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Schülerticket Westfalen: Partner unterschreiben Vertrag und versprechen sich viel von dem Pilotprojekt

„Wir können nur gewinnen“

Espelkamp

Das Söderblom-Gymnasium und die Birger-Forell-Sekundarschule nehmen ab 1. August 2021 am Modellprojekt Schülerticket Westfalen teil. Die Verträge sind jetzt von allen Partnern unterschrieben worden.

Felix Quebbemann

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Marie-Luise Schellong sparte nicht mit Superlativen am Freitagmorgen. „Das ist heute ein schöner Termin, ein Durchbruch und ein großer, großer Fortschritt.“ Die Schulleiterin des Söderblom-Gymnasiums war wie ihre Kollegin Anke Grothe, stellvertretende Schulleiterin der Birger-Forell-Sekundarschule, hoch erfreut über den Vertragsabschluss zum Schülerticket Westfalen.

Dazu waren auch Bürgermeister Henning Vieker, Schulamtsleiter Andreas Bredenkötter, Johannes Marg, Geschäftsführer der Mindener Kreisbahnen (MKB), Achim Overath (Geschäftsführer der Minden-Herforder-Verkehrsbetriebe) und Isabel Jacobfeuerborn (OWL-Verkehr) in die Mensa des evangelischen Schulzentrums gekommen. Dort nämlich wurde der Vertrag unterzeichnet, der garantiert, das ab dem 1. August 2021 alle Schüler des Söderblom-Gymnasiums und der Birger-Forell-Sekundarschule das Schülerticket Westfalen erhalten. Die Teilnahme an dem Modellprojekt wurde erst Anfang des Monats vom Stadtrat beschlossen.

„Herzenswunsch“

Henning Vieker betonte während der Vertragsunterzeichnung, dass es sich um einen „wichtigen Schritt nach vorn für die Mobilität der jungen Menschen“ handele. Für den Jugendbeirat der Stadt „ist das Schülerticket ein „Herzenswunsch“. Das Projekt sei lange vorbereitet worden mit vielen Partnern. Und Vieker betonte, dass nun jeder Schüler des evangelischen Schulzentrums – insgesamt sind das derzeit rund 1700 Schüler – jeweils ein Ticket erhält. Die Wohnort-Überprüfung entfällt bei dem neuen Ticket komplett. Alle Schüler werden gleich behandelt. Zudem garantiert das Ticket den jungen Inhabern eine große Mobilität.

Es kann in ganz Westfalen genutzt werden. Und die Schüler können bis nach Dortmund, Enschede oder Olpe fahren. Auch die Züge im Regionalverkehr können genutzt werden. Für die Schüler entstehen keine Mehrkosten. Vielmehr übernimmt die Stadt die Mehrkosten pro Ticket in Höhe von 15 Euro. Vieker erklärte dazu während des offiziellen Unterzeichnungstermins. „Die Kosten sind überschaubar.“ Es habe mit allen Beteiligten gute Gespräche gegeben.

Johannes Marg

Johannes Marg, Geschäftsführer der MKB, sagte, es sei der erste Schritt, mit dem Schülerticket das Mobilitätsverhalten der jungen Menschen zu verändern. Der zweite große Schritt sei es dann, das Angebot im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auszuweiten. Es sei bedeutend, dass man das Angebot verdichtet und die Leistungen „sukzessive erhöht. Es ist ein langer Weg“. Aber es sei auch im Interesse der Verkehrsbetriebe. „Wir fahren halt auch viel warme Luft durch die Gegend“, machte Marg auf nicht ausgelastete Busse aufmerksam. Das Schülerticket sei eine sinnvolle Investition. „Wir können nur gewinnen.“

Chip-Karte

Bestätigung erhielt er von Achim Overath, MHV-Geschäftsführer, der das Modellprojekt seinerzeit in Espelkamp vorgestellt hat. Das neue Schülerticket decke ein „Riesengebiet“ ab.

Das Ticket erhalten die Schüler beim Start im August noch in der traditionellen Papierform. Allerdings sei man bereits dabei, auf eine elektronische Chip-Karte umzustellen, bei der auch ganz bequem und problemlos alle privaten Datenänderungen vorgenommen werden könnten. Für eine Chipkarte habe man sich entschieden, weil es auch heutzutage noch Schüler gebe, die kein Handy hätten.

Achim Overath

Overath ist sich sicher, dass das Projekt „ein großer Erfolg wird“. Neben Espelkamp nehmen alleine schon drei weitere Kommunen aus dem Altkreis Lübbecke teil – nämlich Stemwede, Preußisch Oldendorf und Lübbecke.

Overath stellte die Bedeutung der Zusammenarbeit heraus und sagte. „Wir sind ein Pkw dominierter Raum“. Daher müssten die Schüler an die öffentlichen Verkehrsmittel gewöhnt werden.

Marie-Luise Schellong

Marie-Luise Schellong fügte an: „Das Schülerticket ist ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende.“ Darüber hinaus werde damit der ländliche Raum gestärkt. „Das ist ein wichtiger Meilenstein.“

Henning Vieker machte deutlich, dass er auch mit den Trägern der anderen weiterbildenden Schulen in Espelkamp – Ludwig-Steil-Hof, Berufskolleg und Johannes-Daniel-Falk-Realschule – sprechen werde, um das Schülerticket dort einzuführen.

Elternbrief

Die Eltern der Schüler des Söderbloms und der Sekundarschule werden vor dem 1. August 2021 mit einem Elternbrief über den Start des Modellprojekts Schülerticket Westfalen informiert.

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