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Mühlenkreiskliniken präsentieren Jahresabschluss – Kostendruck durch Gesetz zur Personaluntergrenze

Schwarze Zahlen und viele Pläne

Minden/Lübbecke (WB). Das Plus ist nicht so dick wie 2018, aber es ist da: Die Mühlenkreiskliniken (MKK) haben im Geschäftsjahr 2019 einen Jahresüberschuss in Höhe von 568.000 Euro erwirtschaftet. Im Vorjahr lag der Gewinn bei 3,1 Millionen Euro. Damit schreibt der kommunale Klinikkonzern im neunten Jahr in Folge schwarze Zahlen. Zum Vergleich: Im Jahr der MKK-Krise 2008 lag das Jahresergebnis bei -28,4 Millionen Euro).

Der kommunale Klinikkonzern schreibt im neunten Jahr in Folge schwarze Zahlen.

Auf der jüngsten Verwaltungsratssitzung wurde der Jahresabschluss einstimmig verabschiedet und dem Vorstandsvorsitzenden Entlastung erteilt. Vorstandsvorsitzender Dr. Olaf Bornemeier sagte: „Die Mühlenkreiskliniken haben sich im Jahr 2019 in einem sehr angespannten Marktumfeld positiv behauptet. Kliniken und Krankenhäuser standen bundesweit unter einem erheblichen Kostendruck. Wesentlicher Grund hierfür ist die gesetzlich festgelegte Personaluntergrenze.“ Ohne eine Lockerung des stetig steigenden Kostendrucks und ohne ein breites Investitionsprogramm für Kliniken und Krankenhäuser werde das Gesundheitssystem in der bisherigen Form und Struktur nicht weiter existieren können, prophezeit der MKK-Chef und steht damit gerade nach den Erfahrungen in der Corona-Krise sicher nicht alleine.

Im Bereich der stationären Versorgung wurden im vergangenen Jahr 75.771 Patientinnen und Patienten im Johannes-Wesling-Klinikum Minden, dem Krankenhaus Lübbecke, dem Krankenhaus Bad Oeynhausen, dem Krankenhaus Rahden, der Auguste-Viktoria-Klinik sowie dem Medizinischen Zentrum für Seelische Gesundheit behandelt. Im Vorjahr waren es 75.572. Der Umsatz stieg von 382 Millionen Euro (2018) auf 405 Millionen Euro im Jahr 2019.

Personalaufwendungen stellen größte Position dar

Auf der Ausgabenseite stellen die Personalaufwendungen die größte Position dar. Im Vergleich zu dem Vorjahr stiegen die Lohnkosten um 19 Millionen Euro auf nun 254 Millionen Euro. Diese Kostensteigerung ist zum einen einer sehr erfolgreichen Fachkräfteoffensive der Mühlenkreiskliniken geschuldet und zum anderen den deutlichen Tarifsteigerungen. Bornemeier: „Trotz eines sehr schwierigen Arbeitsmarktumfelds konnten die Mühlenkreiskliniken im vergangenen Jahr 211 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen. Ende 2019 haben 5113 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Mühlenkreiskliniken gearbeitet. Das zeigt, dass wir in der Region als äußerst attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden.“

Die Kosten für Sachmittel stiegen ebenfalls um 3,2 Millionen Euro und betrugen 106 Millionen Euro. Insbesondere Arzneimittel und OP-Bedarf waren von deutlichen Mehraufwänden und Preissteigerungen betroffen. Das EBITDA – also das Jahresergebnis vor Steuern und Abschreibungen – beläuft sich auf 13,1 Millionen Euro und sank damit gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Millionen Euro.

Die Investitionen beliefen sich im Jahr 2019 auf 13,3 Millionen Euro in mehr als 300 Einzelprojekten. Die größten Summen wurden für langjährige Bauprojekte ausgegeben wie für den Umbau der Notaufnahme am Krankenhaus Lübbecke und die Vorbereitungen für den Bau eines Parkhauses am Johannes-Wesling-Klinikum. Weitere Investitionen wurden für den Austausch von medizinischen Geräten, die Erweiterung der Laborausstattung, OP-Schleusen, eine Lichtrufanlage sowie die Rettungstechnik und die Stromversorgung vorgenommen.

Neubau der Notaufnahme in Lübbecke

Fünf langfristige Ziele gibt es aber auch für das Jahr 2020 und darüber hinaus: Die Fortführung der begonnenen Investitionen in den Neubau der Notaufnahme in Lübbecke und in den Bau des Parkhauses in Minden, den Aufbau eines Zentrums für roboterassistierte Chirurgie am Krankenhaus Lübbecke, die Stabilisierung und Ausweitung des Leistungsangebots am Krankenhausstandort Rahden, die weitere Intensivierung des Forschungs- und Lehrbetriebs am Medizin Campus OWL sowie die Vorbereitungen für einen möglichen Krankenhausneubau in Bad Oeynhausen.

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