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Bonitas eröffnet neue Wohngemeinschaft für junge Pflegebedürftige – „Alleinstellungsmerkmal in Deutschland“

Alle drei Etagen sind jetzt in Betrieb

Rahden

„Es ist schade, dass wir wegen der Corona-Lage keine echte Einweihung mit offener Tür feiern können“, klagt Norbert Maas, Einrichtungsleiter von „Bonitas im Mühlenkreis“ mit Sitz in Rahden.

Michael Nichau

Norbert Maas und Annika Schreiber leiten die Einrichtung in Rahden. Hier zeigen sie das frisch renovierte Gemeinschaftswohnzimmer in einer der Wohngemeinschaften. Foto: Michael Nichau

Dennoch freut er sich gemeinsam mit seiner Kollegin Annika Schreiber über die erfolgte Renovierung aller drei Etagen über dem Rahdener Krankenhaus und die Eröffnung der zweiten Wohngemeinschaft fürjunge pflegebedürftige Menschen.

„So haben wir die neue Etage im ganz ruhigen Rahmen eröffnet“, erläutert Norbert Maas beim Ortstermin. Elf neue Bewohner können dort einziehen. „Fünf Bewohner leben seit dem 1. Dezember bereits hier. Wir haben auch schon sechs weitere Anfragen von Bewerbern aus ganz Deutschland“, ist der Pflegedienstleiter stolz auf das Angebot in Rahden. Dieses bezeichnet er als „einmalig in Deutschland“, denn es handele sich um ein Projekt, mit dem man noch Erfahrungen sammeln müsse.

Eine Wohngemeinschaft dieser Art gebe es bereits seit Jahren in Rahden, als Bonitas die drei Etagen über dem ehemaligen Bettenhaus des Rahdener Krankenhauses übernommen hatte. Zunächst eingezogen war eine zusätzliche Spezialabteilung zur Intensivpflege außerhalb von Kliniken. Konkret geht es dabei um die Intensivpflege von Beatmungspatienten außerhalb des Krankenhauses. Acht Plätze stehen hierfür zur Verfügung und sind auch belegt. „Wir betreiben auch außerhalb noch mehrere solcher Pflegeplätze. Dort werden die Intensivpatienten rund um die Uhr betreut“, erläutert Maas.

Meisten sei jedoch die Station in Rahden der erste Anlaufpunkt für Patienten dieser Art. „Oft tritt auch eine Besserung ein, sodass für die Patienten ein „normales Leben“ wieder in die Nähe rückt.

„Das versuchen wir hier weitgehend zu verwirklichen“, sagt Norbert Maas und spricht damit die Wohngemeinschaften an. „Hier kann jeder kommen und gehen und auch Besuch empfangen. Die Bewohner sind ab 18 Jahre alt. Niemand muss aber später die WG verlassen. Unsere älteste Bewohnerin ist 60 Jahre alt.“

„Die familiäre Wohngemeinschaft in Rahden erfüllt jungen pflegebedürftigen Erwachsenen den Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben. In der Gesellschaft Gleichaltriger lernen die Bewohner – je nach Schwere der Erkrankung –, ihre neue Tagesstruktur an die Abläufen eines normalen Alltags anzupassen. Besonders berücksichtigt werden hierbei die persönlichen Bedürfnisse und Interessen sowie der enge Kontakt zu Familie und Freunden“, erläutert Annika Schreiber.

„Jeder Bewohner erhält die Unterstützung und Förderung, die er benötigt, um möglichst viele Dinge wieder selbstständig erledigen zu können. So unterschiedlich die einzelnen Schicksale sind – Unfall, Multiple Sklerose, Querschnittslähmung, Schlaganfall, ALS oder andere chronische Erkrankungen – das Leben in der jungen Gemeinschaft und der Austausch untereinander schaffen eine familiäre Atmosphäre und vermitteln ein Gefühl der Geborgenheit“, sagt Norbert Maas.

Die Kombination aus Privat- und Gemeinschaftsleben, ergänzt durch die hochwertige Rundumversorgung examinierter Pflegekräfte, biete den Bewohnern eine neue Lebensqualität, erläutern die Leiter der Einrichtung.

Die Bewohner der Rahdener Einrichtung werden bei der Corona-Impfung vorgezogen: „Die erste Impfung erfolgte bereits am 9. Januar. Die zweite steht an diesem Freitag an“, sagt Norbert Maas. Die Impfbereitschaft – sowohl bei Mitarbeitern als auch bei Bewohnern – sei enorm hoch. „Niemand, weder von den Bewohnern noch vom Pflegepersonal, hat nach der Impfung über Auffälligkeiten oder Nebenwirkungen geklagt“, erläutert Maas. Lediglich die Einstichstelle habe etwas länger geschmerzt.

„Ich freue mich, dass wir so frühzeitig berücksichtigt wurden. Jetzt müssen wir zusehen, dass auch die Patienten im häuslichen Bereich zum Zuge kommen“, spricht er das derzeitige Problem mit mangelnden Impfterminen an.

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