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Dorf feiert 775. – Tanzgruppe und Bürgergemeinschaft begehen 25 Jahre

Mittelalter inspiriert Harlinghauser Jubiläumsfest

Preußisch Oldendorf (WB). Gleich drei Jubiläen haben die Harlinghauser am Samstag auf ihrem Dorfplatz gefeiert: die erste urkundliche Erwähnung ihres Dorfes vor 775 Jahren und die beiden Silber-Jubiläen der Bürgergemeinschaft und der Tanzgruppe Harlinghausen.

Cornelia Müller

Ihr 25-jähriges Jubiläum hat die Tanzgruppe Harlinghausen mit der »Doubleska«-Polka gefeiert. Foto: Cornelia Müller

Mittelalter lautete das Motto der Veranstaltung. Die Feier sollte eine kleine Zeitreise in das Gründungsjahr sein, als Friedrich der Staufer Kaiser war, wie Bürgermeister Steiner den Geschichtskundigen in Erinnerung rief. Die Vorsitzende der Bürgergemeinschaft Iris Huth und die Leiterin der Tanzgruppe Marianne Berger brauchten da nicht ganz so weit zurückzuschauen. Beide – die Bürgergemeinschaft und die Tanzgruppe – wurden 1992 eigens für die Harlinghauser 750-Jahr-Feier gegründet.

Grundschritte nach und nach gelernt

Stolze 132 öffentliche Auftritte habe die Tanzgruppe seither absolviert, berichtete Marianne Berger. Der Anfang sei allerdings nicht leicht gewesen: »Der überwiegende Teil der 16 Frauen, die sich spontan zum Mitmachen bereit erklärt hatten, hatte von Volkstanz wenig Ahnung. So mussten wir ganz von vorn anfangen und die Grundschritte nach und nach lernen.«

Der erste Tanz, den die Gruppe damals einstudierte, war die »Doubleska-Polka«, und mit dieser flotten Polka eröffneten die Frauen auch das Programm der 775-Jahr-Feier. Viele weitere Tänze folgten, leichtfüßig dargeboten nicht nur von den Tänzerinnen aus Harlinghausen, sondern auch von der Landfrauentanzgruppe und von der Landjugend Preußisch Oldendorf. Wer nicht bloß zuschauen und sich unterhalten lassen wollte, sondern lieber selbst aktiv werden wollte, konnte sich im Bogenschießen üben oder mit dem Katapult auf eine mittelalterliche Miniaturburg zielen. Weniger kriegerisch ging es zu, wenn der Gaukler Iora seine Späße machte und seinen Flohzirkus-Star »Madame Chouchou« in die Manege schickte.

»Hexentrunk« und »Wikingerbräu«

Nicht nur beim Unterhaltungsangebot hatte sich die Bürgergemeinschaft vom Mittelalter inspirieren lassen. An ihren altertümlichen Gewandungen waren die Organisatoren der Feier schon von weitem zu erkennen. Die übliche Speisen- und Getränkekarte hatten sie auch ein wenig modifiziert: »Hexentrunk« und »Wikingerbräu« lauteten die klangvollen Namen einiger Getränke, die bei den Festgästen besonders gut ankamen. Auch das »Original Harlinghauser Bodenbachwasser« durfte nicht fehlen: »Das gehörte schon bei der 750-Jahr-Feier dazu«, sagte Helmut Recker. Der Stadtarchivar hatte zum Dorfjubiläum eine kleine Ausstellung vorbereitet, in der historische Fotos und Dokumente über Harlinghausen zu sehen waren. Auch auf die Feierlichkeiten von 1992 konnten die Besucher dort noch einmal zurückblicken.

Bevor Sonor Teutonicus das Mittelalter musikalisch lebendig werden ließ und Flamma Scaena seine poetische Feuershow zeigte, meldeten sich noch einige Abgesandte aus der »Wunderwelt« zu Wort. Die Jungen und Mädchen des evangelischen Kindergartens hatten mit ihren Erzieherinnen nämlich extra ein selbst gedichtetes Lied vorbereitet. »Die Harlinghauser feiern gern«, hieß es darin. Da stimmten alle Zuhörer gern mit ein: »Ojaja!«

Das Mittelalter-Motto des Harlinghauser 775-Jahre-Jubiläum spiegelt sich auch in der Kleidung der Organisatoren (von links): Uwe Brandt, Wolfgang Sachert, Günter Meier, Claudia Meier, Iris Huth, Ulrich Mailänder, Jürgen Huth, Marianne Mailänder, Janina Huth und Irene Kesting. Foto: Cornelia Müller
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