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84 statt 129 Pflegeplätze – Vitalis-Einrichtung in Preußisch Oldendorf ist nicht betroffen

Bad Essen: Wohnpark verkleinert sich

Bad Essen/Preußis...

Der Vitalis-Wohnpark Bad Essen strukturiert sich neu. In den kommenden Monaten sollen die im Wohnbereich „Charlotte“ Am Freibad 5 untergebrachten Bewohnerinnen und Bewohner sukzessive in das Haupthaus Am Freibad 3 umziehen. Dort wurde seit Dezember die obere Etage renoviert und für die neuen Gäste hergerichtet. Durch den Umzug verkleinert sich die Bad Essener Senioren-Einrichtung von 129 auf zukünftig 84 vollstationäre Pflegeplätze. In der Vitalis-Einrichtung in Preußisch Oldendorf ändert sich nichts.

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Der Vitalis-Wohnpark in Bad Essen wird umstrukturiert und verkleinert sich von 129 auf 84 vollstationäre Pflegeplätze. Die Einrichtung in Preußisch Oldendorf ist von der Maßnahme nicht betroffen. Foto:

Ein Grund für die Umstrukturierung in Bad Essen sind fehlende Fachkräfte. „In Deutschland regelt die Heimpersonalverordnung, wie viele examinierte Fachkräfte eine Senioren- und Pflegeeinrichtung beschäftigen muss. So müssen auch in Bad Essen 50 Prozent aller im Pflegedienst eingesetzten Mitarbeiter Fachkräfte sein. Diese Quote konnten wir zum Schluss nur noch mit Hilfe von Leasingkräften erfüllen. Das ist natürlich keine Dauerlösung für dieses Problem“, erklärt Susanne Schmidt, Geschäftsführerin der Vitalis Wohnpark GmbH und Co. KG.

Und weiter: „Angesichts des demografischen Wandels und des allgemeinen Fachkräftemangels sollte die Gesetzgebung in der Hinsicht dringend überdacht werden. Immer mehr Pflegeeinrichtungen haben Probleme, die Fachkraftquote zu erfüllen. Die Konsequenz ist der stetige Abbau von Pflegeplätzen. Das kann in einer alternden Gesellschaft nicht die Lösung sein.“

Es sei auch nicht für jede betreuende Tätigkeit eine examinierte Fachkraft notwendig, so Schmidt. Sie ist sich sicher, dass sich andere, zeitgemäßere Betreuungsschlüssel finden lassen. „Da muss man einfach neu und mutig denken, wie sich eine gute Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner auch zu den heutigen Bedingungen sicherstellen lässt“, fordert Schmidt.

Darüber hinaus sei der Betrieb des Vitalis-Wohnparks Bad Essen in zwei Gebäuden mit komplexen Arbeitsabläufen und zusätzlichem Aufwand verbunden, was in den vereinbarten Pflegesätzen nicht abgebildet werden könne und nicht refinanziert werde. „Das macht langfristig den Betrieb in zwei Häusern nicht wirtschaftlich sinnvoll“, so Schmidt. „Diese Umstände haben uns in der Geschäftsführung veranlasst, die unternehmerische Entscheidung für den Umzug des Wohnbereiches Charlotte und die damit verbundenen Umstrukturierungen zu treffen.“

Durch den Umzug des Wohnbereichs muss die gesamte Stellenbesetzung an die neue Platzzahl angepasst werden. „Wir planen keine Entlassungen. Deshalb werden wir schrittweise vorgehen, vorrangig die natürliche Fluktuation nutzen und freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen. Außerdem haben wir ein freiwilliges Angebot geschaffen, in dem wir mit interessierten Mitarbeitenden Gespräche führen und individuelle Lösungen suchen“, so die Geschäftsführerin.

Weitere Vitalis-Standorte seien nicht von Umstrukturierungen betroffen, erklärte Kim Ernst, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Dr.-Becker-Unternehmensgruppe in Köln, die die Wohnparks betreibt. Es handele sich hier um eine besondere Situation, die in dieser Form nur in Bad Essen bestehe, betonte die Sprecherin im Gespräch mit dieser Zeitung. Daher werde es in Preußisch Oldendorf keine Veränderungen geben.

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