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Unglück in der Nähe des Kaiser-Wilhelm-Denkmals - Höhenretter im Einsatz

Mann an Klippe im Wiehengebirge abgestürzt

Porta Westfalica

Ein älterer Mann ist am Donnerstagnachmittag im Wiehengebirge an einer Steilklippe 20 Meter tief abgestürzt und schwer verletzt worden. Für die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica und die Höhenrettungstruppe Espelkamp war es ein Einsatz unter schwersten Bedingungen. 

Die Höhenretter aus Espelkamp waren am Donnerstag im Einsatz, um einen abgestürzten Mann an einer Steilklippe im Wiehengebirge bei Porta Westfalica zu retten. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst

Wie die Feuerwehr mitteilte, war der Mann an der Steilklippe im Wiehengebirge zwischen Kaiser-Wilhelm-Denkmal und Sendemast etwa 20 Meter abgestürzt und hatte dabei schwerste Verletzungen erlitten. Alarmiert wurden die Retter um 16.49 Uhr. Der Polizei zufolge handelt es sich bei dem Mann um einen 67-Jährigen aus Porta Westfalica.

Smartwatch setzt Notruf ab

Die Smartwatch des Verunglückten hatte den Absturz registriert und einen Notruf an eine Haus-Notruf-Zentrale abgesetzt. Diese informierte die Kreisleitstelle, welche die Rettungskräfte alarmierte. Zunächst war nur bekannt, dass eine Person im Wiehengebirge vermisst wurde“, berichtet die Feuerwehr.  Der genaue Unfallort und -hergang sowie die Verletzungen seien bei Alarmierung unbekannt gewesen. Auch am Freitagmorgen war bei der Polizei noch keine Schilderung der genauen Umstände zu erhalten. So blieb zunächst zum Beispiel unklar, ob der Mann im Wald Sport betrieben hat und ob er auf offiziellen Wegen unterwegs war.

Die Feuerwehr suchte den Wittekindsweg ab, ein Polizeihubschrauber und Einheiten mit Wärmebilddrohnen wurden alarmiert. „Die Einsatzkräfte konnte die Person unterhalb einer Steilklippe ausmachen, Drohnen kamen nicht mehr zum Einsatz. Der Polizeihubschrauber leuchtete die Einsatzstelle aus.“

Spezialisten aus Espelkamp seilen den Verletzten ab

Der Mann habe in schwierigen Gelände zwischen Wittekindsweg und Felsenweg gelegen – ohne Abseilen von oben sei er nicht erreichbar gewesen. „Feuerwehr, Rettungsdienst und Notarzt arbeiteten sich vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal über den Felsenweg zur verunfallten Person vor. Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Espelkamp wurde alarmiert.“

Am Wittekindsweg hatten die Retter die nötige Ausrüstung aufgebaut, um einen Höhenretter mit Schleifkorbtrage zum Verletzten abzuseilen. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst

Der Verunglückte sei erheblich verletzt und nicht mehr ansprechbar gewesen. Er wurde medizinisch vor Ort versorgt. „Ein Transport per Trage zu Fuß war nicht möglich, aufgrund der Lage im Wald konnte auch kein Hubschrauber eingesetzt werden. Die Höhenretter der Feuerwehr Espelkamp bauten an der Unfallstelle am Wittekindsweg die notwendige Ausrüstung zum Abseilen auf. Ein Höhenretter seilte sich mit einer Schleifkorbtrage zur Absturzstelle ab. Die verletzte Person wurde in der Schleifkorbtrage unter Begleitung des Höhenretters die Steilklippe hinaufgezogen, dies geschah mit vereinten Kräften von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst“, berichtet die Feuerwehr.

Gegen 19.30 Uhr befand sich der Schwerstverletzte wieder auf dem Wittekindsweg. Ein weiterer Notarzt übernahm die Versorgung. Der Verletzte wurde ins Johannes-Wesling-Klinikum nach Minden transportiert.

Dunkelheit, umgestürzte Bäume und nasser, rutschiger Untergrund

Der Einsatz fand für die Retter unter schweren Bedingungen statt: Es hatte den ganzen Tag geregnet, der Waldboden war rutschig und mit Laub bedeckt. „An der Unfallstelle führt ein Pfad entlang der Klippen, Absperrungen oder Geländer gibt es an dieser Stelle nicht. In der Dunkelheit sind Rinnen im Gestein nur sehr schwer auszumachen, die Einsatzstelle musste ausgeleuchtet werden, am Klippenrand konnten nur angeseilte Einsatzkräfte arbeiten. Sämtliches Material musste manuell oder über Seile zur Absturzstelle befördert werden. Eine Zufahrt mit Großfahrzeugen in die Nähe der Unfallstelle war nicht möglich, Rettungsdienst und Höhenretter nutzten einen Wirtschaftsweg bis zum Sendemasten. Der Wittekindsweg ist zwischen Sendemast und Moltketurm durch frisch umgestürzte Bäume versperrt“, zählt die Feuerwehr in ihrer Bilanz auf. Beendet war der Einsatz gegen 20.45 Uhr.

Bundesweit kommt es immer wieder zu Unfällen in steilem Gelände. Hier Aufnahmen von einem anderen Vorfall:

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