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Corona-Krisenstab verhängt kreisweit schärfere Maßnahmen wie eine Ausgangssperre von 21 bis 4 Uhr

Jetzt sollen alle im Kreis Minden-Lübbecke nachts zu Hause bleiben

Minden/Lübbecke (WB)

Während der Kreis Lippe wieder niedrigere Corona-Zahlen melden kann, geht die Entwicklung im Kreis Minden-Lübbecke weiter nach oben.

Friederike Niemeyer

Ein besorgter Gesundheitsdezernent: Hans-Joerg Deichholz berichtete von steigenden Zahlen auch am Wochenende und von einer problematischen Entwicklung jetzt auch in Minden, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen. Foto: Friederike Niemeyer

Am Montag lautete der Wocheninzidenzwert auf 100.000 Einwohner 276,4 – traurige Spitze in OWL und Anlass für den Corona-Krisenstab des Kreises, erneut zu handeln: Von Mittwoch, 23. Dezember, an gelten im gesamten Kreisgebiet verschärfte Maßnahmen, die auch eine nächtliche Ausgangssperre beinhalten.

Landrätin Anna Bölling (CDU) Foto: Friederike Niemeyer

Landrätin Anna Katharina Bölling sprach am Montagnachmittag in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz von einem dynamischen Infektionsgeschehen im ganzen Kreisgebiet, der Anlass gebe nachzubessern. Nur noch Hille liege unter dem Hot-Spot-Inzidenzwert 200, im Altkreis Lübbecke gebe es mit Hüllhorst nur noch eine Kommune unter 300. Einziger kleiner Lichtblick: „In Espelkamp geht der Wert offenbar durch die verschärften Maßnahmen zurück. Vor einer Woche hatten wir dort noch eine Inzidenz von über 500, jetzt sind wir bei unter 400“, sagte Bölling. Was natürlich immer noch etwa doppelt so hoch wie die 200er-Marke sei.

Während bislang Ausgangsbeschränkungen nur in Espelkamp und Rahden gelten, hat sich die Kreisverwaltung nun entschlossen, diese und weitere Maßnahmen für den ganzen Kreis zu erlassen und die Sonderregeln für Rahden und Espelkamp damit abzulösen.

Entsprechend gilt nun von Mittwoch an für den ganzen Kreis neu die Anordnung, zwischen 21 und 4 Uhr nachts zu Hause zu bleiben. Ausnahmen davon sind zwingende berufliche Gründe, der Besuch von Ärzten oder Tierärzten sowie das Versorgen von Tieren und die Begleitung Sterbender. Vom 24. bis 27. Dezember gilt die Ausgangssperre von 24 bis 4 Uhr und in der Silvesternacht von 1 bis 6 Uhr. Gesellige Kontakte sollen so bewusst eingeschränkt werden.

Außerdem im ganzen Kreis neu, in Rahden und Espelkamp aber bereits bekannt, gilt für private Zusammenkünfte – auch in Wohnungen – dass sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten (plus Kinder bis 14 Jahren) treffen dürfen. Auch müssen Werkstätten für behinderte Menschen und tagesstrukturierende Einrichtungen schließen.

Bestehen bleibt aus der bisherigen Allgemeinverfügung des Kreises, dass in den noch geöffneten Geschäften maximal ein Kunde pro 20 Quadratmetern zugelassen ist und dass Maskenpflicht besteht, wenn mehr als zwei und mehr Personen aus verschiedenen Haushalten in einem Auto oder in einer Betriebsstätte zusammen sind. Weiterhin müssen in Praxen und Apotheken von den Mitarbeitern FFP-2-Masken getragen werden.

Beim Thema Gottesdienste stehe eine verbindliche Regelung noch aus, verwies die Landrätin auf Gespräche mit der NRW-Staatskanzlei. „Wir streben eine Regelung für den gesamten Kreis an mit maximal 100 Besuchern und maximal 45 Minuten Dauer“, sagte Anna Bölling. Bislang gibt es für die Stadt Espelkamp ein Verbot von Präsenzgottesdiensten.

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle im Kreisgebiet ist nach dem Wochenende leicht zurückgegangen. Und zwar von 1891 auf 1874 Fälle. An den Standorten der Mühlenkreiskliniken in Minden, Lübbecke und Bad Oeynhausen werden 87 Corona-Patienten behandelt, davon elf auf der Intensivstation des Johannes-Wesling-Klinikums (JWK) Minden. Im JWK sind ein 64-jähriger und ein 84-jähriger Mann verstorben. Beide kommen aus Lübbecke. Im Herz- und Diabeteszentrum Bad Oeynhausen werden insgesamt 15 Patienten behandelt, davon 13 auf der Intensivstation und zwei auf der Normalstation.

Die Kommunen im Überblick:

Bad Oeynhausen 309 (-7)

Espelkamp 300 (-15)

Hille 60 (+4)

Hüllhorst 67 (-1)

Lübbecke 200 (+/- 0)

Minden 400 (-8)

Petershagen 89 (+9)

Porta Westfalica 154 (+7)

Preußisch Oldendorf 100 (+/- 0)

Rahden 121 (-3)

Stemwede 74 (-3).

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