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Herbsttreffen der Frauenhilfe zu 100 Jahre Frauenwahlrecht

Um der Gerechtigkeit willen

Preußisch Oldendorf (WB/Art). 100 Jahre Frauenwahlrecht – dieses Jubiläum stand beim Erntedank-Abendmahlgottesdienst im Mittelpunkt, mit dem die Frauen der Frauenhilfen und -abendkreise aller Bezirke des Kirchenkreises Lübbecke in den Herbst starteten.

Das Vorstandsteam mit Pfarrerin Sabine Heinrich (links), Christa Aussieker (3. von links), Doris Hegeler (2.von rechts) und Inge Stüve-Menzel (rechts) hieß mit Helga Piewitt und Beate Hodde (4. und 5. von links) zwei neue Gruppenleiterinnen willkommen. Erika Kuhlmann (2. von links) und Christine Dullweber (3. von rechst) wurden im Gottesdienst verabschiedet. Foto: Anja Schubert

Etwa 75 Mitglieder kamen zum großen Halbjahrestreffen in der evangelischen Kirche in Preußisch Oldendorf zusammen, um anschließend im Saal des Gasthauses Deeke bei Kaffee und Kuchen zu klönen und noch ein paar gesellige Momente zu verbringen.

»Meilenstein der Demokratie«

Pfarrerin Sabine Heinrich gestaltete den Gottesdienst mit dem Bezirksvorstand. »Das Frauenwahlrecht ist ein Meilenstein für die Demokratie in Deutschland und ein erster großer Schritt auf dem Weg zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern gewesen«, sagte sie. Am Beispiel der jungen Sozialarbeiterin und Vorreiterin der Frauenrechtsbewegung Marie Elisabeth Lüders skizzierte Sabine Heinrich die Verbindung zwischen Recht und dem Handeln nach Gottes Wort.

Immer wieder streuten weitere Mitwirkende Zwischentöne des vergangenen Jahrhunderts ein, die die Etappen der Entwicklung des Frauenwahlrechts bis in die Gegenwart verdeutlichten. 100 Jahre Frauenwahlrecht sind ein Grund zum Feiern und zum Weitermachen. Und so setzt sich die Frauenhilfe mit vielen anderen Gruppen für eine Änderung des Wahlgesetzes ein mit dem Ziel, eine paritätische Besetzung aller politischen Gremien auf kommunaler, Landes und Bundesebene zu erreichen. Das entspräche dem Gleichheitsgrundsatz in der Verfassung.

»Anderen helfen – genau darum geht es«

Dazu gehören dann die Stichwörter Teilhabegerechtigkeit, Befähigungsgerechtigkeit und Bedarfsgerechtigkeit, an denen das Leben der Gemeinschaft ausgerichtet sein soll. »Anderen helfen – genau darum geht es«, sagen die Frauenhilfen in einem Statement. »Frauen, die sich weltweit für das Frauenwahlrecht einsetzten, waren nie nur für sich selbst engagiert. Sie waren in Vereinen, Gruppen, Initiativen, Kampagnen für die Bildung von Mädchen, gegen Prostitution, für die Selbstbestimmung von Frauen, für gerechte Arbeitsverhältnisse, für gerechte Entlohnung, für angemessene Gesundheitsfürsorge engagiert.«

Auch Pfarrer Michael Weber, Seelsorger der gastgebenden Gemeinde, begrüßte die freudig gestimmte Frauenschar. Für die musikalische Umrahmung sorgte Organistin Gertrud Küpper.

»Wir brauchen dringend Verstärkung«

Bei diesem Treffen zeigte sich einmal mehr, wie sehr noch einige Schultern zur Unterstützung im Bezirksvorstand von Nöten sind. »Wir brauchen ganz dringend Verstärkung. Wenn jemand bei solchen Veranstaltungen ausfällt, wird es ganz schön eng«, appellierte Pfarrerin Heinrich. So habe man auch dieses Herbsttreffen kurzfristig mit nur vier Leuten stemmen müssen.

Mit Anna von Consbruch vom Gut Hiddenhausen konnte Pfarrerin Heinrich kurzfristig noch einen Überraschungsgast begrüßen. Von Consbruch warb nicht nur für ihr Café »Alte Werkstatt« in Hiddenhausen als Ausflugsziel für Gruppen, sondern stellte auch heraus, dass der Umbau der Werkstatt zu einem Café sowie der Cafébetrieb selbst ein sozialpädagogisches Projekt seien. Jungen Menschen, die sich auf dem Arbeitsmarkt schwer taten, ist so eine Chance für den Start in ein selbstständiges und selbstbewusstes Leben eröffnet.

Das Frühlingstreffen beginnt am 29. April um 14.30 Uhr im Frotheimer Gasthaus Albersmeyer.

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