1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Pr.-oldendorf
  6. >
  7. Kein Empfang, kein Besuch zu Hause

  8. >

Corona verringert nachhaltig die Kontakte zwischen Stadtverwaltung und Bürgern

Kein Empfang, kein Besuch zu Hause

Preußisch Oldendorf (WB). In Zeiten stetig steigender Zahlen bei neuen Corona-Fällen gilt das Vermeiden von Kontakten als ein ganz entscheidender Punkt im Kampf gegen die weitere Verbreitung der Pandemie. Für die Verwaltungsmitarbeiter in Preußisch Oldendorf bedeutet das den Verlust lieb gewordener Traditionen. Der Neugeborenenempfang muss in diesem Jahr ausfallen, außerdem verzichtet Bürgermeister Mirko Steiner derzeit auf den Besuch bei hochbetagten Geburtstagskindern oder Paaren, die schon seit vielen Jahrzehnten miteinander verheiratet sind. 

Stefan Lind

Im vergangenen Jahr hat es noch einen Neugeborenenempfang in der Mensa der Sekundarschule gegeben – hier Bürgermeister Marko Steiner mit einigen jungen Gästen. In diesem Jahr findet der Termin wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Foto: Peter Götz

Der Neugeborenenempfang ist im November 2017 zum ersten Mal über die Bühne gegangen. Im Jahr zuvor war er noch in die Familienmesse integriert gewesen. Diese findet aber nur alle drei Jahre statt. „Daher haben wir uns entschlossen, den Neugeborenenempfang abzukoppeln und in einer gemütlicheren Runde zu etablieren. Deshalb wurde als Veranstaltungsort auch nicht die Aula, sondern die Mensa der Sekundarschule gewählt“, sagte Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller damals.

Handgestrickte Socken

Auch 2018 und 2019 hat es eine solche Veranstaltung gegeben. Stets gab es reichlich Spielzeug und einen gemütlichen Spielteppich für die Kleinsten, ein breites Informationsangebot für die Großen sowie Kaffee, Kuchen und Kaltgetränke. »Die Entscheidung für Kinder ist ein Zeichen von Zuversicht«, sagte Bürgermeister Marko Steiner im vergangenen Jahr und lud die Eltern ein, das umfangreiche Programm aus Ratgebern und Informationen zur Förderung von Familien zu nutzen. Besonders gut kamen die handgestrickten Socken an, die Steiner den überraschten Familien überreichte. Diese, so berichtete er, hätte seine Mutter Monika in den Wochen zuvor gestrickt.

In diesem Jahr ist dieser sehr persönliche Kontakt aufgrund der Corona-Pandemie nicht möglich. Stattdessen haben Marko Steiner und Andrea Kneller unlängst auf dem Postweg zur Geburt der Kinder gratuliert. Laut Kneller ist das Leben von 86 Familien (Stand 18. September) in diesem Jahr ganz schön auf den Kopf gestellt worden, indem sie neue Aufgaben und Herausforderungen meistern müssen. Mit dem Inhalt eines kleinen Päckchens sollen Eltern mit lokalen Informationen unterstützt werden, die sie für ihre neue Situation nutzen können. Weitere Angebote, die sich nicht in der „Willkommenspost“ befinden, sind die Krabbelgruppen der evangelischen Kirchengemeinde Preußisch Oldendorf. Sie finden mittwochs, donnerstags oder freitags jeweils ab 9.30 Uhr im Gemeindehaus an der Spiegelstraße 1 b statt. Infos dazu erhalten Mütter und Väter im Gemeindebüro, Telefon 05742/­5929, oder bei Anke Streilein-Rohdenburg, Telefon 0151/73033238. Werden zusätzliche Tipps benötigt, können sich Eltern gerne im Rathaus melden, E-Mail a.kneller@preussischoldendorf.de, Telefon 05742/931138.

Nur Glückwunschschreiben

Vorerst eingestellt sind auch die Besuche bei Bürgern, die etwas zu feiern haben. „Üblicherweise besucht der Bürgermeister Geburtstagskinder, die 90, 95 oder 100 Jahre oder älter sind, dann in jedem Jahr“, sagt Maike Fabry, die im Rathaus für diesen Bereich zuständig ist. „Bei Hochzeiten gilt: 50, 60, 65 und 70 Jahre – und darüber hinaus, falls ein solcher Fall eintreten sollte.“ Besuch bekommen aber nur diejenigen, die sich im Vorfeld interessiert an einer persönlichen Gratulation gezeigt haben. Für November und Dezember sind diese Termine aus naheliegenden Gründen abgesagt worden. Alle Jubilare werden aber trotzdem ein Glückwunschschreiben aus dem Rathaus erhalten.

Startseite