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200 Teilnehmer beim Boßelturnier des Heddinghauser Kerns

»Jägermeister« holen vierten Sieg

Preußisch Oldendorf (WB/lei). Gute Gesellschaftsspiele erkennt man daran, dass die Regeln einfach sind und die Gebrauchsanleitung kurz ist. Beides trifft aufs Boßeln zu, das hierzulande immer mehr Anhänger findet. Zumindest war das am vergangenen Samstag auch beim Turnier des Heddinghauser Kerns zu sehen.

Perfekte Technik, starke Koordination: Nadine von den »Vollester United« schleudert die Kugel aus dem Handgelenk. Sie rollt ganz weit die Heddinghauser Straße hinab. Foto: Lena Knickmeier

Es gab sogar einen Rekord. 20 Mannschaften mit knapp 200 Boßel-Begeisterten waren bei der vierten Auflage des Turniers in Heddinghausen zur Stelle. Damit wurden die Teilnehmerzahlen der ersten drei Turniere wieder deutlich übertroffen. »Wir freuen uns, dass so viele Mannschaften immer wieder zu uns kommen. Diesmal hatten wir wieder mehr Anmeldungen als Startplätze«, sagte Bernd Lömker von der Nachbarschaftsgemeinschaft Heddinghauser Kern. Nach nur fünf Tagen waren alle Startplätze vergeben.

Start und Ziel war erneut das Alte Backhaus an der Heddinghauser Straße. Von dort ging auf eine etwa vier Kilometer lange Strecke durch die Ortsteile Heddinghausen, Glösinghausen und querfeldein wieder zurück. »Die Strecke geht hoch und runter und es gibt viele Kurven. Das erfordert Geschick und bringt Spaß – und das ist bei uns die Hauptsache«, sagte Lömker.

Kugeln von Hedemer Dorfgemeinschaft

Die etwa ein Kilogramm schweren Holzkugeln waren eine Leihgabe. »Die Kugeln hat uns die Hedemer Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt. Bislang haben wir noch keine eigenen«, sagte Lömker. Sollte demnächst in Kugeln investiert werden, würden es auf jeden Fall welche aus Holz sein, auch wenn sie nicht ganz rund seien und dadurch schneller vom Weg abkommen, hieß es von Organisatorenseite.

Damit alles mit rechten Dingen zuging und jeder Wurf ordnungsgemäß verbucht wurde, begleiteten unbestechliche Schiedsrichter vom Heddinghauser Kern die Teams auf der Strecke. Das kam gut an, da jeweils zwei Teams gemeinsam unterwegs waren. »Man kann sich ganz aufs Werfen konzentrieren und muss nicht die Würfe der anderen Mannschaft zählen«, sagte Lisa Klingenhagen vom »Team Einhorn«.

In diesem Jahr führte wieder kein Weg am Team »Die Jägermeister« vorbei, das bereits die ersten drei Auflagen gewonnen hatte. Sie benötigten für die Strecke durch das Heilbad lediglich 82 Würfe. »Mit einem erneuten Sieg haben wir nicht gerechnet – vielleicht hilft uns mittlerweile unsere Erfahrung«, sagte Kevin Kahler von den »Jägermeistern«, die 2017 auch Boßelturniere in Börninghausen und Hedem gewannen.

Alle Mannschaften aus dem Dorf

Den zweiten Platz teilten sich gleich drei Mannschaften: »Die Maler«, »Firma Aussieker« und das Team »Liebeshirten/Herrenwitz« brauchten für die Strecke 95 Würfe. Bei der Siegerehrung gab es Pokale – und Sekt. Standesgemäß ließen die Sieger die Korken knallen und es gab eine Sektdusche, als wäre Boßeln die neue Formel 1. »Das ist schon unglaublich – so deutlichen Vorsprung und unter 90 Wurf gab es bei uns noch nie«, sagte Bernd Lömker.

»Bei der fünften Auflage wollen wir im nächsten Jahr mit 22 Mannschaften starten, um auch den Teams auf der Warteliste die Teilnehme zu ermöglichen«, sagte er. Damit entwickle sich das Boßelturnier des Heddinghauser Kerns immer mehr zu einem Traditionsturnier. »Das Schöne an unserem Turnier ist, dass die Mannschaften alle aus dem Dorf kommen – da kennt jeder jeden«, sagte Lömker.

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