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Start der Corona-Impfungen für den Kreis Minden-Lübbecke

Impfstoff reicht für 189 Menschen

Rahden (WB)

Rahdener Senioren und Pflegekräfte sind die ersten im Kreis Minden-Lübbecke gewesen, die vom Corona-Impfstoff profitieren konnten.

Friederike Niemeyer

Nach dreieinhalb Stunden Impfeinsatz überreicht Landrätin Anna Böllling (Zweite von links) einen Blumenstrauß an das Impfteam aus der Praxis Hafer in Stemwede: (von links) Dr. Rainer Hafer, Henrike Schmidt, Rike Köllner, Dr. Brigitte Sommer-Hafer, Isabel Hafer und Dr. Julia Hafer. Foto: Friederike Niemeyer

Impfstart im Mühlenkreis war Sonntag im Alten- und Pflegeheim Schloss Rahden.

Das mobile Impfteam unter der Leitung von Dr. Rainer Hafer und Dr. Brigitte Sommer-Hafer stellte am Ende erleichtert fest, dass es zu keinerlei problematischen Erstreaktionen auf das neuartige Präparat bei den betagten Menschen gekommen war. In den ersten 48 Stunden seien als Nebenwirkungen leichte Temperaturerhöhung sowie Kopf- und Gliederschmerzen normal, sagte die Allgemeinmedizinerin Brigitte Sommer-Hafer. Nach einer zweiten Impfung in drei Wochen und einer weiteren Woche wird das Immunsystem der 189 Impflinge dann eine Covid-19-Erkrankung mit einer Sicherheit von etwa 95 Prozent abwehren können.

Gegen 16 Uhr war der Impfeinsatz nach etwa dreieinhalb Stunden am Sonntag im Schloss schon wieder vorbei. Landrätin Anna Bölling und Gesundheitsdezernent Hans-Joerg Deichholz bedankten sich beim Impfteam der Stemweder Arztpraxis Hafer und bei den Geschäftsführern der Dr.-Bock-Gruppe, Annette und Hans-Eckhard Meyer, für die Vorbereitung und den reibungslosen Ablauf. Auch dafür, dass durch den umsichtigen Umgang mit dem Impfstoff neun Menschen mehr als die vorgegebenen 180 versorgt werden konnten.

„Ein toller Tag“, sagte die Landrätin. „Wir haben hohe Fallzahlenund von daher hohen Druck, etwas zu tun.“ Der Verlauf des Tages habe gezeigt, dass die Entscheidung, im Schloss Rahden zu beginnen, richtig gewesen sei. Gesundheitsdezernent Deichholz sagte, dass sich der Kreis aber auch dafür aufstelle, in den kleineren der 170 Heimen im Kreis mobile Impfaktionen sicher und gut durchzuführen. Dr. Anke Richter-Scheer, Leiterin des Impfzentrums in Hille, sagte, dass alle Heime Vorschläge für die durchführenden Ärzte machen könnten. „Es ist allerdings nicht sinnvoll, dass jeder Heimbewohner von seinem persönlichen Hausarzt geimpft wird“, so Richter-Scheer.

Die Stemweder Praxis Hafer, die viel mit Arbeitsmedizin beschäftigt ist, kümmert sich seit jeher um die Mitarbeiter der Dr.-Bock-Gruppe. Und so lag es nahe, dass die Hafers den Impfeinsatz übernahmen. Dr. Rainer Hafer, seine Frau Dr. Brigitte Sommer-Hafer sowie Tochter Dr. Julia Hafer (auch die zweite Tochter Isabel war mit im Team) impften zu dritt 103 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Standorte Schloss Rahden und Eibenweg sowie 86 über 80-jährige Bewohnerinnen und Bewohner des Schlosses. Eine Bewohnerin, die aktuell fiebrig ist, soll in zwei Tagen nachgeimpft werden. Es gab extra dafür hergerichtete Impfräume für die Mitarbeiter und für die Bewohner ging es von Zimmer zu Zimmer.

„Wir haben eine Impfquote von 85 Prozent“, sagte Hans-Eckhard Meyer. Dies sei wohl auch der akribischen Vorbereitung und der zahlreichen Gespräche mit den Bewohnern und Angehörigen geschuldet, die von Pflegedienstleiterin Nina Windhorst und der Beauftragten für Qualitätssicherung Clarissa Meuser organisiert wurden.

In welchen Pflegeheimen es nach der nächsten Impfstofflieferung Dienstag weitergeht, wird kurzfristig entschieden. Neue Corona-Ausbrüche können immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen, sagte Hans-Joerg Deichholz.

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