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Allwetter- oder Rasenplatz? Fachausschuss gibt Machbarkeitsstudie in Auftrag

Zwei Standorte – zwei Möglichkeiten

Preußisch Oldendorf (WB). Marlotte Oestreich (SPD), der neuen Vorsitzenden des Schul-, Bildungs-, Kultur- und Sportausschusses, war das Thema so wichtig, dass sie noch vor der eigentlichen Diskussion des Tagesordnungspunktes eine persönliche Erklärung abgab. Seit 15 Jahren werde schon diskutiert, „drei Bürgermeister stehen inzwischen im Wort“, jetzt müsse doch endlich mal Klarheit geschaffen werden, dass tatsächlich ein zweiter Sportplatz an der Sekundarschule in Preußisch Oldendorf gebaut wird. Nach gut einstündiger Diskussion bestätigte ein einstimmiger Beschluss (bei drei Enthaltungen), was vorher schon feststand: Der Sportplatz kommt, und einer noch dazu in Bad Holzhausen.

Stefan Lind

Direkt an der Sekundarschule in Preußisch Oldendorf soll ein neuer Sportplatz entstehen. Ob er Kunst- oder richtigen Rasen bekommt, steht noch nicht fest. Foto: Viola Willmann

Aber – und das ist nur noch ein kleines Aber – es steht noch nicht endgültig fest, wo denn ein Allwetterplatz (also mit Kunstrasen) und wo ein üblicher Rasensportplatz entstehen soll. Beide Standorte kommen in Frage, für beide Standorte gibt es gewichtige Argumente dafür und dagegen. Deshalb beschlossen die Ausschussmitglieder, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Wie Bürgermeister Marko Steiner während der Sitzung in der Aula der Sekundarschule erläuterte, liege das Gutachten (Kostenpunkt rund 20.000 Euro) so rechtzeitig vor, dass rasch eine politische Entscheidung getroffen werden könne.

Antrag auf Fördermittel

Das ist dringend notwendig, denn auch nach zwei gescheiterten Anläufen, Fördergelder für den Sportstättenbau zu bekommen, will die Stadt es unbedingt ein drittes Mal versuchen. Die Frist für einen entsprechenden Antrag endet am 15. Januar, dann müsse auch schon die entsprechende Baugenehmigung vorliegen. Rückmeldungen aus der Politik, dies sei doch ein sehr enger Zeitplan, vermochten Steiner nicht nervös zu machen: „Das klappt.“ Die Eile hat einen guten Grund, denn immerhin winkt eine finanzielle Unterstützung von 90 Prozent.

In der Diskussion hatte Marlotte Oestreich zunächst Zweifel geäußert, ob überhaupt eine Machbarkeitsstudie nötig sei: „In Preußisch Oldendorf ist ein weiterer Sportplatz zwingend notwendig. Die Sportler haben signalisiert, sie könnten auch mit einem Rasenplatz leben.“ Dr. Thomas Kunzemann (CDU) dagegen plädierte für die Studie, auch weil damit ein notwendiges Emissionsgutachten verbunden sei. Ob sich die Stadt überhaupt leisten könne, zwei Sportplätze zu finanzieren, warf Uwe Ramsberg (SPD) ein. Der Bürgermeister konnte ihn beruhigen: „Im Haushalt stehen 1,1 Millionen Euro zur Verfügung, auf zwei Jahre verteilt.“

Die Frage, was genau die beiden Sportplätze kosten werden, lässt sich nach Auskunft von Marko Steiner noch gar nicht beantworten. Ein Kunstrasenplatz dürfte mit mehr als 600.000 Euro zu Buche schlagen, so haben die beiden beteiligten Vereine, der OTSV und der SuS Holzhausen, bereits herausgefunden. Wichtig sei es aber, betonte Marko Steiner, sämtliche Nebenkosten zu berücksichtigen – auch das sei ein wichtiger Grund für die Machbarkeitsstudie: „Der neue Rat soll für seine Entscheidung eine fundierte Grundlage bekommen, damit es hier keine Fehlinvestition gibt.“

Schulleiter äußert Sorgen

In der Diskussion stellte sich zudem heraus, dass weitere Einzelheiten noch geklärt werden müssen. Wie groß genau sollen die Plätze werden? Müssen sie zwingend eingezäunt sein? Wie lange ist der Spielbetrieb, gerade auf dem Allwetterplatz, am Abend und an den Wochenenden möglich? Welche Rolle spielen dabei die Lärmemissionen? Kann die Bahnlinie, die direkt am Platz in Bad Holzhausen vorbei führt, zu Einschränkungen bei der Planung führen?

Als problematisch betrachten manche Ratsvertreter auch die Tatsache, dass ein neuer Sportplatz sehr nahe an die Sekundarschule rücken und dort die Bewegungsfläche der Schüler einschränken wird. Schulleiter Christian Schäffer äußerte während der Sitzung durchaus Sorgen, betonte aber, er wolle keine Blockadehaltung einnehmen. Schön wäre es, wenn man sich mit den Verantwortlichen des OTSV mal in Ruhe treffen und gegenseitig die Argumente austauschen könne.

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