1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kreis Minden-Lübbecke
  6. >
  7. Musik zum Zuhören und Mitsingen

  8. >

Posaunenchor Oberbauerschaft feiert 125-jähriges Bestehen mit Jubiläumsbläsergottesdienst

Musik zum Zuhören und Mitsingen

Hüllhorst-Oberbauerschaft

Der Posaunenchor Oberbauerschaft feiert in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum. Leider ist es in Zeiten der Corona-Pandemie schwierig, ein solches Jubiläum auch angemessen zu feiern.

Ein festliches Bläserkonzert im Advent 2019 hat der Posaunenchor Oberbauerschaft in der Christuskirche gegeben. Foto:

„Da in diesem Jahr leider kein Konzert geplant werden konnte, hat sich der Posaunenchor dazu entschieden, mehrere kleine Bläsermusiken an verschiedenen Plätzen in Oberbauerschaft unter freiem Himmel zu spielen und damit auf das Jubiläum hinzuweisen“, berichtet Heike Pries, Schriftführerin des Posaunenchores Oberbauerschaft. Dazu fanden sich Anfang Juli bei bestem Sommerwetter viele Zuhörer ein.

Glück mit dem Wetter haben die Mitglieder des Posaunenchores Oberbauerschaft wohl auch an diesem Wochenende. Denn an diesem Sonntag, 5. September, wird auf der Freilichtbühne Kahle-Wart um 10 Uhr ein Jubiläumsbläsergottesdienst gefeiert. Landesposaunenwart des Westfälischen Posaunenwerkes, Ulrich Dieckmann, wird dabei zu Gast sein. Es gelten die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen.

Das Jubiläum war auch Anlass, eine Chronik der vergangenen 125 Jahre zusammenzustellen. Gegründet im Jahr 1896 war es in dieser Zeit nur den Männern vorbehalten, im Posaunenchor zu spielen. „Und das vorwiegend auf Flügelhörnern“, berichtet Annette Ostermeier, Vorsitzende des Posaunenchores. Das hat sich inzwischen geändert. „Mit der Zeit hat sich der Posaunenchor immer weiterentwickelt. Die Blechblasinstrumente sind vielfältiger und die Musikstücke moderner geworden. Unser Chor verfügt über ein großes Repertoire von traditionell bis modern. Die Aktiven in unserem Posaunenchor erstrecken sich von Jung bis Alt sowie Frauen und Männer“, so Ostermeier weiter.

Pfarrerin Kristina Laabs schreibt in ihrem Grußwort in der Chronik: „Ihr habt in unserem Gemeindeleben viele segensreiche Spuren hinterlassen: im Gottesdienst, bei Altengeburtstagen, Ehejubiläen und Hochzeiten, bei Gemeindefesten. Wir sind stolz, einen Instrumentalchor von so herausragender Qualität zu haben. Es ist immer ein Genuss, Euch zuzuhören.“

Landesposaunenwart Ulrich Dieckmann äußert sich in einem Grußwort „Der Posaunenchor als generationsübergreifende Dienstgruppe in der Gemeinde lädt mit seiner Musik ein zum Zuhören, zum Mitsingen, zum Nachdenken. Bläsermusik begleitet Menschen in ihrem alltäglichen Leben und spricht sie direkt an.“ Vielen bedeute sie Trost, Stärkung und Erbauung in einer besonderen Art und Weise. „Oft erleben wir, dass wir durch unsere Klänge etwas mitteilen, was Worte nur begrenzt sagen können.“

Die Entwicklung der Posaunenchöre begann im Ravensberger Land, als sich im Jahr 1843 in der Gemeinde Jöllenbeck sechs junge Männer zum Posaunenblasen zusammenfanden. Im Jahr 1896, drei Jahre vor der Einweihung der Oberbauerschafter Kirche, fanden sich auch hier einige junge Männer zusammen und gründeten unter der Leitung des Lehrers Beisemann einen Posaunenchor. Zu den Männern der ersten Stunde gehörten: Heinrich Ostermeier, Karl Tödtmann, Heinrich Obermeier, Heinrich Bringewatt, Friedrich Tiemann, Friedrich Hohmeier, August Budde, Karl Lübbert, Kaspar Bröker, Heinrich Sundermeier, Wilhelm Meyer Nr. 4, Friedrich und Heinrich Busse. Im Jahr 1922 wurde der langjährige Oberbauerschafter Lehrer Friedrich Kößmeier mit der Leitung des Chores betraut. Er baute den Posaunenchor weiter auf und bildete junge Bläser aus. Unter ihnen auch der heute noch aktive Bläser Friedhelm Kottkamp, der selbst auf 75 Jahre Zugehörigkeit zum Posaunenchor zurückblicken kann.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kehrten einige der Bläser nicht zurück und es fehlte an Nachwuchs – der Fortbestand des Posaunenchores war in Gefahr. Im Jahr 1958 übernahm Pastor Kallenbach, der 1949 in die Gemeinde gekommen war, die Leitung des Chores. Selbst aktiver Bläser, bildete auch er wieder junge Bläser aus und sorgte so für eine gute Entwicklung des Chores. Im Jahr 1969 konnte Wilhelm Rullkötter als Chorleiter gewonnen werden. Er entdeckte sehr schnell seine Freude am Posaunenchor und dessen Weiterentwicklung und machte es sich zur Aufgabe, eine Vielzahl junger Menschen für den Chor auszubilden. Nach über 20 Jahren erfolgreicher Arbeit im Posaunenchor legte Wilhelm Rullkötter aus gesundheitlichen Gründen das Amt des Dirigenten in jüngere Hände.

Während des jährlich stattfindenden Wohltätigkeitskonzertes zugunsten der Spastikerhilfe Bad Oeynhausen in der Aula der Oberbauerschafter Grundschule im Jahr 1992 übernahm Dieter Lückemeier die Leitung des Chores. Am 6. Mai 2017 gab Dieter Lückemeier im Rahmen eines Bläsergottesdienstes in der Christuskirche den Dirigentenstab an Frank Kröger weiter, der seit 2012 Mitglied im Posaunenchor Oberbauerschaft ist. Noch heute ist er Chorleiter.

Eine gute Gemeinschaft im Posaunenchor wurde in all den Jahren entscheidend mitgeprägt durch die traditionellen Familienausflüge, bei denen die Angehörigen von Jung bis Alt mitfahren, und die Familiennachmittage mit den regelmäßigen Aufführungen von Theaterstücken des Heimatvereins Oberbauerschaft. Der Posaunenchor ist im Gemeindeleben fest verwurzelt, getragen von der Gemeinde und in guten Verbindungen mit vielen örtlichen Vereinen. Im Jubiläumsjahr 2021 gehören 26 aktive Mitglieder zum Posaunenchor Oberbauernschaft.

Startseite