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Kandidaten stellen sich vor beim Info-Abend zur Kommunalwahl in Preußisch Oldendorf

Auf Augenhöhe mit den Bürgern

Preußisch Oldendorf (WB). Eine unerwartet hohe Resonanz erfuhr der Informationsabend zur Kommunalwahl am Donnerstagabend im Lindenhof in Büscherheide. Organisator Uwe Böttcher vom Verein „Wir im Eggetal“ zeigte sich angenehm überrascht über den mit über 80 Personen gut gefüllten Saal.

Peter Götz

Amtsinhaber Marko Steiner (von links), Marvin Schrodke und Mike Schwarz werden als Bürgermeisterkandidaten zur Wahl stehen. Foto: Peter Götz

Als Kandidaten waren anwesend: Bürgermeister Marko Steiner (parteilos), Marvin Schrodke (SPD), Mike Schwarz (parteilos), Martin Rose (Grüne), Jürgen Bar­thelheim (CDU), Maik Busche (CDU), Siegfried Heibrock (FDP), Pierre Arndt (FDP), Claudia Meier (FW), Ute Gerlach (FW), Berd Wernike (SFP), Bernhard Henke (SFP), Marco Henke (SPD), Michael Schlüter (UEB) und Holger Petersmann (UEB).

Die 15 anwesenden Kandidaten hatten, beginnend mit den drei Bewerbern für das Bürgermeisteramt, je drei Minuten Zeit für eine Vorstellung ihrer Person, ihrer persönlichen Visionen und politischen Ziele. Im Großen und Ganzen unterschieden sich die Statements hinsichtlich der politischen Ziele nicht wesentlich voneinander, so die Meinung vieler Zuhörer.

Wie sollen Steuersenkungen finanziert werden?

Gemeinsamer Konsens über die Parteigrenzen hinweg ist, das angestrebte Amt nicht als „Politiker“ auszuüben, sondern als Bürger für die Mitbürger tätig zu werden, um dem politischen Handwerk wieder Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die Stärkung des Ehrenamts, der Wirtschaft und des sozialen Zusammenlebens steht gleichermaßen in den Konzepten wie eine Förderung der dörflichen Vereine, der Infrastruktur, des Tourismus und der Bildungsmöglichkeiten.

Das seien Themen, die nicht nur in Börninghausen oder dem Eggetal relevant seien, sondern ganz Preußisch Oldendorf betreffen, wie Uwe Böttcher in der anschließenden Fragestunde feststellte. Mit dem schärfsten Profil präsentierten sich Marvin Schrodke und Marco Henke (48) von der SPD, die beide eine spürbare Steuersenkung forderten. „In Preußisch Oldendorf zahlen die Bürger durchschnittlich mit allen Kosten 2167 Euro, damit liegen wir in Ostwestfalen am höchsten“, erläuterte Henke. Marvin Schrodke (24) schlug in dieselbe Kerbe: „Für mich gehört dazu, wenn Bürger hohe Steuern zahlen, dass dann eine Gegenleistung der Stadt kommt. Dazu gehört für mich die Reinigung der Gehwege.“ Für diese Feststellung handelte sich Schrodke aus dem Publikum nicht nur Beifall, sondern auch Kritik ein.

„Sie haben gefordert, wir sollten die Gastronomie unterstützen, sollten denen die Mieten erlassen, sollen Start-Up-Unternehmen unterstützen; das ist ja alles wünschenswert, auf der anderen Seite fordern Sie aber Steuersenkungen, wie wollen Sie das alles finanzieren?“ fragte ein Zuhörer.

Steiner: „Nicht von der Substanz leben“

Weitere Fragen der Gäste betrafen den Ausbau des Sportplatzes, den Busbahnhof, den bemitleidenswerten Zustand einzelner Straßenabschnitte, den Erhalt von Kindergärten und Schulen, die Einkaufssituation älterer Menschen und nicht zuletzt die gefühlten Widrigkeiten für junge Familien im Bieterverfahren um Baugrundstücke. Das sind alles Fragen, die erfahrungsgemäß nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre erschöpfend geklärt werden können.

So mancher Zuhörer verließ die Veranstaltung mit der Hoffnung, dass sich tatsächlich ein durchführbares Konzept zwischen Rat und Verwaltung zur Verbesserung der finanziellen Lage etabliert, und nicht, wie Bürgermeister Marko Steiner bemängelte, „jahrzehntelang von der Substanz gelebt werde“, wie es in der Vergangenheit der Fall gewesen sei.

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