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Viele Tankstellenkunden wollen keinen Mundschutz tragen – Betreiber im Mühlenkreis sind genervt

Die ewige Diskussion um die Maske

Lübbecke/Rahden/Preußisch Oldendorf (WB). In Tankstellen ist das Thema Maskenpflicht immer noch ein Problem. Das berichten zumindest viele Tankstellenbetreiber auf Nachfrage. Zahlreiche Kunden würden sich nicht an diese Vorschrift halten und es komme häufig zu Diskussionen. In Herford ist es am Himmelfahrtstag sogar so weit gegangen, dass ein Lübbecker Ehepaar in einer Herforder Tankstelle verprügelt wurde, weil es andere Kunden auf die Masken-Pflicht aufmerksam machte .

Freya Schlottmann

Trotz Spuckschutz trägt auch Tankstellenbetreiberin Christine Krämer einen Mundschutz. Viele ihrer Kunden weigern sich hingegen, einen solchen vor dem Betreten des Verkaufsraumes aufzusetzen. Deshalb gibt es immer wieder Diskussionen. Foto: Martin Nobbe

„Ich habe die Nase von den vielen Diskussionen mittlerweile gestrichen voll“, berichtet Uwe Oller, Betreiber der Hempelmann-Tankstelle an der Mindener Straße in Preußisch Oldendorf, im Gespräch mit dieser Zeitung. Etwa jeder dritte Kunde würde seine Tankstelle immer noch ohne Maske betreten, sagt Oller. Und das, obwohl zahlreiche Hinweisschilder an mehreren Stellen auf dem Tankstellengelände darauf hinweisen würden.

Mitarbeiter muss Kunden des Ladens verweisen

„Viele Kunden scheinen das trotzdem nicht zu verstehen oder wollen das einfach nicht kapieren“, meint der Tankstellenbetreiber. Wenn Mitarbeiter die Kunden auf die Maskenpflicht hinweisen, würden viele Kunden sogar pampig und frech. „Einige Kunden haben dann eine richtig große Klappe und fragen, wer das denn bestimmen würde“, berichtet Uwe Oller. Auch mit dem Verweis auf die Corona-Schutzverordnung würden sich viele Kunden nicht belehren lassen wollen und das Tragen einer Maske verweigern. „Neulich wollte ein Mann eine Flasche Brennspiritus kaufen, dafür aber keine Maske aufsetzen. Nach einer kurzen Diskussion hat er die Flasche dann wieder ins Regal geworfen und ist gegangen“, berichtet der Tankstellenbetreiber.

Noch ruppiger ist es am vergangenen Samstag an der Jet-Tankstelle an der Blase-Kreuzung in Lübbecke zugegangen. Dort schildert Betreiber Dirk Henneking, dass ein Kunde so ausfallend gegenüber einem Mitarbeiter geworden sei, dass sich andere Kunden sogar eingemischt hätten. „Der Mitarbeiter hat den Kunden dann des Ladens verwiesen und war kurz davor, die Polizei zu rufen“, sagt Henneking.

Das Hauptargument: Maskenpflicht ist Quatsch

Etwa 30 Kunden müssten die Mitarbeiter der Jet-Tankstelle täglich darauf ansprechen, dass sie eine Maske tragen müssen. „Die Hälfte davon hat die Maske einfach nur im Auto vergessen und holt sie dann schnell. Die andere Hälfte weigert sich dagegen, eine aufzusetzen“, sagt Dirk Henneking. Das am häufigsten vorgebrachte Argument der letzteren Gruppe sei laut dem Tankstellenbetreiber, dass „die ganze Maskenpflicht Quatsch sei“. Und viele würden es auch nicht einsehen, für den kurzen Zahlvorgang eine Maske aufzusetzen. „Wenn jemand nur etwas kaufen aber keine Maske aufsetzen will, schicken wir ihn im schlimmsten Fall auch wieder aus dem Laden. Wenn jemand getankt hat, muss ich das Geld aber natürlich einfordern. Wenn es gar nicht anders geht, rechne ich auch schon mal über den Nachtschalter ab, um den direkten Kontakt zu vermeiden“, sagt der Lübbecker Tankstellenbetreiber.

Diese Notfalllösung gibt es bei der Classic-Tankstelle von Christine Krämer an der B 65 hingegen nicht. „Ich kann die Kunden, die getankt haben nicht einfach wieder wegschicken“, sagt sie. Deshalb komme sie um zahlreiche Diskussionen nicht herum. Und auch bei ihr seien viele Kunden unfreundlich, würden sagen, sie hätten doch „nur getankt“ und ein Schutz sei nicht nötig. „Viele Kunden sind von der Pflicht genervt. Und wir sind es, weil wir sie immer wieder bitten müssen, eine Maske aufzusetzen“, sagt Krämer.

Kunden werden nachlässiger durch die Lockerungen

Alle drei Tankstellenbetreiber haben den Eindruck, dass es zu Beginn der Maskenpflicht weniger Probleme gegeben hätte. „Am Anfang ging das eigentlich. Mit den Lockerungen sind viele Kunden aber nachlässiger geworden“, sagt Dirk Henneking. Uwe Oller meint sogar, dass „es immer schlimmer“ werde.

Ganz anders sei das hingegen bei der Aral-Tankstelle an der Lemförder Straße in Rahden. Laut Betreiber Ulrich Schramm komme es in seiner Tankstelle nur relativ selten vor, dass Kunden ohne Maske den Verkaufsraum betreten würden. „Wenn sie die Mitarbeiter mit Maske sehen, drehen viele stattdessen wieder um und holen eine Maske aus dem Auto“, berichtet Schramm. Auch seine Mitarbeiter hätten ihm noch nicht davon berichtet, dass sie viele Diskussionen deswegen hätten führen müssen. „Und im Notfall ziehen manche Kunden schnell ihren Pullover oder das T-Shirt über die Nase.“

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