1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Rahden
  6. >
  7. Ärzte weiterhin nach Rahden holen

  8. >

Wirtschaftsförderungsausschuss beschließt fünf Jahre weitere Zuschüsse – SPD enthält sich

Ärzte weiterhin nach Rahden holen

Rahden

Die Versorgung mit Allgemein- und Fachärzten soll von der Stadt Rahden für weitere fünf Jahre gefördert werden. So lautet der Beschluss des Ausschusses für Wirtschaftsförderung am Donnerstag.

Michael Nichau

Die ärztliche Versorgung in Rahden soll auch in den kommenden fünf Jahren finanziell gefördert werden. Man will junge Ärzte nach Rahden holen. Foto: dpa

Enthalten hatten sich die Vertreter der SPD-Fraktion, Udo Högemeier und Horst-Wilhelm Bruhn. Sie forderten weiteren Beratungsbedarf in den Fraktionen, nachdem Fachbereichsleiter Dieter Drunagel weitere Möglichkeiten vorgestellt hatte, wie man Rahden für die Ansiedlung von jungen Ärzten attraktiv machen könnte.

Über diese ist nun noch nicht entscheiden worden. Wohl aber sind für die weiteren fünf Jahre Laufzeit des Förderprogramms Gelder in nicht unbeträchtlicher Höhe in den jeweiligen kommunalen Haushaltsplänen zu veranschlagen. Es handelt sich für 2021 um die Summe von 150.000 Euro (für die Förderung von zwei Facharztpraxen) sowie für die Folgejahre jeweils 75.000 Euro (für eine Facharztpraxis).

Das Projekt habe sich in den vergangenen fünf Jahren als Erfolg erwiesen. Sieben Anträge seien von Arztpraxen gestellt worden. Man habe mit der Förderung erreicht, dass Gemeinschaftspraxen entstanden seien, die damit auch Ausbildungsstandorte geworden seien, betonte Bürgermeister Dr. Bert Honsel.

Er stellte zwar auch klar, dass die Versorgung der Kommunen mit einer entsprechend ausreichenden Zahl an Ärzten eigentlich Sache der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen sei, dass man als Kommune mit einem entsprechenden Programm aber Einfluss nehmen könne, wie es in Rahden erfolgt sei.

Die Verwaltung stellte auch vor, an welchen Stellen eines Medizinstudiums, dass ja mehr als fünf Jahre Zeit beanspruche, eine Kommune vielleicht fördernd eingreifen könne, um angehende Mediziner in einer Kommune auf dem Land zu halten: Man könne Studenten schon im Studium fördern, aber auch entsprechende Arztpraxen unterstützen, in denen die Jung-Ärzte ihre Praktika und Praxismonate absolvieren müssten, hieß es. „Es geht darum, den Standort Rahden attraktiv zu machen, damit Ärzte und ihre Familien sich hier auch ansiedeln wollen“, machte Drunagel deutlich.

Bürgermeister Bert Honsel sprach sich anschließend für die Möglichkeit aus, neben der schon praktizierten Förderung auch Praxen zu unterstützen, die junge Ärzte vor Ort ausbilden. „Dann würden diese Arztpraxen die Studenten anziehen“, meinte er.

Zu dieser erweiterten Förderung wollte die SPD sich in der Fraktion beraten. Daraufhin kam es zu einem kleinen Eklat, als Ulrich Koors (CDU) der SPD sehr emotional vorwarf, sie habe bereits vor fünf Jahren gegen die Förderrichtlinie gestimmt.

In einer Stellungnahme betonte SPD-Mitglied Claus-Dieter Brüning, dass es – laut den Protokollen – nicht die SPD gewesen sei, die damals gegen die Ärzteförderung gestimmt hatte, sondern die FWG Rahden mit fünf Stimmen.

Startseite
ANZEIGE