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Verkehrsunfallstatistik der Kreispolizei: mehr Verletzte, weniger junge Fahrer involviert

Unfallzahlen steigen weiter

Minden (WB). Licht und Schatten in der Verkehrsunfallstatistik des Jahres 2018 für den Mühlenkreis: Während die Zahl der Unfälle in der Kategorie der 18- bis 24-Jährigen zum dritten Mal in Folge zurückgegangen ist, stieg vor allem die Zahl der Unfälle mit Personenschaden.

Hans-Jürgen Amtage

Dieser Unfall in Blasheim ist in die Verkehrsunfallstatistik des Kreises für 2018 miteingegangen. Im September vergangenen Jahres wurden dabei die Fahrerinnen zweier Kleinwagen beim Zusammenstoß ihrer Autos auf der B 65 schwer verletzt. Foto: Kai Wessel

Die Polizei verzeichnete im vergangenen Jahr 113 Verkehrsunfälle mehr als 2017. Damit wuchs die Zahl auf 9487, wie der Chef der Kreispolizeibehörde, Landrat Ralf Niermann, der Abteilungsleiter Polizei Detlef Stüven und der Leiter des Verkehrsdienstes, Ullrich Hovemeyer, Mittwoch bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichtes 2018 im Mindener Kreishaus erklärten. Die Zunahme sei auf die Steigerung bei den Unfällen mit Personenschaden um 146 auf 1059 zurückzuführen. Dem gegenüber stehe eine geringfügige Reduzierung bei den Unglücken mit Sachschaden, die um 33 auf 8428 sanken.

Auch auf Landesebene stiegen die Verkehrsunfälle an. Waren es 2017 noch 653.442, standen am Ende des vergangenen Jahres 660.629 Unfälle in der Statistik.

Wieder mehr Unfälle

Die Gesamtzahl stieg im Mühlenkreis zum vierten Mal in Folge an. Bei der Betrachtung der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Fünf-Jahres-Vergleich zeigt sich, dass die Zahl um 7,6 Prozent und damit 75 Unfälle über dem Durchschnittswert von 984 liegt.

1343 Personen (plus 13,9 Prozent) verunglückten in 2018 im Minden-Lübbecker Land. Davon waren 1092 Leichtverletzte (plus 12 Prozent), 242 Schwerverletzte (plus 22,2 Prozent) und neun Getötete (plus 50 Prozent). Trotz des deutlichen Anstiegs der Todesfälle im Vergleich zu 2017 ist die Entwicklung im Langzeitvergleich positiv. So waren 2014 noch 17 Verkehrstote, ein Jahr später 16 und in 2016 sogar 21 tödlich verunglückte Personen zu beklagen. In der bis zum Jahr 1998 zurückgehenden Statistik ist der 2018-Wert der zweitniedrigste Stand. Die Ursachen für die Verkehrsunfälle mit Getöteten waren vor allem überhöhte Geschwindigkeit und Fehler bei den Fahrern.

Positive Entwicklung bei Fahranfängern

Positiv ist die Entwicklung der Unfälle bei den 18-bis 24-Jährigen. Hier ging die Zahl um vier auf 217 zurück, während in allen anderen Altersgruppen ein Anstieg zu verzeichnen ist. Die am stärksten betroffene Gruppe sind die Erwachsenen (25 bis 64 Jahre) mit 721 Verunglückten, gefolgt von Senioren (188), Kindern (128) und Jugendlichen (89).

Sorgen bereitet der Polizei die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Pedelecfahrern. Gab es in dieser Gruppe 2015 zehn Unfälle, weist die Statistik im vergangenen Jahr bereits 44 aus. Dabei gehen Landrat Ralf Niermann und der Leiter des Verkehrsdienstes, Ullrich Hovemeyer, von weiter steigenden Unfallzahlen aus. Dieses sei vor allem auf die zunehmende Verkehrsbeteiligung von Pedelecfahrern zurückzuführen. Verkauften die Fahrradhändler in Deutschland im Jahr 2014 310.000 Fahrräder mit Elektroantrieb, waren es 2017 bereits 720.000 Pedelecs.

Räder in teils desolatem Zustand

Besonders vor diesem Hintergrund bekomme das Thema Helmpflicht für Pedelecfahrer eine große Bedeutung, sagte Detlef Stüven. Der Dienststellenleiter und auch Hovemeyer bedauerten, dass der Verkehrsgerichtstag in Goslar sich noch nicht zu dem Vorschlag einer Helmpflicht habe durchringen können.

Stüven kündigte an, dass von April bis Dezember verstärkt Kontrollen im Radverkehr durchgeführt würden. Dabei stehe vor allem das Verhalten der Fahrradfahrer im fließenden Verkehr im Vordergrund. Aber auch die Kontrolle von Fahrrädern von Kindern und Jugendlichen, die teilweise in einem völlig desolaten Zustand seien, bleibe auf der Agenda.

»Rennstrecke« in Bad Oeynhausen

Auch die Autofahrer bleiben im Fokus der Polizei. Nach der Freigabe der Nordumgehung in Bad Oeynhausen wird die deutlich weniger befahrene Mindener Straße von einigen Fahrern als Rennstrecke betrachtet. »Hier wird verstärkt kontrolliert«, kündigte Ullrich Hovemeyer an. Kontrollen werde es zudem im größeren Maße auf der B 65 im Stadtgebiet von Lübbecke, auf der Isenstedter Straße in Espelkamp sowie auf der B482 in Porta Westfalica geben.

Für Polizeidirektor Detlef Stüven war es die letzte Statistik-Pressekonferenz seiner Dienstzeit. In Kürze wird der Dienststellenleiter in den Ruhestand gehen. Landrat Ralf Niermann dankte Stüven für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren.

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