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Kabarettist unterhält 200 Besucher in der Sekundarschule Preußisch Oldendorf

Lebensweisheiten mit Lück

Preußisch Oldendorf (WB). Ingolf Lück braucht nicht viel. Ein Stuhl und ein Holztisch reichen. Auf dem Tisch liegen ein paar Notizen – als Gedächtnisstütze. 61 Jahre alt ist der Kabarettist aus Bielefeld in diesem Jahr geworden. 200 Besucher haben ihn in der Sekundarschule Preußisch Oldendorf live erlebt.

Joscha Westerkamp

Ingolf Lück begnügt sich beim Auftritt in der Sekundarschule Preußisch Oldendorf mit Tisch, Stuhl und Zetteln. Foto: Joscha Westerkamp

Seit 30 Jahren steht Lück auf den Bühnen der Republik. Noch immer zählt er zu den bekanntesten deutschen Comedians. Der studierte Germanist und Theater-Schauspieler feierte seinen TV-Durchbruch mit der Musiksendung »Formel Eins«. Das war im Jahr 1985. Für bundesweite Schlagzeilen sorgte Lück zuletzt im vergangenen Jahr. Da walzerte der Komiker in der RTL-Tanzshow »Let’s Dance« übers Parkett und – kein Witz – gewann.

Den Erfolg bei »Let’s Dance« ließ Lück am Freitagabend in Preußisch Oldendorf nicht unerwähnt: »Alle anderen da waren erst zwanzig. Ich kann von Glück sagen, dass meine Frau mich über die lange Zeit mit einer jungen Tanzpartnerin am Leben gelassen hat.« Er berichtete auch, wie es so ist, schon 60 zu sein – oder »Viertel vor Tod«, wie es ein Freund von ihm nennen würde.

Extra-Witze mit Selbstironie

Sein Tour-Programm »Sehr erfreut«, mit dem Lück unter anderem in Köln, Hamburg und Erfurt gastiert, bietet Themen des Alltag und Persönliches. Über seine Kindheit sagt Lück: »Ich bin zweimal durch die theoretische Fahrradprüfung gefallen. Seitdem fahre ich illegal«. Aus dieser Zeit stamme auch ein Hinweis seiner Mutter: »Wenn du ein Kaugummi herunterschluckst, klebt dein Hintern zu und du stirbst.« Daraufhin habe der kleine Ingo seine Spielsachen an Freunde verschenkt und sich seelisch auf den baldigen Tod vorbereitet.

Lück, der im Nebenfach Philosophie studiert hat, gab auch noch Lebensweisheiten zum Besten. »Je weniger man kann, desto glücklicher wird man«, erläuterte Lück. »Wenn man einmal beweist, dass man etwas nicht kann, beispielsweise beim Wasserkochen den Kocher zum Brennen bringt, muss man daraufhin nie wieder Wasser kochen.« Mit diesen und noch vielen weiteren Erzählungen brachte Ingolf Lück das Publikum immer wieder zum Lachen und sorgte für viel Freude unter den Zuschauern. Besonders zum Ende des Abends hin, als er in einer 15-minütigen Zugabe noch ein paar Extra-Witze mit einer Prise Selbstironie präsentierte: »Meine Nase ist nicht echt. Ich hatte als Kind eine winzig kleine Nase. Dann habe ich mal gelesen: ›An der Nase eines Mannes erkennt man seinen Johannes.‹ Und dann habe ich überlegt, welche OP jetzt weniger weh tut.«

Trotz guter Unterhaltung war es für manch Gast etwas irritierend, wie oft Lück auf seine zahlreichen Zettel schauen musste, sowohl für das Publikum deutlich erkennbar, als auch mit einigen heimlich zum Blatt flüchtenden Blicken. Am Ende seines Programms sagte Ingolf Lück noch ein paar Worte zur Aufführung in der Aula der Sekundarschule: »Es ist immer schön, in einem so kleinen Ort zu spielen. Gestern bin ich noch in Hamburg aufgetreten, da ist das hier im Gegensatz fast irgendwie intim.«

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