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Preußisch Oldendorf: Feuerwehr bringt Berner Sennenhund in die Tierklinik

Hund aus eiskaltem Mittellandkanal gerettet

Preußisch Oldendo...

Ilka Schiereck wollte eigentlich nur mit ihrer Tochter und dem Enkelkind etwas spazieren gehen. Daraus entwickelte sich allerdings ein Rettungseinsatz für einen Hund.

Viola Willmann

Die Retter bringen den Hund mit dem Schlauchboot ans Ufer. Foto: Ilka Schiereck

„Wir haben den Hund auf der gegenüberliegenden Seite zwischen den Eisschollen im Wasser schwimmen gesehen“, berichtet die Anwohnerin, die daraufhin zunächst zuhause anrief, sich dann aber doch für den Notruf der Feuerwehr, die 112, entschied. Dort bat man die Hedemer Familie vor Ort zu warten. Das Ganze spielte sich zwischen den Brücken Vehlager Straße und Brückenstraße ab.

„Die Hedemer Feuerwehr kam dann, konnte aber ohne Boot auch nichts machen“, berichtet Ilka Schiereck weiter. Der Hund schwamm derweil seine Runden in dem eiskalten Wasser. Laut Wasserschutzpolizei liegt die Wassertemperatur knapp einstelligen Plusgraden. „Zwischendurch kam er auf unsere Seite geschwommen. Und als er Richtung Brücke schwamm, hatten wir die Hoffnung, dass er von selbst an den Steinen die Böschung hochkommt. Den Gefallen hat er uns aber leider nicht getan“, sagt Ilka Schiereck weiter.

Erst die Getmolder Feuerwehr konnte helfen. Denn die rückte mit einem Schlauchboot an und erwischte den Hund am Halsband. „Die haben ihn sofort in eine Decke gewickelt und zur Tierklinik nach Preußisch Oldendorf gebracht“, sagt Ilka Schiereck.

Die Feuerwehrleute tragen den unterkühlten Hund zum Fahrzeug. Foto: Ilka Schiereck

Dort konnte Tierarzt Dr. Michael Heinrich gegen Mittag schon fast Entwarnung geben. „Der Hund ist mit 32 Grad Körpertemperatur eingeliefert worden. Normal sind 38 bis 39,2 Grad. Er war natürlich pitschnass. Wir haben ihn mit einer Wärmelampe aufgewärmt und trockengeföhnt, so dass wir gegen Mittag schon 37,8 Grad bei ihm gemessen haben“, berichtet der Tierarzt. Auch sei die Lunge geröntgt worden, um festzustellen, ob Wasser hineingekommen sei. „Der Hund hat unglaublich Glück gehabt“, sagt Dr. Michael Heinrich.

Inge Schröder

Darüber war auch das Frauchen Inge Schröder heilfroh, die ihren Ludwig, so heißt der Berner Sennenhund, der just seinen ersten Geburtstag gefeiert hat, morgens schon vermisst hat. Sie wohnt direkt am Kanal zwischen Hedem und Lashorst. „Wir haben ihn gerufen, aber er kam nicht. Als ich dann die Feuerwehr gehört habe, wurde mir schon ganz mulmig“, erzählt Inge Schröder im Gespräch mit dieser Zeitung. In dem Bereich zwischen den beiden Brücken sind an den Ufern des Mittellandkanals Spundwände angebracht. „Für Menschen sind da so gelbe Bügel und auch Stufen angebracht, aber Tiere kommen da nicht raus.“ Sie meide mit ihrem Ludwig den Kanal und das Wasser, damit er gar nicht erst auf den Geschmack komme.

„Ich gehe davon aus, dass er am Ufer weggerutscht ist, weil es da ja auch matschig ist. Ich bin heilfroh, dass die Feuerwehr ihn ins Schlauchboot ziehen konnte, schließlich wiegt er schon 46 Kilo“, sagt Inge Schröder. Auch bei Ilka Schiereck habe sie sich direkt bedankt. Viel länger hätte es Ludwig im eiskalten Wasser wohl nicht ausgehalten.

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