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Diskussion um Erweiterung der Produktion bei Meierguss – „Irritationen“ bei der Initiative in Rahden

Aktionsbündnis fordert genaue Prüfung

Rahden (WB/ni)

Das „Aktionsbündnis lebenswertes Rahden“ spricht sich für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) bei der angekündigten massiven Produktionsausweitung der Eisengießerei Meierguss aus.

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Der Lieferverkehr bei Meierguss ist einer der Kritikpunkte der Bürgerinitiative. Foto: Michael Nichau

„Es ist ein Unding, dass die Auswirkungen der Schwerindustrie mitten in der Innenstadt von Rahden und die ständige Produktionserweiterung der vergangenen 20 Jahre noch nie im Rahmen einer sogenannten Umweltverträglichkeitsprüfung untersucht wurden. Die UVP sowie ein Immissionsvorbelastungsgutachten müssen bei der Prüfung der neuen Genehmigung unbedingt einbezogen werden“, fordert Marion Spreen, Vorsitzende des Aktionsbündnisses, nach einem Treffen mit betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern. „Es gärt gewaltig bei den Menschen. Seit Jahren wurde die Fabrik stückchenweise immer größer.“

Bis heute gebe es auch keine verbindliche Bauleitplanung in Form eines Bebauungsplans für diesen Bereich. „Durch diese Taktik des Unternehmens – sich immer nur in kleinen Schritten auszuweiten – konnte anscheinend eine UVP bislang umgangen werden. Bei dem jetzt angekündigten Schritt einer Ausweitung der Produktion von fast 50 Prozent, das heißt einer Erhöhung der Produktion von 68.000 auf 100.000 Tonnen, und zusätzlichem Nachtschichtbetrieb darf die Prüfung der Umweltauswirkungen nicht wieder unter den Tisch fallen“, sagt Spreen.

Gegen das Vorhaben der Ausweitung der Schwerindustrie in der Innenstadt von Rahden formiert sich massiver Widerstand. Eine konkrete Prüfung des genauen Vorhabens konnte das Aktionsbündnis bislang noch nicht durchführen.

„Wir gehen aber davon aus, dass der komplette Antrag inklusive der Gutachten nach der Prüfung auf Vollständigkeit nicht nur auf der Website der Bezirksregierung Detmold veröffentlicht wird, sondern auch auf der neuen Bürgerdialog-Website von Meierguss. Wenn man nichts zu verbergen hat und Transparenz wünscht, kann man den Antrag auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen,“ sagt Daniela Ortgies, stellvertretende Vorsitzenden des Aktionsbündnisses.

Mit „Irritation“ habe das Aktionsbündnis allerdings in der jüngsten Erklärung von Meierguss gelesen, dass seit 2014 angeblich 64-mal an Samstagen gearbeitet worden sei. Dies sei insofern pikant, da in dem „Anlieger-Dialog-Aushang“ der Firma Meier Guss am Werkstor in der Langen Reihe – datiert vom 31. März 2021 – zwar ebenfalls 64-mal Samstagarbeit angezeigt, allerdings dort ab dem Jahr 2016 gerechnet wird.

„Ein Unternehmen – zwei Darstellungen. Wir sind nur normale Anwohner und keine Buchführer. Gefühlt hat die Samstagsarbeit gerade im vergangenen Jahr stark zugenommen“, meint Ortgies. „Statt sich hinter einem statistischen Mittelwert der vergangenen Jahre zu verstecken, wäre es ehrlich, die Statistik der Samstagsarbeit aus dem Jahr 2020 zu veröffentlichen. Dadurch würde man Missverständnisse vermeiden. Für die Veröffentlichung eignet sich sicher die neue Webseite für den Bürgerdialog.“

Unterdessen arbeitet das Aktionsbündnis mit Hochdruck an seiner ersten Info-Veranstaltung. „Coronabedingt planen wir diese erst einmal online“, sagt Ortgies. Der Versand der Einladung ist für Mai geplant. „Der Bürgermeister, Vertreter der Stadt und von Meierguss werden ebenfalls eingeladen. Wir freuen uns darauf, wenn wir einen Dialog auf Augenhöhe mit vielen Bürgern stattfinden lassen können“, sagen die Vertreterinnen des Aktionsbündnisses.

Mehr Informationen zur Umweltverträglichkeitsprüfung gibt es unter:

https://www.uvp-portal.de/de/node/2504

Der Aushang zur Samstagarbeit:

https://www.aktionsbuendnis-rahden.de/wp-content/uploads/2021/04/aushang-scaled.jpg

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