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Beliebt: Bundesfreiwilligendienst im Nabu-Besucherzentrum Moorhus in Gehlenbeck

Wo junge Leute selbstständig werden

Lübbecke (WB). Vielseitig, naturbegeistert und auch genügsam – so sollten sie sein, die Bundesfreiwilligen im Nabu-Besucherzentrum Moorhus in Gehlenbeck. Auf Justus Wiegmann und Eileen Neufeld treffen diese Eigenschaften zu. Der 20-jährige Obermehner ist bereits seit März als Bufdi im Einsatz. „Ich habe nach einem Ausbildungsplatz gesucht, aber nichts Passendes gefunden“, berichtet Justus Wiegmann. Dann habe er die Stellenausschreibung gesehen. „Da mich Naturschutz immer schon interessiert hat, habe ich darin eine gute Möglichkeit gesehen, ein Jahr zu überbrücken.“ Noch bis August 2021 ist er im Moorhus tätig.

Viola Willmann

Justus Wiegmann und Eileen Neufeld am so genannten Färber-Beet im Garten des Moorhus’. In dem Beet wachsen Pflanzen, die man zum Herstellen von Farben benutzen kann. Im Moorhus werden entsprechende Kurse angeboten. Foto: Viola Willmann

Etwas anders erging es Eileen Neufeld, die nach der Schule „einfach keinen Plan“ hatte. „Ich wollte mich gerne freiwillig engagieren. Und als ich von der Stelle als Bundesfreiwillige im Moorhus in der Zeitung gelesen habe, passte das gut“, erzählt die Mindenerin. Die 19-Jährige ist seit August dabei und bleibt bis nächsten Sommer.

Im Moorhus treffen die beiden auf ein weites Aufgabenfeld. „Das reicht von Hausmeistertätigkeiten über die Pflege des Gartens bis hin zum Counterdienst, wenn die Ausstellung geöffnet ist“, berichtet Justus Wiegmann. Auch den Telefondienst verrichten die beiden häufig. Dann gehe es den Anrufern oft um verletzte Vögel, die sie gefunden haben. „Wir selber können da eigentlich nicht helfen, aber wir vermitteln an die richtigen Leute weiter“, sagt der Lübbecker, der nach seiner Zeit als Bufdi entweder eine Ausbildung im IT-Wesen oder in der Forstwirtschaft machen will. „Ich habe mich da noch nicht ganz entschieden.“

Positive Effekte durch die Zeit im Moorhus

Während der 20-Jährige viel bei den handwerklichen Aufgaben im und am Moorhus behilflich ist und etwa beim Zusägen und Abpacken der Vogel-Nistkästen unterstützt, schaut Eileen Neufeld häufiger mal dem BNE-Team (Bildung für nachhaltige Entwicklung) über die Schulter. Dieses betreut Schulklassen und Gruppen, die im Moorhus dann verschiedene wissenschaftliche Experimente machen oder eine Rallye im Garten absolvieren. Für beide Bufdis gehört derzeit natürlich das Desinfizieren zu den Aufgaben. Zwar kennen beide das Moorhus nicht vor der Corona-Zeit, es sei aber schon ein Rückgang bei den Besucherzahlen spürbar. Das hätten ihnen Kollegen berichtet. „Die Führungen werden natürlich nur eingeschränkt angeboten und viele Leute haben derzeit weniger Lust, etwas zu unternehmen“, sagt Justus Wiegmann, der wie seine Kollegin den Mindestlohn von 250 Euro im Monat bekommt.

Des Geldes wegen engagieren sich Eileen Neufeld und Justus Wiegmann wohl kaum im Nabu-Besucherzentrum Moorhus. Vielmehr glaubt der 20-Jährige an die positiven Effekte, die er aus der Zeit ziehen kann. „Ich merke jetzt schon nach einigen Monaten, dass ich viel selbstständiger geworden bin. Vorher war ich es aus der Schule gewohnt, dass man mir eine Aufgabe vorsetzt, die ich zu erledigen habe. Hier muss ich die anfallenden Arbeiten selbstständig erkennen und abarbeiten“, berichtet der Obermehner.

Während des Bundesfreiwilligendienstes absolvieren die jungen Leute 25 Seminartage pro Jahr. Das Seminar „Politische Bildung“ ist verpflichtend, während sich die anderen Tage aus verschiedenen Seminaren zusammensetzen können. Mehr Informationen dazu gibt es online unter www.bundesfreiwilligendienst.de.

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