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Knappe Mehrheit für Erweiterung des Bebauungsplans Brümmelstraße in Preußisch Oldendorf

Ausschuss stimmt Wohnbebauung zu

Preußisch Oldendorf

Mit einer knappen Mehrheit von acht Ja- zu sieben Nein-Stimmen hat der Ausschuss für Bauen und Umwelt der Erweiterung des Bebauungsplans „Brümmelstraße“ als Satzung zugestimmt.

Arndt Hoppe

Die Grafik zeigt die Fläche an der Brümmelstraße, auf der der Eigentümer Wohngebäude errichten möchte. Foto: Stadt Preußisch Oldendorf

Anlass ist nach Angaben der Stadt die kontinuierliche Nachfrage nach Wohnbauland und die Absicht des Eigentümers, dort Wohnungen zu errichten.

Der Ausschuss hatte im April 2019 beschlossen, die Erweiterung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren aufzustellen. Öffentlichkeit und Behörden wurden von Dezember 2019 bis Januar 2020 beteiligt. In diesem Zeitraum äußerten sich 26 Beteiligte von den übrigen Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange mit Stellungnahmen. Michael Reimann vom Bauamt erklärte in der jüngsten Sitzung, es gehe um die untersten beiden Bauplätze auf der Fläche.

In der Sitzung äußerten sich vor allem Grüne und SPD kritisch hinsichtlich des Vorhabens, insbesondere weil das Areal direkt am Wald gelegen ist und früher dort ebenfalls Wald gestanden hat. So wollte Jan Hen­drik Maschke (SPD) bezüglich eines Ausgleichs wissen: „Welche Fläche nehmen wir dafür zurück?“ Michael Reimann sagte, es sei noch nicht festgelegt, aber es sei ein sehr kleiner Umfang. Gleichwohl koste auch ein Privatvorhaben Fläche.

Martin Schiegnitz (Grüne) sah das gesamte Terrain als „schwierig“ an, weil es wie ein Keil in den Wald rage. Auch seien die Ränder noch mit Bäumen bewachsen, die auch beim Bau einer Zufahrt erhalten bleiben sollten. Bauamtsleiterin Maren Heidenreich erklärte zur Waldsituation: „Damals hat es für die Fläche eine Waldentwidmung gegeben.“ Sie bestätigte, dass eine Zufahrt zu den Flächen benötigt werde, der bestehende Bewuchs solle dort jedoch erhalten bleiben können.

Barbara Glatzel

Erhebliche Bedenken äußerte Jan Hendrik Maschke auch hinsichtlich der Entwässerungssituation und aus ökologischer Sicht: „Wir wollen einerseits aufforsten und dann wird hier ein ehemaliges Waldstück bebaut.“ Michael Reimann sagte: „Entsprechende Einwände wären Gegenstand eines Aufstellungsbeschlusses.“

Barbara Glatzel (Grüne) sagte: „Dem haben wir damals als Grüne nicht stattgegeben.“ Kritisch sah sie die direkte Nähe zum Wald und die zweigeschossige Bauweise. Außerdem verwies sie auf mögliche Vorkommen von Amphibien am Eininghauser Teich. Auch der Einfluss auf die Entwässerungssituation missfiel ihr: „Flächen in der Hanglage wieder zu versiegeln, dem können wir nicht zustimmen.“ Andere Ausschussmitglieder erinnerten in diesem Zusammenhang daran, dass der Beschluss für einen Bebauungsplan in der Sitzung 2019 vom Bauauschuss einstimmig gefasst worden sei. Wilfried Niemeyer ergänzte, dass die Waldfläche seinerzeit ausgeglichen worden sei. Darauf sagte Martin Schiegnitz, man könne ja zwischenzeitlich seine Meinung ändern: „Dann ist der Fehler damals gemacht worden. Aber wir bleiben jetzt bei der Ablehnung.“ Schließlich blieb es letztendlich in der Abstimmung bei einer mehrheitlichen Zustimmung zur Erweiterung des Bebauungsplans.

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