ihrer Homepage zudem die Frage nach den Kosten für den ZOB auf. Der Neubau werde vom Investor HBB bezahlt. »Die Stadt wird dafür nicht einen Euro aufbringen müssen«, heißt es dort. Und auch die seinerzeit erhaltenen Fördermittel für die Umgestaltung des Busbahnhofs würden nicht von der Stadt, sondern von HBB erstattet.

Auch die Frage »Wird der neue ZOB nicht vor allem für Schüler gefährlicher?« wird aufgegriffen und wie folgt beantwortet: »Busbahnhöfe wie den am Niederwall geplanten gibt es deutschlandweit zu Hunderten, und sie sind in Unfallstatistiken absolut unauffällig. Wie viele Schüler überhaupt den Niederwall werden queren müssen, ist Gegenstand der Verkehrsplanung. Der Niederwall wird verkehrsberuhigt als Tempo-30-Zone hergestellt und es werden Querungshilfen eingerichtet. Dieselben Schüler müssen im Übrigen wie bisher auch die am stärksten befahrene Straße Lübbeckes überqueren: die B 239.«

Kein Investor für Sanierung des Deerberg-Hauses

Auch zur Dimension des Einkaufszentrums und zu den Risiken für die Stadt Lübbecke gibt es auf der Homepage klare Aussagen. So wird betont, dass der gewählte Projektzuschnitt der kleinste von insgesamt vier Investorenvorschlägen sei. Alle Ratsfraktionen hätten sich dafür entschieden. Das alte Deerberg-Kaufhaus hatte mehr Verkaufsfläche als die jetzt ausgewiesenen 5500 Quadratmeter. Bislang habe die Stadt auch mit keinem Euro in Vorleistung gehen müssen. Alle Planungen und Gutachten seien von HBB bezahlt worden. Und der Stadt würden auch keine Bedingungen diktiert. Es werde ein Vertrag mit gegenseitigen Rechten und Pflichten aufgesetzt, über den der Rat letztlich entscheiden werde.

Jüngst haben gerade auch die Gegner der ZOB-Verlegung die Alternative diskutiert, das Deerberg-Gebäude und das Parkhaus West zu sanieren. Dazu schreibt die Stadt: »Für eine Sanierung des Deerberg-Hauses findet sich kein Investor, da der Aufwand viel zu hoch ist und das Gebäude den heutigen Anforderungen nicht mehr genügt. Nach dem vorliegenden Gutachten eines Sachverständigen würde allein die Sanierung des Parkhauses 2,5 Millionen Euro kosten. Danach wäre es ein zwar saniertes, aber immer noch unzeitgemäßes Parkhaus.«

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