1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Porta Westfalica
  6. >
  7. Kinder-Aktionsfläche am Kaiser eröffnet

  8. >

Spielend Geschichte begreifen am Denkmal in Porta Westfalica – NRW-Stiftung gibt Zuwendung von 380.000 Euro

Kinder-Aktionsfläche am Kaiser eröffnet

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica

Am Kaiser-Wilhelm-Denkmal sind die Baumaßnahmen zur barrierefreien Erschließung und kindgerechten Gestaltung abgeschlossen. Das Gelände ist nun um sogenannte niedrigschwellige Informationsangebote und eine Kinderaktionsfläche ergänzt. Beim Spielen und Graben können sich Kinder mit dem Thema Denkmal, dem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzen.

Kinder der Eine-Welt-Schule in Minden dürfen als erste die Grabungsflächen auf der Kinderaktionsfläche ausprobieren. Foto: LWL/Lehn

„Das Konzept hinter der Sanierung des Areals war von Beginn an, das Denkmal in seiner Form und Funktion historisch einzuordnen und darüber hinaus die ganze Geschichte des Wittekindsberges zu beleuchten: von den alten Römern über den Pomp des Deutschen Kaiserreiches bis zum Elend der Zwangsarbeiter im Zweiten Weltkrieg“, sagte Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Offizielle Freigabe der Kinderaktionsfläche (von links): Karl Erich Schmeding, erster stellvertretender Bürgermeister der Stadt Porta Westfalica, Matthias Löb, Direktor des LWL, Karl-Heinz Wille, Schatzmeister und Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals, Eva Irrgang, Aufsichtsratsvorsitzende, Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, LWL-Kulturdezernentin, und Klaus Baumann, Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung. Foto: LWL/Lehn

Um die 200.000 Besucher jährlich zeigten, dass ein guter Weg beschritten werde. Die abgeschlossenen Maßnahmen seien wichtige Bausteine, um den Standort noch attraktiver zu machen. Matthias Löb: „Dass wir dabei zentral dem Inklusionsgedanken verpflichtet sind, ist für den LWL eine Selbstverständlichkeit.“ Der LWL betreibt das Besucherzentrum am Denkmal, das der LWL-Tochter WLV gehört.

Die inklusive Ausrichtung war für die NRW-Stiftung ein ausschlaggebender Aspekt für die Entscheidung zur Förderung der Maßnahmen. Sie hat die Gestaltung nach Entwürfen des Iserlohner Büros Bimberg Landschaftsarchitekten mit einer Zuwendung von 380.000 Euro an den Verein zur Förderung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals unterstützt.

Touristisch aufgewertet

„Maßstab für die Förderung von Projekten durch die NRW-Stiftung ist die Bedeutung für die Schönheit, die Vielfalt und die Geschichte des Landes und das Heimatgefühl und das Landesbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen. Dass es sich bei den Maßnahmen für das Kaiser-Wilhelm-Denkmal um eine erhebliche touristische Inwertsetzung des Ortes handelt, die explizit unter dem Gesichtspunkt der barrierefreien Zugänglichkeit für alle Menschen umgesetzt werden soll, hat uns sofort überzeugt“, sagte Eckhard Uhlenberg, Präsident der NRW-Stiftung.

Infostationen an Plattformen entlang des Weges zur Ringterrasse sollen eine „inhaltliche Infrastruktur“ für die Besucherinnen und Besucher schaffen. Die Infostationen sind für Rollstühle unterfahrbar und bieten Informationen dazu, was ein Denkmal eigentlich ist, welche verschiedenen Formen es gibt und wofür Denkmäler überhaupt gebraucht werden.

Die leicht verständlichen Texte sind ergänzend für blinde und sehbehinderte Menschen in Brailleschrift angebracht. Zusätzlich gibt es Bildinformationen und Tastreliefs zum Sehen, Fühlen und Begreifen. Ein Tastmodell des Kaiser-Wilhelm-Denkmals aus Bronze ist noch in Arbeit. Es soll auf der sanierten Ringterrasse seinen Platz finden.

Ein wichtiges Ausflugsziel in der Region: das Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Foto: Oliver Schwabe

Es darf gebuddelt werden

Hinter dem Denkmal befindet sich die neue Kinderaktionsfläche, die das Thema „Denkmal“ durch verschiedene Bewegungs- und Lernangebote aufgreift. Auf rund 600 Quadratmetern befinden sich hier neben einer kaiserzeitlichen Baustelle eine paläontologische sowie eine archäologische Grabungsstelle.

„Kinder können nach den im Boden verborgenen Fundstücken wie zum Beispiel Römerhelmen und Dinosaurierknochen graben. Dies greift reale Funde aus der nahen Umgebung auf“, erläuterte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Für das niedrigschwellige Konzept hätten unterschiedliche LWL-Kulturinstitutionen ihre Expertise gebündelt und ein zeitgemäßes Angebot zur Kultur- und Geschichtsvermittlung entwickelt – so wissenschaftlich wie nötig, so spielerisch wie möglich. So werde das kulturhistorisch höchst interessante Denkmal und sein ganzes Areal zu einem Lernort für die ganze Familie.

„Auch uns ist es ein großes Anliegen, das Denkmal als Geschichtsort nicht nur baulich zu erhalten, sondern auch zum Nachdenken darüber anzuregen, wofür es steht, und sich mit seiner historischen Dimension auseinanderzusetzen. Dass es nun ein Angebot gibt, mit dem sich bereits die Kleinsten spielerisch diesen Themen annähern können, freut uns ganz besonders“, ergänzte Karl-Heinz Wille, Schatzmeister und Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Identifikation mit der Heimat

„Für die Stadt und die umliegende Region hat das Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Wittekindsberg als weithin sichtbare Landmarke eine große Bedeutung. Es stellt nicht nur eine touristische Attraktion dar, sondern trägt stark zur Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat bei“, betonte Karl Erich Schmeding, erster stellvertretender Bürgermeister der Stadt Porta Westfalica. Die neuen Angebote böten eine erhöhte Aufenthaltsqualität – gerade für Familien. Für Groß und Klein gebe es vielfältige Möglichkeiten, das Denkmal und den Berg zu „ihrem“ Heimat- und Freizeitraum zu machen.

Startseite
ANZEIGE