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Widersprüchliche Zeugenaussagen vor dem Schöffengericht Herford

Nach Messerstecherei in Bad Oeynhausen: Verfahren gegen drei Angeklagte eingestellt

Bad Oeynhausen

Viel Aufregung  Ende Oktober 2020 in der Bad Oeynhausener Innenstadt: Nach einer Messerstecherei  durchsuchten Spezialeinsatzkräfte der Polizei eine Gaststätte. Drei Männer waren tatverdächtig und standen am Freitag wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Der Prozess in Herford endete überraschend mit der Einstellung der Verfahren.

Von Andrea Berning

Groß war die Aufregung in der Bad Oeynhausener Innenstadt, als nach einer Messerstecherei am Morgen des 26. Oktober 2020 Spezialeinsatzkräfte der Polizei das „New Orleans“ durchsuchten. Es wurde ein weiterer Tatbeteiligter im Restaurant vermutet, aber nicht aufgefunden. Foto: Christian Müller

Kurz nach 15 Uhr, nach sechs Verhandlungsstunden, acht Zeugenaussagen und nur zwei kurzen Pausen nahm Richterin Alea Blöbaum die Bitte der drei Verteidiger um ein Rechtsgespräch auf.

Eine halbe Stunde später stand fest: Die Messerstecherei, zu der es Ende Oktober 2020 in der Innenstadt von Bad Oeynhausen kam, wird niemals ganz aufgeklärt werden. Die Verfahren gegen die drei Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung (und  Verstoßes gegen das Waffengesetz) werden vorläufig eingestellt.

Der 57-jährige Hauptangeklagte muss eine Geldbuße in Höhe von 5000 Euro zahlen, sein 30-jähriger Sohn 300 Euro. Einem weiteren  angeklagten Albaner (31) mit Wohnsitz in Bad Oeynhausen wurde eine Geldbuße in Höhe von 1500 Euro auferlegt. Zu diesem Zeitpunkt warteten noch sieben weitere Zeugen vor der Tür zum Verhandlungssaal, aber sie hatten laut ihren Polizeiaussagen nichts davon mitbekommen, wie es zu der Tat gekommen war, sondern nur den späteren Verlauf beobachtet.

Daher zeigte sich die Richterin in ihrer Begründung der Entscheidung sicher: „Der wahre Grund für diesen Streit ist uns bisher völlig verschlossen geblieben und wohl nicht aufklärbar.“ Sie sprach von „zum größten Teil gelogenen Zeugenaussagen“ und kündigte an, die Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft nach Paragraf 153a der Strafprozessordnung vorläufig einstellen zu wollen.

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