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Halloween-Kürbis-Schnitzen an der Bad Holzhauser Gutswassermühle

Neues Gesicht in einer Stunde

Preußisch Oldendorf (WB). Für viele Menschen ist das Jahr 2020 schon gruselig genug – aber wohl nicht für die, die am Sonntag am traditionellen Halloween-Kürbis-Schnitzen an der Bad Holzhauser Gutswassermühle teilgenommen haben. Mit mehr als 50 geschnitzten Kürbissen brachten die anwesenden Familien nicht nur das passende Licht vor die Haustüren, sondern kreierten auch so viele Kürbisse an einem Nachmittag, wie lange nicht mehr.

Joscha Westerkamp

Mit dem Freundeskreis beim Kürbis-Schnitzen an der Bad Holzhauser Gutswassermühle: Die Familien Reimer, Heinicke und Spenst haben einen Tisch unter der Überdachung gefunden und sind nun fleißig bei der Arbeit. Foto: Joscha Westerkamp

„In früheren Jahren hat es ein paar Tage später immer noch ein zweites Kürbis-Schnitzen beim Wiehentraum Nobbe gegeben“, sagte Elke Röscher von der Mühlengruppe des Touristikvereins, die Hauptorganisatorin des Nachmittags. „Da das andere Schnitzen in einer Scheune ausgerichtet wurde, musste es dieses Jahr ausfallen. Auch das Bad Holzhauser Halloween-Fest gibt es ja dieses Mal nicht.“ Wahrscheinlich seien deshalb so viele Leute gekommen, vermutete sie.

Dass das Kürbis-Schnitzen „im Prinzip wie immer“ ablaufen durfte – natürlich bis auf Desinfektionsmittel-Spender, Alltagsmasken, Adressliste, Abstand und Co. –, liege vor allem daran, dass es traditionell draußen stattfände, so Röscher. „Das Gesundheitsamt hat mir gesagt, dass bis zu 300 Personen kommen dürfen.“ Ein bisschen kritisch wurde es dann aber doch, als es direkt zum Anfang zu regnen begann. Die meisten Familien setzten sich an Tische in einem überdachten Bereich hinter der Mühle. Ein paar entschieden sich aber auch, lieber den Kürbis zu nehmen und zu Hause weiterzuschnitzen, damit unter der Überdachung einigermaßen Abstand zwischen den Haushalten gehalten werden konnte.

Kürbis-Schnitz-Wettbewerb

Die Teilnehmer konnten vor Ort Kürbisse des Obsthofs Wicke­meyer kaufen; einige Familien hatten ihren eigenen mitgebracht. Werkzeuge sollte jeder selbst mitbringen. Und dann ging’s für alle an die Arbeit: aufschneiden, aushöhlen, Grimasse rein – etwa eine Stunde brauchte das Kürbis-Gesicht. Wer fertig war, konnte noch über einer Feuerschale Stockbrot backen. Das war bereits corona-hygienekonform vorbereitet.

Für die geschnitzten Kürbisse hieß es: Teelicht rein und ab vor die Haustür – oder zurück zum Obsthof Wickemeyer, wo sie am Bad Holzhauser Kürbis-Schnitz-Wettbewerb des Marketing-Verbands teilnehmen. Elke Röscher erklärte: Der ersetze einen ähnlichen Wettbewerb beim Halloween-Fest. „Zwei Wochen lang“, sagte sie, „kann jeder seinen geschnitzten Kürbis zu Wickemeyer bringen. Am 30. November werden dann die Sieger gekürt.“ Die Kürbisse könnten auch zu Hause geschnitzt werden und müssten nicht aus der Aktion stammen.

Elke Röscher hatte während des Nachmittags gleich sechs Helfer aus der Mühlengruppe: Helga Koch, Helmut Kleine-Beek, Michael Koch, Sandra Möller-Berg, Ulrich Berg und Laurits Buhrmann brachten Kürbis-Reste zum Kompost, Tische unter die Überdachung, Desinfektionsmittel-Spender und Besucherlisten zur Mühle, Stockbrot-Teiglinge zu den Kindern und ihr Wissen zu den Besuchern. Laurits Buhrmann hatte den ganzen Stockbrotteig – mehrere Kilos, schätzt er – vorbereitet und gespendet. Elke Röscher sagte, die Mühlengruppe würde sich sehr über neue Mitglieder freuen. Nicht nur Kürbis-Schnitzen oder Stockbrot-Backen seien da auf dem Programm zu finden, auch einige weitere Aktionstage – und natürlich vor allem das Begleiten der Gutswassermühle an den geöffneten Tagen. „Wir machen aber auch Ausflüge oder treffen uns zum Kaffetrinken“, sagte Röscher. Wer Interesse habe, solle sich einfach melden.

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