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Verein zur Erhaltung der Burgruine Limberg bilanziert das Corona-Jahr 2020

18 Brautpaare und ein Filmdreh

Preußisch Oldendo...

Aufgrund der besonderen Situation rund um die Corona-Pandemie hat der Verein zur Erhaltung der Burgruine Limberg auf eine Jahreshauptversammlung 2020 verzichtet. Stattdessen informierte der Vorstand die Mitglieder schriftlich über die Ereignisse des vergangenen Jahres.

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Der Limbergverein hat sich dem Erhalt und der Entwicklung der Burgruine auf dem Limberg verschrieben. Der Verein hat wegen der Corona-Regeln auf eine Jahreshauptversammlung als Präsenzveranstaltung verzichtet. Der Vorstand legte aber dennoch Jahresberichte und Kassenberichte vor. Foto: Martin Nobbe

Der Verein verzeichnet keine Austritte aber mit Janine Roch (Espelkamp), Dr. Ernst-Günther von Rundstedt (Preußisch Oldendorf-Bad Holzhausen) und Georg Droste (Preußisch Oldendorf-Bad Holzhausen) drei Neuzugänge und zählt jetzt 72 Mitglieder.

Vom Limbergbuch, das 2007 mit einer Auflage von 1300 Exemplaren erschien, wurden seitdem insgesamt 893 Bücher verkauft. Dadurch konnte der Limbergverein insgesamt mehr als 13.000 Euro Überschuss erzielen. Etwa 200 Bücher stehen noch zum Verkauf oder zur Aushändigung an die Brautpaare bei den standesamtlichen Trauungen im Limbergturm zur Verfügung.

18 Trauungen

Allerdings wurden aufgrund der Pandemie fünf in der Burgruine angemeldete Trauungen ins Rathaus verlegt und eine auf 2021 verschoben. Insgesamt erfreuten sich die Trauungen im Turmgebäude aber auch 2020 weiterhin großer Beliebtheit. Nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Bürgermeister Marko Steiner und dem stellvertretenden Vorsitzenden Christian Streich gab es insgesamt mit 18 Trauungen sogar eine mehr als 2019. Am beliebtesten war der Monat Juli mit 7 Trauungen, im Juni gab es dagegen keine einzige Trauung im Turmgebäude. Wegen der Pandemie seien 2020 zahlreiche Brautpaare auf das Haus des Gastes in Bad Holzhausen ausgewichen.

Für Trauungen werden vom Verein Spenden in Höhe von 100 Euro erbeten. Abzüglich der Aufwendungen für die Betreuungskraft (18 mal 35 Euro) verblieben für den Limbergverein 1170 Euro. Die Brautpaare kamen auch 2020 überwiegend aus dem heimischen Raum, aber auch aus dem Raum Hannover. Seit 2009 sind 205 Paare im Turmgebäude getraut worden – einmal sogar im mittelalterlichen Gewand.

Der „Tag des offenen Denkmals“ im September, für den Dieter Besserer bereits Führungen zugesagt hatte, wurde bundesweit coronabedingt abgesagt.

Realisiert wurde aber im Juli eine naturkundlich-historische Führung auf dem Limberg mit Astrid Schmittendorf aus Melle im Auftrag des Unesco-Geoparks Terra.vita. Eine Wiederholung der Aktion ist für den 18. April dieses Jahres vorgesehen.

Filmaufnahmen

Der Verein berichtet darüber hinaus von Filmaufnahmen zu einem mittelalterlichen Spielfilm im Limbergturm. Der amerikanische Regisseur und Schauspieler Joshua Clay aus Osnabrück hatte deswegen schon im April 2019 Kontakt zur Geschäftsführung aufgenommen. Für April 2020 geplant, konnten die Szenen infolge von Corona erst am 23. und 24. August gedreht werden. Christian Streich war zeitweise mit vor Ort. „Joshua Clay und sein Team zeigten sich von der Turmkulisse begeistert“, berichtet er. Der Plan, den Film über soziale Medien bis Ende des Jahres zugänglich zu machen, verzögert sich ebenfalls wegen Corona.

Die neunte Fahne

Der Stadtbauhof übernimmt aus Sicherheitsgründen das Aufhängen der Fahne auf dem Turm nicht mehr selbst. 2020 übernahm Klaus Tellbüscher, der Bauleiter des Limbergvereins, das Aufhängen und die Abnahme der Fahne, so dass dafür keine Kosten mehr zu tragen waren. Weil die Fahne jedoch völlig verschlissen war, wurde nach vier Jahren die Anschaffung einer neuen Hiss-Flagge für etwas mehr als 300 Euro erforderlich. Es ist nun die neunte Fahne.

Die Geschäftsstelle erreichte Mitte 2020 die Anfrage eines Fotografen, der die Burganlage unter anderem mit einer Drohne fotografieren und die Aufnahmen auf einer Internetseite mit Ausflugszielen in Deutschland veröffentlichen wollte. Er erhielt die Erlaubnis, nur die Aufnahmen mit der Drohne mussten untersagt werden. Sie sind in Naturschutzgebieten grundsätzlich nicht zulässig.

Finanzielles

Wie der Vorstand berichtet, hat der Verein seit Gründung insgesamt etwas mehr als 300.000 Euro für Maßnahmen aufgewendet, wovon er etwa 112.ooo Euro selbst getragen hat. Hinzu kommen die vielen freiwilligen Leistungen (Arbeitseinsätze). Die Kosten für die Herausgabe des Limbergbuches sowie des Festaktes „25 Jahre Limbergverein“ sind darin nicht enthalten.

Einmal mehr berichtete der Limbergverein über die Untersuchung der Schwedenschanze, mit der er sich auf Anregung von Joachim Carls seit 2012 befasst. Wie diese Zeitung berichtete, werden von dem Abschlussbericht, den Dr. Ellger bereits in der Hauptversammlung 2019 ankündigte, keine neuen Erkenntnisse zu erwarten sein. Wenn er vorliegt, sollen die Ergebnisse in der nächsten Mitgliederversammlung bekanntgegeben werden.

Die Kassenprüfer Rainer Höke und Klaus Brinkmeyer bescheinigten der Schatzmeisterin Christina Wendland eine einwandfreie Kassenführung. Sofern diesem Bericht nicht mehrheitlich widersprochen wird, wird dieses als Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2020 gewertet. Nach entsprechenden Absprachen sind sich die Vorstandsmitglieder des Limbergvereins einig, dass auch die beiden Kassenprüfer aufgrund der derzeitigen besonderen Situation ihren „status quo“ für das Jahr 2021 behalten und die Vereinskasse in gleicher Funktion für das Jahr 2021 prüfen.

Runder Geburtstag 2022

2022 steht dem Verein ein runder Geburtstag ins Haus. Wie sowohl im Vorstand als auch bei der Mitgliederversammlung im Dezember 2019 beraten, schmiedet der Limbergverein in diesem Jahr bereits Pläne, wie ein Fest für das 40-jährige Bestehen gefeiert werden soll. Wegen der derzeitigen Situation müsse die weitere Planung verschoben werden. Der Vorstand werde sich jedoch schnellstens wieder damit befassen.

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