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Nach Jahr voller Absagen: Bad Essener Pyrotechniker Nikolas Grube hofft auf bessere Feuerwerkssaison 2021

Silvester ohne zündendes Spektakel

Es wird ein ungewohnter Silvesterabend für Nikolas Grube, ein ganz ruhiger Abend zuhause. Das kam für den 29-Jährigen in den vergangenen Jahren nicht in Frage, denn er zündet leidenschaftlich gerne Feuerwerke.

Viola Willmann

Hoffen auf eine bessere Feuerwerkssaison 2021 (von links): Nikolas Grube, Geschäftsführer Explosive Arts, sowie die ehrenamtlichen Helfer Simon Molitor und Björn Kadur.

Diese Leidenschaft hat der junge Mann aus der Preußisch Oldendorfer Nachbargemeinde Bad Essen vor fünf Jahren zu seinem zweiten beruflichen Standbein gemacht. Zusammen mit Adrian Heinrich, den Grube in seiner Ausbildung zum Pyrotechniker kennenlernte, gründete er die Firma Explosive Arts.

„Schon als kleiner Junge habe ich mich gerne mit Feuerwerk beschäftigt“, sagt Nikolas Grube. Von seinem Taschengeld habe er sich immer Feuerwerkskörper gekauft und gezündet. „Je nachdem, wie viel Taschengeld ich bekommen habe, desto größer fiel das Feuerwerk aus. Auf jeder Party war ich ein gerngesehener Gast. Anfangs war ich immer der Verrückte, dann haben die Leute Geld gesammelt, damit ich mich um das Feuerwerk kümmern konnte.“

Ausbildung

Die Choreographien am Himmel wurden immer anspruchsvoller. Als Grube seine erste Ausbildung zum Chemielaboranten inklusive einer Weiterbildung zum Chemietechniker abgeschlossen und eine Vollzeitstelle bei BASF in Lemförde bekommen hatte, sparte er Geld für die Pyrotechniker-Ausbildung. „Die ist nämlich ganz schön teuer“, berichtet der 29-Jährige, der besonders die Perfektion von musiksynchronen Feuerwerken mag. „Das ist kein einfaches Anzünden, sondern man bringt die Effekte mit der Musik in Einklang und kann so verschiedene Emotionen hervorbringen.“

In diesem Jahr fällt das Lichterspektakel am Silvesterhimmel gänzlich aus, denn am 18. Dezember untersagte die Regierung mit einer Änderung des Sprengstoffgesetzes den Verkauf von Feuerwerk an Endkunden. Für Nikolas Grube war das das traurige I-Tüpfelchen auf einem Jahr voller Absagen. „Drei von 36 Aufträgen für Feuerwerke bei Veranstaltungen oder Familienfeiern wurden nicht abgesagt. Zwar wurde ein Teil auf 2021 verschoben, aber das ist nichts, womit wir jetzt schon fest planen können.“ Durch den fehlenden Abverkauf der Pyrotechnik sind die Lager der Firma voll.

Schwere Einbußen

„Wir haben schwere Einbußen hinnehmen müssen, dabei wäre es planmäßig ein erfolgreiches Jahr geworden.“ Wie viele Veranstaltungen Nikolas Grube 2021 „befeuern“ darf, ist noch nicht klar. „Viele Kulturschaffende sehen die Corona-Pandemie als Ende, ich hoffe, dass wir da durchkommen“, sagt der Bad Essener. Was auf jeden Fall erneut stattfinden wird, ist das „Burning Airfield“ in Hohenlockstedt, das federführend von Explosive Arts organisiert wird und sich laut Grube seit der ersten Auflage vor drei Jahren zu einer Top-Veranstaltung in der Szene entwickelt hat. In diesem Jahr wurde es in einer Lockdown-Variante per Livestream und ohne Besucher veranstaltet.

Wenn Nikolas Grube in diesem Jahr am Silvesterabend zuhause ist, hofft er auf ein besseres 2021. „Man muss ja immer das Positive sehen.“

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