1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Pr.-oldendorf
  6. >
  7. Hochklassiges auf Hof Kampschäfer

  8. >

Corona zum Trotz: Gesangstrio Senza Nome begeistert in Bad Holzhausen

Hochklassiges auf Hof Kampschäfer

Preußisch Oldendorf (WB/jw). Wenn Hühner gackernd über die Wiese laufen, Schwalben aus einer Scheune in die nächste fliegen und alle sechzig Minuten im Hintergrund die Bahn vorbeirauscht, während vorne auf der kleinen Bühne hochklassige Musiker spielen, wissen Bad Holzhauser: Das muss der Hof Kampschäfer sein.

Das Gesangstrio Senza Nome ist dem Hof Kampschäfer auch in der Corona-Zeit treu – und umgekehrt. Unter freiem Himmel haben Susanne Mewes (Sopran), Ingrid Stein (Mezzosopran) und Peter Krudup von Behren (Bass-Bariton) ihr Publikum begeistert. Foto: Joscha Westerkamp

Regelmäßig haben dort Kunstausstellungen und Konzerte stattgefunden – ehe Corona vorübergehend alles gebremst hat. Der Auftritt des Bielefelder Gesangstrios Senza Nome hat nun wieder 40 interessierte Gäste auf den Hof locken können.

Mit Susanne Mewes (Sopran), Ingrid Stein (Mezzosopran), Peter Krudup von Behren (Bass-Bariton) sowie Pianistin Tatjana Schuster und Moderatorin Jutta Echterhoff ist Senza Nome vielfältig aufgestellt – sie präsentierten am Samstagsnachmittag eine breit gefächerte Mischung an Liedern und Songs. Von „Willkommen“ aus dem Musical „Cabaret“ als Einstieg ging es über einige ruhigere Arien zu ungarischen Operetten, dann zurück zu berühmten Musicalmelodien und schließlich zu Evergreens der Tonfilmgeschichte. Viele der Songs sind so bekannt, dass aus dem Publikum schon ein freudiges „Oh“ zu hören war, als Moderatorin Jutta Echterhoff nur die Titel ankündigte.

Mitwippen, Mitklatschen, Mitsingen

Wenn das Ensemble dann loslegte, gingen die Zuhörer – vorwiegend älteren Semesters – so richtig mit. Mitwippen, Mitklatschen oder sogar Mitsingen war bei vielen der Songs Programm; auf der Bühne überzeugte Senza Nome außer mit ihrem Gesang mit perfekter Mimik und Körperbewegung: Wippen, Zuzwinkern, Abklatschen – einmal sogar ein Kuss. Manche Beiträge sangen sie zusammen, andere waren solistisch oder zu zweit; stets perfekt begleitet von Pianistin Tatjana Schuster.

Zwischen den Beiträgen trug die Moderatorin verschiedene amüsante Gedichte vor, die besser zur lockeren Stimmung nicht hätten passen können. Die Autoren: Berühmtheiten wie Erich Kästner, Joachim Ringelnatz, Helme Heine. Das Konzert fand nicht wie sonst in der Kulturscheune, sondern auf dem großflächigen Außengelände des Hofs Kampschäfer statt. „Das hat in der Organisation vieles erleichtert“, sagte Hof-Besitzerin Anne Schulze Lammers. „Hätte ich die Möglichkeit nicht gehabt, es draußen zu machen, wäre es schwierig geworden.“

Die Bad Holzhauserin sagte, sie wolle mit ihrem mehr als hundert Jahre alten Hof Kunst und Kultur unterstützen, wo es nur geht – „ganz besonders jetzt, wo nichts läuft.“ Ein Konzert habe es vor einem Monat bereits gegeben, außerdem eine Ausstellung des Lübbecker Stein- und Holzkünstlers Rainer Ern. Letztere konnte auch in der Pause besichtigt werden: manche Exponate in der Scheune, andere im Garten verteilt.

Fünfter Auftritt

Doch Senza Nome war ein besonderes Highlight: Aus der Kulturgeschichte des Hofs ist das Trio kaum noch wegzudenken. „Sie waren jetzt das fünfte Mal hier“, sagte Anne Schulze Lammers. Und: „Es ist immer wieder spannend und neu. Ich freue mich jedes Mal wieder, das Ensemble hier begrüßen zu dürfen.“ Besonders über die Moderatorin habe sie sich diesmal sehr gefreut.

Die Organisation sei gar nicht so einfach gewesen, erklärte Anne Schulze Lammers: „In dieser Situation war das eine ziemliche Herausforderung. Aber jetzt bin ich total zufrieden und glaube auch, dass es ein toller Rahmen für die Leute gewesen ist.“

Startseite