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Erstes Vorspiel der Musikschule Preußisch Oldendorf in Corona-Zeiten

„Abgesprungen ist uns niemand“

Preußisch Oldendorf (WB). Schon ganz am Anfang hat Anja Vehling betont: Das war das erste Vorspiel der Preußisch Oldendorfer Musikschule im ganzen Jahr. Eine lange Zeit, in der Schüler unterschiedlichster Altersstufen darauf warten mussten, ihr Können zu präsentieren – und intensiv an ihren Stücken geprobt haben.

Joscha Westerkamp

Die Gitarrengruppe der Musikschule Preußisch Oldendorf spielte Stücke aus aller Welt: (von links) Daniel Olfert, Fiona Frewert, Lotta Kammann und Marleen Wlecke. Foto: Joscha Westerkamp

Wie sehr das Verlangen nach einem Vorspiel gewesen sein muss, merkte man schon an der Anzahl der Schüler, die teilnahmen: Insgesamt 17 Musiker waren in der St.-Dionysius-Kirche zu hören. Den Anfang wagte Tim Derksen, ein noch junger Pianist, der zusammen mit seinem Lehrer Matthias Menzel „Fuchs, du hast die Ganz gestohlen“ und „Swanee River“ spielte. Als zweite Klavierspielerin trat Celina Stach im Solo auf. Sie spielte auf sehr sicherere Weise „Wasserspiele“ (von Valenthin Engel).

Das Taktgefühl stimmt

Es folgten drei Stücke ähnlicher Kategorie: „Hänsel und Gretel“ sowie „Hänschen klein“, gespielt von Jolanda Blomenkamp auf dem Saxofon mit Lehrerin Anja Vehling, und „Wiegende Wellen“ von Nathan Olfert auf der Geige zusammen mit Lehrerin Karina Penner am Klavier. Mit Dreistimmigkeit begeisterte ein Flötentrio aus erwachsenen Schülern. Ihr Stück: das israelische Lied „Shalom chaverim“. Darauffolgend kam ein Menuett von Andrea Holzer-Rhomberg, gespielt von Naemi Penner (Geige) und Lehrerin Karina Penner (Klavier), das unter anderem durch hohes Taktgefühl der Schülerin überzeugte.

Die nächsten Schüler nahmen die Zuhörer mit auf eine kleine musikalische Weltreise. Eine Gitarrengruppe, bestehend aus Lotta Kammann, Fiona Frewert, Marleen Wlecke und Daniel Olfert, spielte typische Stücke aus ganz verschiedenen Ländern. Manche Stücke spielten sie mehrstimmig zusammen, andere alleine in leichter Begleitung von Lehrerin Johanna Hespe. Eine kleine Unterbrechung in die Gitarrenklänge setzten Mila Neufeld am Klavier und Amelie Ehrlich mit der Geige. Mila zeigte solistisch gleich drei kurze Stücke: „Auf dem Kahn“, „Der kleine Indianer“ und „Das Echo“ (alle von Anna Terzibatschitsch); Amelie spielte das Rondo „Allegro non troppo“ von Jacques Fereol Mazas im Duo mit Lehrerin Karina Penner.

Den Abschluss setzten drei Schüler, die alle schon seit mehreren Jahren Unterricht haben; beginnend mit Erik Müller, dem einzigen Klarinettisten an der Musikschule. Er spielte mit Lehrerin Anja Vehling (ebenfalls Klarinette) den „Alten Tanz“ von Rudolf Mauz. Ihm folgten im Geigen-Duo Tobias Winkelhaus mit Lehrerin Karina Penner, die das „Allegro maestoso“ von Jacques Fereol Mazas spielten. Als letzter präsentierte Tobias Derksen eines der wohl bekanntesten Stücke des Abends: Beethovens „Für Elise“. Alle drei zeigten ihre Stücke fehlerfrei.

Proben unter strengen Vorgaben

Besonders positiv ins Ohr fielen bei allen Schülern Rhythmussicherheit und gutes Zusammenspiel, das zusammen mit dem abwechslungsreichen Programm für einen schönen Abend sorgte. Auch Musikschulleiterin Anja Vehling war begeistert. Dabei sei es während der Corona-Zeit nicht immer einfach gewesen. „Im März war erstmal Schluss. Ab Mai gab es dann wieder Anfänge mit Einzelunterricht“, so Vehling, „ab Juni durften kleine Gruppen wie der Musikgarten und die musikalische Früherziehung wieder stattfinden. Aber alles nur unter strengen Vorgaben.“ In der Zwischenzeit von März bis Mai habe man auch mal ausprobiert, Unterricht online per Videochat stattfinden zu lassen – die Erfolge sein „sehr unterschiedlich“ gewesen. Anja Vehling: „Das war immer abhängig von Internet-Anbindung und Instrument. Bei ganz jungen Schülern ging das noch nicht.“ Bei anderen hingegen habe es gut geklappt. Und das wichtigste, was sie stolz sagen könne: „Wegen Corona abgesprungen ist uns niemand.“

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