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Karin Röthemeyer übernimmt Pfarrstelle Alswede - Gestringen – Jugendliche gestalten Geschichten von Jesus mit Pflanzschalen

Mit Bibel und Zollstock durch die Pandemie

Lübbecke-Alswede/...

Karin Röthemeyer ist in Alswede und Preußisch Oldendorf längst keine Unbekannte mehr. Denn seit etwas mehr als einem Jahr arbeitete sie dort in einer Verbundpfarrstelle. Seit dem 1. Mai hat die 56-Jährige Theologin die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Alswede inne, die zuvor von Pfarrer Klaus Dieter Obach besetzt war.

Pfarrerin Karin Röthemeyer (rechts) hat seit dem 1. Mai die Pfarrstelle in Alswede und Gestringen inne. Mit Jugendreferentin Ulrike Nebur-Schröder hat sie sich eine kreative Aktion mit Pflanzschalen für die Katechumenen ausgedacht. Foto:

Pfarrerin Karin Röthemeyer wurde am 25. März dieses Jahres einstimmig zur Nachfolgerin von Pfarrer Obach gewählt, wurde Vorsitzende im Presbyterium und hat die Pfarrstelle in Alswede und Gestringen Anfang Mai übernommen. „Ich bin schon ein gutes Jahr in Gestringen und Alswede. Seit dem 1. Februar 2020 hatte ich die Verbundpfarrstelle inne, die Alswede und Preußisch Oldendorf umfasste. „Das Kennenlernen der Menschen wurde kurz darauf durch Corona unterbrochen. Seitdem bin ich mit Bibel und Zollstock unterwegs“, sagt sie. „Erntedank konnte ich mit den Kindergärten in Fiestel und Gestringen feiern.“

Diese Pflanzschale ist gestaltet nach der Geschichte von Jesus und der Heilung der Gelähmten. Foto: Kirchenkreis Lübbecke

Ihr sei die Zusammenarbeit wichtig, sagt sie und zitiert das Bibelwort: „Es sind viele Gaben, aber ein Geist. Viele Glieder, ein Leib.“ Die Pfarrerin interpretiert das so: „Verschiedene Gaben machen nur zusammen das Gemeindeleben bunt. Ich versuche die Gaben zusammenzubringen.“ So freue sich die Gemeinde in diesem Jahr über die Kooperation mit dem AWO-Kindergarten, der rund um Pfingsten eine Dorfrallye veranstaltet. „Da sind wir dabei“, verspricht Röthemeyer. Gemeindeveranstaltungen seien derzeit nicht möglich, im Sommer und im Herbst aber höchstwahrscheinlich mit Abstand und Maske.

Karin Röthemeyer will Vertrauen schaffen und die Gemeindemitglieder über Generationen hinweg zusammenführen. Sie lud zum Beispiel gemeinsam mit Ulrike Nebur-Schröder, der Jugendreferentin der Region, die Katechumenen ein, um Geschichten von Jesus in Szene zu setzen. Der Clou: Alles musste in eine Pflanzschale passen.

Kontakt zur Jugend

Jugendreferentin Nebur-Schröder erklärt: „Wir fragten uns: Wie können wir mit den Katechumenen und Konfirmanden unter Coronabedingungen Kontakt aufnehmen?“ Die Jugendlichen bekamen einen Brief, es wurde viel telefoniert und schließlich erhielten die Katechumenen die Aufgabe, eine Geschichte mit Jesus darzustellen.

Das Material holten sie sich in den Gemeindehäusern Alswede und Gestringen ab und gestalteten damit die ausgewählte Geschichte in ihrer Pflanzschale. „Darüber hinaus sollten sie die Geschichte in die eigene Sprache übersetzen und schließlich sollten sie eine Frage stellen, die heute wichtig ist“, erläutert die Jugendreferentin. Pfarrerin Röthemeyer ergänzt: „Die Schalen wurden dann von uns in Empfang genommen und natürlich entsprechend gewürdigt.“

Ausstellung der Schalen

Viele Gemeindeglieder hätten sich diese Ausstellung bereits angeschaut und manche hätten sich sehr über die Kreativität der jungen Menschen gefreut. „Wir sind zwar mit Onlinegottesdiensten und vielen Telefonaten im Gespräch, sehnen uns aber danach, wieder mit den Menschen direkt in Kontakt zu kommen“, sagt Karin Röthemeyer. Nebur-Schröder sagt: „Die Jugendarbeit hat es etwas leichter. Sie darf mit bis zu 20 Jugendlichen draußen sein.“

Die Pfarrerin macht deutlich, dass es ihr wichtig ist, für jede Generation ein Angebot zu machen: „So bleibt die volkskirchliche Weite erhalten.“

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