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Mindener René Rast bleibt auch nach dem zweiten DTM-Titel Realist

Lieber Formel 1 mit Dach als ohne

Minden (WB). So kräftig wie in Hockenheim fräste René Rast das Gummi am Samstag nicht in das Kopfsteinpflaster des Mindener Marktplatzes. Schließlich wusste der derzeit erfolgreichste Sohn der Stadt, was sich gehört.

Oliver Kreth

Nach dem finalen Rennen in Hockenheim drehte René Rast am 6. Oktober einige Donuts in den Asphalt. Foto: dpa

Der 32-Jährige wurde in der guten Stube seiner Heimat geehrt. Von Familie, Fans, Stadt, Sponsoren – und auch von den Verantwortlichen Audis, für die Rast in diesem Jahr seinen zweiten Titel im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) geholt hat. Sportchef Dieter Gass: »René rockt. Drei Jahre am Stück so erfolgreich zu sein, das ist Wahnsinn. Seine Konstanz – unglaublich. Es gibt Fahrer, die in der Summe mehr gewonnen haben, aber in längerer Zeit.«

Rasts Erfolgsserie beginnt 2017. In seinem Premierenjahr rast der Mindener gleich zum Titel. Im zweiten Jahr wird er Zweiter. Gass: »Da haben wir uns mit einem Riesenaufwand wieder rangekämpft.« In dieser Saison wird bereits am vorletzten Rennwochenende gefeiert.

Der erste Titel war der Emotionalste

Welcher Titel war denn nun der emotionalere? Rast: »Der erste. Weil er unerwartet kam. Vor dem letzten Rennen hatte ich damals nur ein Ziel: Auf keinen Fall Vierter werden! Ich wollte aufs Podium. Ich wollte im Glitzerregen stehen. Und dann war ich von einer auf die andere Sekunde Meister. Dieses Mal war ich mental darauf vorbereitet.«

René Rast ist ein Spätberufener. Nicht im Motorsport allgemein, nur in der DTM, der Formel 1 mit Dach. Bereits 2005, nach dem Gewinn des Polo Cups, sprach er mit seinem Manager Dennis Rostek über die Chance, in die populäre Serie einzusteigen. »Das erste Mal haben wir es 2006 versucht. Drei Mal wurde der Einstieg verschoben, aber die Abstände wurden immer kleiner. Und dann rief mich Dieter Gass an und sagte: ›Es könnte jetzt sehr schnell gehen‹«, sagt der Bückeburger Rostek.

Potenzial für die Königsklasse

Jetzt wird bereits munter spekuliert, wie es mit Rast weitergeht. Und natürlich geht es um die eine Motorsportklasse, die Formel 1. Nico Rosberg (Rast fährt im Team von Keke Rosberg) und auch Gerhard Berger, mittlerweile Boss des DTM, haben dem Mindener das Potenzial für die Königsklasse zugesprochen. Doch der und auch sein Manager winken ab. Sie sind realistisch. Rostek: »Das ist in Renés Alter doch aussichtslos. Die Fahrer in der Formel 1 werden immer jünger. Wir planen langfristig mit der DTM, das ist unser Spielfeld. Bernd Schneider ist das Aushängeschild der DTM, Rekordhalter mit fünf Titeln. Das ist etwas, was wir mit Audi erreichen möchten.« Sportchef Gass will die Euphorie nicht bremsen, denn »Motorsport ist schnelllebig«.

Das sieht Rast genau so. »Ich denke nur von Jahr zu Jahr. Und Meister zu werden, ist ja leider auch nicht so einfach. Sicherlich ist mein Ziel, auch in der kommenden Saison den Titel zu holen, das wäre super.« Dann dürfte Rast wahrscheinlich nach der Saison erneut Gummi-»Donuts« ins Kopfsteinpflaster des Mindener Marktplatzes fräsen.

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