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Brandschutzbedarfsplan im Ausschuss vorgestellt

Feuerwehr setzt Eckpunkte bis 2022

Preußisch Oldendorf  (WB). Seit 2016 arbeiten Stadt und Feuerwehr Preußisch Oldendorf intensiv an einem neuen Brandschutzbedarfsplan. Er stellt einen Fahrplan dar, wie die Wehr ihre Leistungsfähigkeit bis zum Jahr 2022 entwickeln möchte.

Arndt Hoppe

Während der jüngsten Sitzung des Feuerschutzausschusses im Rathaus ist Preußisch Oldendorfs neuer Brandschutzbedarfsplan für 2018 bis 2022 vorgestellt worden. Foto: Kai Wessel

Die Eckpunkte zu diesem 40-seitigen Konzept stellte Matthias Kuhle, Leiter des Fachdienstes Sicherheit und Ordnung, in der jüngsten Sitzung des Feuerschutzausschusses dar. Große Teile basierten auf einem Konzept, dass ein Gutachter 2016 für die Stadt erstellt hat. Dieses habe jedoch 80 Seiten umfasst, sagte Kuhle. »Zu dem Bedarfsplan gehören unter anderem das Schutzziel, ein Standortkonzept, ein Fahrzeugkonzept und die personelle Aufstellung der Wehr.«

Schutzziel

Das Schutzziel für kritische Wohnungsbrände wurde so festgesetzt, dass ein Einsatzwagen mit neun Kräften innerhalb von zehn Minuten nach Alarmierung am Einsatzort sein soll. Sieben weitere Kräfte sollen 15 Minuten nach dem Alarm vor Ort sein. »Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Werte an die Bedingungen in ländlichen Gebieten und für rein ehrenamtliche Feuerwehren angepasst werden mussten«, sagte Kuhle. Diese seien nicht mit denen von Berufsfeuerwehren in Ballungsräumen vergleichbar.

Standortkonzept

Zur Neuausrichtung der Standorte gehört, dass einerseits der Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses in Bad Holzhausen bald beginnt und darüber hinaus die Planungen für ein gemeinsames Gerätehaus für die Löschgruppen Getmold und Hedem-Lashorst auf den Weg gebracht sind (wir berichteten). Alle Feuerwehrstandorte im Stadtgebiet seien beschrieben und bewertet worden und es seien Schwerpunkte gesetzt worden, wo etwa die Örtliche Einsatz-Leitstelle (ÖEL) sein soll. »Mittelfristig könnte eine Zusammenlegung der Löschgruppen Harlinghausen und Preußisch Oldendorf sinnvoll sein«, sagte Kuhle. »Aber das sehe ich nicht in den nächsten fünf Jahren.«

Fahrzeugkonzept

Hinsichtlich der Fahrzeuge sind die Prioritäten für eine Erstbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen bis 2022 festgelegt worden. Einige Anschaffungen seien schon im Haushalt 2017 eingestellt worden und in diesem Jahr würden bereits einige Wagen übergeben. Bis 2022 sollen insgesamt neun alte Fahrzeuge ersetzt werden. »Die Planungen orientieren sich daran, welche Fahrzeuge pro Standort benötigt werden«, sagte Matthias Kuhle. Dazu gehörten pro Standort ein Löschfahrzeug, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug und ein Mannschaftstransportfahrzeug. Hinzu kämen weitere Fahrzeuge für die verschiedenen Züge.

Personal

Die personelle Ausstattung liegt derzeit in der Preußisch Oldendorfer Wehr leicht unter dem Soll von 198 sogenannten Funktionen. »Unser Ist-Wert liegt bei 177. Also fehlen statistisch gesehen 21«, berichtete Kuhle. Um die Situation künftig zu verbessern, planen Wehr und Stadt mehrere Maßnahmen. Neben der landesweiten Imagekampagne, an der sich die Preußisch Oldendorfer beteiligen, setzt die Freiwillige Feuerwehr auf eine gute Jugendarbeit. Unter anderem gibt es eine Feuerwehr AG im Offenen Ganztag an der Sekundarschule.

Damit genügend Kameraden einen Lkw-Führerschein machen, soll ein Anreiz geschaffen werden, indem Zuschüsse von bis zu 2500 Euro für einen Führerschein Klasse C gewährt werden. »Wer dies in Anspruch nimmt, muss mindestens fünf Jahre in der Feuerwehr bleiben«, erklärte Matthias Kuhle. Darüber hinaus denke man als weiteren Anreiz über eine Aufwandsentschädigung für Einsatzkräfte nach.

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