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»Martin Luther King«: 500 Teilnehmer singen in der Stadthalle Lübbecke

XXL-Chor probt für Musical

Lübbecke (WB). Zu einer Chorprobe auf dem Dorf kommen manchmal zehn oder 20 Leute. In Lübbecke hat es am Sonntag eine der größten Chorproben seit Jahren gegeben. Etwa 500 Sänger trafen sich zu einem Testlauf für das Musical »Martin Luther King«. Die Premiere soll im Februar 2020 in der Mindener Kampa-Halle aufgeführt werden.

Jessica Eberle

Und dann die Hände zum Himmel: Bei der Chorprobe für »Martin Luther King« war voller Körpereinsatz gefragt. Foto: Jessica Eberle

Aus ganz Deutschland kamen die Teilnehmer des Projektmusicals in die Stadthalle. Eine der weitesten Anreisewege hatten die Sänger aus Meppen, Kassel und Ostfriesland, eine der kürzesten die Chöre aus Nettelstedt, Rahden und Espelkamp. Parallel fand auch in Offenburg eine Probe statt. Bundesweit bereiten sich derzeit 15.000 Menschen auf das Musical um den US-amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King vor, der mit dem Satz »I have a dream« zur Legende wurde.

Profis und Laien sollen zusammen auf der Bühne stehen

Marcel Volkmann von der Stiftung Creative Kirche erklärt, was das Projekt ausmacht: »Ziel ist es, das am Ende Profi-Bands, internationale Solisten und Laien zusammen auf der Bühne stehen. So haben Chöre in ganz Deutschland die Chance, Musik auf einem neuen Level zu machen.«

Die Leitung der Probe in Lübbecke übernahm der Kirchenmusiker Danny Sebastian Neumann aus Bad Oeynhausen: »Ich habe mich gefreut wie ein Schnitzel, als ich davon erfahren habe.« Neumann hatte den XXL-Chor im Griff. Mit ein paar Aufwärmübungen lockerte er die Stimmen der Sänger. Immer wieder gab er Tipps zu schwierigen Textpassagen. Die mussten Teilnehmer exakt so lange üben, bis der Chorleiter zufrieden war.

In dem Musical, das am 22. und 23. Februar in der Mindener Kampa-Halle aufgeführt werden soll, wird die Geschichte des Baptistenpastors und Bürgerrechtlers Martin Luther King (1929-1968) erzählt. Das Musical beginnt mit seiner Ermordung und arbeitet mit Rückblenden. Dem Chor fällt dabei eine besondere Rolle zu: »Der Chor ergreift Partei, er wechselt Partei und er diskutiert mit«, sagt Marcel Volkmann. Er betont, dass es sich in erster Linie nicht um ein missionarisches Stück handele, im Vordergrund stünde der Unterhaltungsaspekt: »Es wird stellenweise sehr emotional werden.«

Musical hat aktuellen Bezug

Volkmann sieht in dem Stück auch einen aktuellen Bezug: »Martin Luther King hat sich für diejenigen eingesetzt, die keine Stimme hatten und er hat gegen Rassentrennung gekämpft. Das tun wir auch. Ich sehe den Chor als Vorstufe der Demonstration, um gegen Diskriminierung anzukämpfen.« Martin Luthers Traum solle in Form des Musicals weitergelebt werden.

Das Stück ist generationsübergreifend. Die jüngste Teilnehmerin ist sieben, die älteste 80 Jahre alt. Genauso wie verschiedene Generationen sind auch verschiedene Konfessionen an dem Projekt beteiligt. Am Tag der Aufführung werden in Minden nicht nur 500 Sängerinnen und Sänger, sondern 1000 auf der Bühne stehen. Der Rest hatte am Samstag bereits in Löhne geprobt.

Finanziell unterstützt wird das Musical von der Evangelischen Kirche Deutschlands und den Volksbanken in Ostwestfalen-Lippe. Zu einem Problem könnte der Aufführungsort werden. Die Kampa-Halle ist sanierungsbedürftig. Ob sie im nächsten Jahr noch für Veranstaltungen zur Verfügung steht, ist derzeit ungewiss.

Für das Musical sind noch Karten erhältlich, unter anderem in der Geschäftsstelle des Westfalen-Blattes in Lübbecke.

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