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Kirchplatzsanierung: Bestandsaufnahme zeigt Mängel auf

Kaum begehbar

Preußisch Oldendorf (WB). Mit 90 000 Euro will die Stadt Preußisch Oldendorf den Kirchplatz im Stadtzentrum attraktiver gestalten. Doch die bewilligten Mittel reichen angesichts des Zustandes des Platzes nur für eine Teilsanierung. Das ist jetzt im Bauausschuss deutlich geworden.

Friederike Niemeyer

Uneben und mit Stolperfallen: Der Kirchplatz in Preußisch Oldendorf soll barrierefrei gestaltet werden. Ganz wesentlich ist dabei das Pflaster, das in keinem guten Zustand ist. Allerdings reicht das Geld nicht, um den gesamten Platz zu sanieren. Foto: Friederike Niemeyer

Planerin Stephanie Janning vom Büro IPW stellte den Ausschussmitgliedern am Donnerstagabend die Ergebnisse ihrer ernüchternden Bestandsaufnahme vor. Demnach ist das große Natursteinpflaster auf dem Platz sehr uneben und kaum noch begehbar. Durch die breiten Fugen wachsen Gras und Unkraut. Auch viele klein gepflasterte Bereiche holt sich die Natur zurück. Stellenweise dringen Wurzeln an die Oberfläche vor. Auch die Entwässerung sei pflegebedürftig, meint die Expertin. »Die Abläufe wurden offenbar länger nicht gesäubert.«

Auch Mauer am Bürgerhaus in schlechtem Zustand

Ebenfalls in keinem guten Zustand sei die Bruchsteinmauer am Bürgerhaus. »Ein Grund ist wohl, dass Regenwasser vom Platz direkt gegen die Mauer läuft und so in Risse und Fugen dringt, die auffrieren können«, erläutert Janning. Deshalb sollte vor der Mauer eine Rinne gepflastert werden.

Bei der Planung sollten verschiedene Punkte berücksichtigt werden, von Barrierefreiheit über die Bepflanzung bis zur Beleuchtung der Kirche. So soll der Brunnen auf Wunsch des Spenders, der Volksbank, zunächst abgebaut werden. Ein neuer Standort steht noch nicht fest. Die Bänke sollen aufgearbeitet, die Laternen gereinigt und auf LED umgerüstet werden, neue Fahrradständer und Papierkörbe angeschafft werden.

»Offelter Eingang« soll barrierefrei werden

Klar ist schon jetzt, dass neue LED-Strahler, um die Kirche von außen zu beleuchten, nicht ins Budget passen. Auch die notwendige Reparatur der Bruchsteinmauer ist nicht finanzierbar. Der sogenannte Offelter Eingang zur Kirche sollte auf Wunsch der Kirchengemeinde barrierefrei gestaltet werden. Doch, so erläuterte die Planerin, sei das Gefälle an der Tür so stark, dass auch eine Rampe noch zu steil würde.

Der Planungsentwurf sieht vor, in U-Form um die Kirche einen 1,20 Meter breiten Weg in das bestehende Pflaster einzubringen, am schönsten mit glatt geschnittenem Naturstein, nur etwas günstiger mit Betonstein. Der gerade Weg parallel zur Spiegelstraße aus Kleinpflaster soll ebenfalls erneuert werden. Ob auch der Plattenweg vor der Geschäftszeile erneuert werden kann, ist eine Frage des Budgets genauso wie die Entscheidung, ob die drei Bäume südlich der Kirche nur gefällt oder auch ersetzt werden. So wie sie jetzt gepflanzt sind, schaden ihre Wurzeln und Äste Pflaster und Kirchenfenstern, war eine der neuen Erkenntnisse, die die Planerin vermittelte.

Kosten von bisw zu 200.000 Euro

Die vorgestellten Planungsvarianten kosten zwischen 120.000 und 100.000 Euro. Damit läge man über den bereits mit ISEK-Förder- und Eigenmitteln bereitgestellten 90.000 Euro, merkte Michael Reimann vom Fachbereich Bauen der Stadt an. »Selbst wenn wir noch beim Mobiliar sparen, wird das eng.« Angesichts der nun offenbar gewordenen Schäden, hätte man wohl realistisch 150.000 bis 200.000 Euro einplanen müssen, meinte Reimann.

Die Fraktionen wollen jetzt zunächst beraten. In der nächsten Bauausschusssitzung soll das Thema erneut auf den Tisch.

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