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Aktion in Levern: Stemweder Gastronomen beteiligen sich an Aktion der Dehoga – Hoffen auf Öffnungen

Protest: Wirte kippen Getränke weg

Levern (WB)

Leere Töpfe sind aktuell das Symbol für leere Kassen in der Gastronomie – auch in Stemwede.

Von Heidrun Mühlke

In Levern haben Stemweder Gastronomen auf ihre katastrophale Situation aufmerksam gemacht (von links): Christiana Meyer-Pilz, Petra Schwennen, Birgit Huck und Rüdiger Meyer-Pilz.

Mit der Aktion „Leere Töpfe“ wollen die Mitglieder des Deutschen Hotel-und Gaststättenverbands Dehoga auf ihre dramatische und mittlerweile existenzbedrohende Lage in der Pandemie aufmerksam machen.

„Wir brauchen dringend eine Perspektive und hoffen auf Unterstützung in Form einer Öffnungsstrategie“, sind sich die Stemweder Gastronomen Rüdiger Meyer-Pilz (Hotel Meyer-Pilz in Levern), Birgit Huck (Moorhof in Oppenwehe) und Andrea Bäcker (Stemweder Hof in Wehdem) einig. Sie haben sich in Levern getroffen, um am Dehoga-Protest teilzunehmen und kippten demonstrativ Getränke mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum in den Gully.

Nach annähernd acht Monaten Lockdown in der Gastronomie seien in der Corona-Zeit nicht nur die Töpfe leer, sondern auch die Rücklagen nahezu verbraucht, beschreiben die Betroffenen die Situation. Auch mit Überbrückungshilfen fürchte man über sieben Monate hinaus um die Existenz der Gaststätten und Hotels. Die Mitarbeiter hätten ebenfalls Angst um ihre Arbeitsplätze. So wie Petra Schwennen, die jetzt bei Meyer-Pilz eine neue Anstellung fand, nachdem ihr früherer Arbeitgeber, ein Hotel im Emsland, schließen musste.

„Wir wollen sehr gerne beweisen, dass es funktioniert“, sagen die Gastronomen. Sie hätten Hygienekonzepte entwickelt, Räumlichkeiten umgestaltet, Aerosolfilter eingebaut, Biergärten überdacht, damit Gäste draußen bewirtet werden können und vieles mehr.

„Es wird allerhöchste Zeit“, ist sich Birgit Huck sicher. Man müsse einen Ausweg aus der Perspektivlosigkeit finden. Mit dieser Aktion zeigen die Stemweder Gastronomen einmal mehr, dass sie etwas machen wollen.

„Ganz klar, wir hoffen auf einen guten Sommer, damit wir unsere Gäste zumindest in den Biergärten bewirten können“, sagt Meyer-Pilz. Natürlich könne man nicht von heute auf morgen öffnen, man brauche schon eine bis zwei Wochen Vorlauf. „Vielleicht wird es ja schon zu Pfingsten möglich“, hoffen die Wirte in Stemwede. Schließlich bedeute das deutsche Gastgewerbe „Lebensfreude, Genuss, soziales Leben und ein sicheres Vergnügen“.

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