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Beringungsaktion in Getmold: Not-Operation mit Dr. Dr. Alfons Bense

Drama um Storchenkinder

Getmold (WB). Bei seinem ersten Blick ins Storchennest Getmold-Bruch hat Dr. Dr. Alfons Rolf Bense vom Aktionskomitee »Rettet die Weißstörche« ein erschütterndes Bild vorgefunden: Zwei etwa vier bis fünf Wochen alte Küken waren massiv in Bindegarn verfangen.

Schreck beim Blick ins Storchennest: Zwei etwa vier bis fünf Wochen alte Küken waren massiv in Bindegarn verfangen. Foto:

Ein Jungvogel konnte im Nest von dem Garn befreit werden und anschließend beringt werden. Ein Bein des zweiten schon geschwächten Jungvogels war dermaßen von dem Garn abgeschnürt, dass er seine Zehen gegebenenfalls verlieren wird, wenn er die nächste Zeit überlebt, heißt es in einem Bericht.

Große Anliegerbeteiligung

Alfons Rolf Bense musste den Jungvogel einer langwierigen »Operation« unterziehen, bis er die vielen und tiefsitzenden Kunststofffäden aus dem Bein gelöst hatte. »Das ist ein katastrophaler Befund. Hätten wir keine Beringung durchgeführt, wären beide Jungvögel definitiv im Bindegarn verendet«, sagt er.

Im Kreisgebiet gab es schon mal einen zehenlosen Brutvogel. Bindegarn darf nicht für Vögel frei zugänglich in der Landschaft liegen, betonen die Experten.

Die Beringungsaktion an dem Storchennest Getmold-Bruch ist mit großer Anliegerbeteiligung vorgenommen worden. Die Beringungen der Storchenjungvögel im Kreis Minden-Lübbecke laufen derzeit auf Hochtouren. Pro Nest kann das Aktionskomitee »Rettet die Weißstörche im Mühlenkreis« einen Jungvogel beringen. Die Vogelschutzwarten stellen nur noch eine geringe Anzahl von nummerierten Ringen zur Verfügung, heißt es in einem Bericht.

2018 könnte Rekordjahr werden

Zum Schutz der Weißstörche werden zurzeit drei der fünf Windkraftanlagen im Windpark »Niederheide« in Preußisch Oldendorf tagsüber abgeschaltet.

Das Storchenjahr 2017 ist laut der Tierschützer ein absolutes Rekordjahr für den Mühlenkreis gewesen (65 Brutpaare und 135 ausgeflogene Jungen). 2018 könnte diese Entwicklung noch weitergehen. Es sei aktuell aber noch zu früh, eine hinreichend sichere Zwischenbilanz zu fertigen, heißt es im Infobereich unter www. stoerche-minden-luebbecke.de. Aktuell leben im Kreis etwa 156 Jungvögel. Erst kürzlich hat sich auch noch eine neue Horstbesetzung ergeben: In Unterlübbe auf dem Friedhof baut ein Storchenpaar auf dem Turm der Kapelle.

Mehrere 4er Bruten konnten festgestellt werden und sie wachsen hoffentlich bis zum Ausfliegen heran. In Hille-Holzhausen und Oppenwehe gibt es sogar zwei 5er Bruten, teilen die Storchen-Experten mit.

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