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Sanierung oder Abriss des Anbaus stehen an – noch mehr Baustellen in der Kirche

Die Taufsakristei kippt

Preußisch Oldendorf(WB). Viele Besucher des „Sternenzaubers” dürften sich am Wochenende gefragt haben, warum das kleine Nebengebäude der Preußisch Oldendorfer St.-Dionysius-Kirche verschalt ist. Der Grund: Die Taufsakristei drohte umzukippen. „Ohne eine Sicherung hätte der Adventsmarkt beim Sternenzauber um etwa ein Drittel verkleinern müssen“, sagt Pfarrer Michael Weber.

Arndt Hoppe

Die Taufsakristei an der St.-Dionysius-Kirche in Preußisch Oldendorf ist baufällig und kippt von der Wand des Hauptgebäudes weg. Deshalb ist das Gebäude vor dem Sternenzauber gesichert und mit Holz verschalt worden. Foto: Pfarrer Michael Weber

„Der Anbau ist erheblich später errichtet worden als der Kirchenbau von 1512. Nun ist das Schwellholz aufgequollen und das hat dazu geführt, dass das Haus nach vorn gekippt ist und es Risse im Dachanschluss gibt.“ Der Küster habe erst kürzlich den Raum grundgereinigt. Bei einem Besuch des Denkmalsamtes Anfang Dezember seien die Probleme so deutlich zu Tage getreten, dass Pfarrer Weber Sofortmaßnahmen ergreifen musste.

Nur ein Kabel hielt das Häuschen

Zur Sicherung veranlasste er in Absprache mit der Stadt Preußisch Oldendorf die notwendigen Maßnahmen. Dazu gehörte neben der äußeren Verschalung (die übrigens zuvor bei der Sanierung des Gemeindehauses verwendet wurde), dass im Inneren ein Stützgerüst gebaut wurde. „Im Prinzip hat nur ein Elektrokabel den kompletten Zusammenbruch des Gebäudes verhindert. Das Kabel stand so unter Spannung, da hätte man Gitarre drauf spielen können“, sagt Weber. Der Dachdecker habe eine entstandene Lücke abdecken müssen, damit nicht noch mehr Feuchtigkeit eindringt. „Er sprach sogar davon, dass der Abstand am Dach bereits 20 Zentimeter betragen habe und der Anbau nicht nur nach Osten, sondern auch nach Norden gekippt sei“, berichtet Weber weiter.

Dass der Anbau in einem schlechten Zustand ist, kommt für den Pfarrer allerdings nicht überraschend. Risse gebe es an dem Gemäuer schon so lange er in der Kirchengemeinde tätig sei. „Man hätte da schon lange etwas machen müssen“, sagt er.

Gottesdienste nicht gefährdet

Da die Taufsakristei nachträglich an die Kirche angebaut wurde, ist die Stabilität der Kirche laut Pfarrer Weber in keiner Weise gefährdet. Für die anstehenden Feiertage gibt er Entwarnung. Alle Gottesdienst könnten ohne Probleme gefeiert werden.

Zur Nutzung der Taufsakristei erklärt der Pfarrer: „Früher warteten darin die sogenannten Tauffrauen mit den Täuflingen und brachten die Kinder nach dem Zeremoniell wieder dorthin zurück. Ansonsten mussten Paare, bei denen vor der Ehe eine Schwangerschaft bekannt war, von dort kommen und durften nicht im Altarraum getraut werden.“ Deshalb sei der Raum seit Längerem nur noch als Abstellkammer genutzt worden. „Es wäre sogar denkbar, den Anbau komplett abzubrechen.“ Sollte das geschehen, müsste die Türöffnung in der Wand verschlossen werden. Auf jeden Fall müsste während der Sanierungsarbeiten der Kirchenraum abgeschottet werden.

Weitere Baustellen in der Kirche

Ob die Taufsakristei abgebrochen oder saniert wird, dürfte sich wohl Anfang Januar entscheiden. Dann sind Fachleute des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) für Denkmalschutz zur Begutachtung vor Ort. Und dann wird wohl auch über den Fahrplan für weitere Baumaßnahmen gesprochen. Denn es gibt, wie Pfarrer Weber berichtet, in nächster Zeit noch weitere Baustellen in der St.-Dionysius-Kirche zu beackern. „Eigentlich wollten wir im Januar zuerst Risse in der Decke der Kirche sanieren lassen. Im Februar wollten wir dann mit der Sanierung des Altarraums beginnen, so dass wir zu Pfingsten das 500-Jahr-Jubiläum unseres Altars feiern können.“

Dort müssen unter anderem die drei Fenster renoviert werden. „Das Ganze wird bestimmt einen fünf- , wenn nicht sechsstelligen Betrag kosten. Das kann die Gemeinde nicht alles allein schultern“, sagt Michael Weber und hofft auf Unterstützung der Denkmalpflege. Hinzu komme, dass die Stadt anfang des Jahres mit der Sanierung des Kirchplatzes beginnen wolle. „Dort liegt zum Beispiel eine Wasserleitung, die eigentlich nur die Taufsakristei mit Wasser versorgt.“

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