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Rat beschließt, Förderantrag für Standort am Offelter Weg zu stellen

Allwetterplatz soll kommen

Die Stadt Preußisch Oldendorf wird für den Neubau eines Kunstrasenplatzes am Offelter Weg einen Förderantrag stellen. Der Rat schloss sich damit in seiner jüngsten Sitzung der

Arndt Hoppe

Die Stadt Preußisch Oldendorf wird einen Förderantrag für einen Kunstrasenplatz am Offelter Weg stellen. Foto: picture alliance / dpa

Wie berichtet hatte sich dieser dafür ausgesprochen, für den sanierungsbedürftigen Sportplatz in Bad Holzhausen keine Förderantrag zu stellen, um die Chancen auf Aufnahme des Platzes am Offelter Weg in die Sportstättenförderung NRW 2021 zu erhöhen.

Doch im Rat gab es durchaus noch Diskussionsbedarf. So erklärte Martin Schiegnitz (Grüne), dass ein Kunstrasenplatz von der Mehrheit seiner Fraktion aufgrund der Belastung der Umwelt durch Mikroplastik abgelehnt werde. Diese würden gegebenenfalls die Gewässer belasten. Es brauche eine Filteranlage für das abfließende Wasser. Ein „riesiges Fragezeichen“ gebe es auch, weil bei großer Hitze stark gewässert werden müsse. Kunstrasen sei „ökologischer Wahnsinn“. Zudem sei es den Grünen wichtig, dass der Platz nach Möglichkeit auch von der Allgemeinheit genutzt werden könne. „Ähnlich wie an der Pestalozzistraße“, sagte Schiegnitz. Zudem würde aus Sicht der Grünen auch ein kleinerer Trainingsplatz ausreichen. „Wir nehmen der Sekundarschule den Schulhof weg.“

Zugangskontrolle

Auch Janina Huth (FWG) sagte, dass ihre Fraktion für Naturrasen sei, weil es offene Fragen wegen möglicherweise notwendiger Sanierung oder Entsorgungskosten gebe. Auch die FWG finde, dass die Größe diskutabel sei.

Bürgermeister Marko Steiner machte deutlich, dass eine Mitnutzung des Platzes durch die Schule ein wichtiges Argument im Förderantrag sei. „Eine komplett unbeaufsichtigte öffentliche Nutzung kommt aber nicht in Frage.“ Es müsse eine Zugangskontrolle gewährleistet sein. „Ohne Beaufsichtigung habe ich große Sorge um die Haltbarkeit des Sportplatzes“, sagte er. Der Kunstrasenplatz biete aber aufgrund der größeren Belastbarkeit durchaus Möglichkeiten.

Bernd Lömker (UEB) sagte, dass im Ausschuss die Frage ob Kunst- oder Naturrasen eindeutig entschieden worden sei. „Alle drei Vereine sagen, sie brauchen einen Allwetterplatz.“ Er verwies auf den Bericht des Gutachters, nach dem nicht nur die Folgekosten bei Kunstrasen geringer seien, sondern dieser sogar in der Ökobilanz besser sei als ein Naturrasenplatz. Hinzu kämen die erheblich höheren Nutzungszeiten (2000 Stunden pro Jahr bei Kunstrasen gegenüber 700 Stunden bei Naturrasen, Anm. der Redaktion). Lömkers Fazit: „Wir brauchen einfach einen Allwetterplatz.“

Frist bis 15. Januar

Bettina Gubkov (SPD) wollte wissen, was mit dem Platz in Bad Holzhausen passiere, wenn kein Förderantrag gestellt werde. Steiner entgegnete: „Das war bisher nicht unser Auftrag.“ Der Ausschuss habe bislang nur klar gemacht, dass auch dort „etwas passieren“ müsse. „Es wurde noch nicht konkretisiert.“ Der SuS Holzhausen sei aber seines Wissens der einzige Verein, der keine Bewässerungsanlage habe, was für viel manuelle Arbeit sorge.

Wilfried Niemeyer (CDU), es sei wichtig, einen Beschluss zu fassen: „Der Förderantrag muss bis zum 15. Januar gestellt werden.“

Schlussendlich stimmte der Rat mit großer Mehrheit dafür, den Förderantrag für einen Kunstrasenplatz am Offelter Weg zu stellen. An diesem Standort soll der Hauptplatz für den überkreislichen Spielbetrieb und Trainingsplatz mit den Maßen 100 mal 64 Meter geplant werden. Die finanziellen Mittel sind entsprechend der Kostenschätzung im Haushalt 2021 bereitzustellen. Die vom Gutachter geschätzten Kosten liegen bei 1,3 Millionen Euro.

Kommentar

Der Förderantrag kommt und Mittel werden in den Haushalt eingestellt. Damit zeigt die Politik, dass der Allwetterplatz endlich kommen soll. Auch wenn die Förderung ausbleibt, soll „etwas passieren“ – nicht nur am Offelter Weg, sondern auch beim SuS. Mit Kosten von 1,3 Million Euro für einen Sportplatz dürfte wohl kaum jemand gerechnet haben. Aber das Beispiel des Dorfzentrums Lashorst zeigt: Zu niedrig angesetzte Kostenschätzungen sorgen ebenfalls für Unmut. Und: Hier hat die Stadt ein weiteres Millionenprojekt zu stemmen. Arndt Hoppe

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