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Bei zwei Gegenstimmen: Neue Laufbahn am Brullfeld wird gebaut

„Aus Umweltgründen dagegen“

Rahden (WB). Die neue Kunststoff-Laufbahn auf dem Sportplatz am Brullfeld kann gebaut werden. Das beschloss der Rat der Stadt Rahden am Donnerstag bei zwei Gegenstimmen. Auch hängt der positive Beschluss davon ab, dass die Stadt eine ausreichende Förderung – die Rede war von 65 Prozent – erhalten kann.

Michael Nichau

Laufbahn und Sprunganlage auf dem Sportplatz am Brullfeld werden neu erstellt. Der Rat hat für die Kunststoff-Variante gestimmt. Foto:

Die Gesamtkosten werden derzeit auf 760.000 Euro geschätzt. Im Falle der Förderung mit 65 Prozent wäre die Stadt Rahden mit einem Eigenanteil von 260.000 Euro dabei. Vorgesehen ist, nicht nur die Laufbahn, sondern auch die Weitsprung- und Kugelstoßanlage in Kunststoff-Ausführung zu erneuern.

Gegen die Entscheidung stimmten Dorothee Brandt und Marion Spreen (beide SPD). Brandt begründete: „Das ist alles modern und schön und wenn die Finanzierung gesichert ist, spricht nichts gegen den Bau. Marion Spreen und ich werden allerdings dagegenstimmen, weil zum einen der Umweltaspekt gegen die Bahn spricht (Abrieb und letztlich Entsorgung der Bahn nach der Lebensdauer) und zum anderen, weil die Kunststoff-Bahnen bei nassem Wetter doch extrem rutschig werden. Wir diskutieren immer über Umweltschutz vor Ort und bauen uns hier eine Kunststoffbahn hin.“

Ganz andere Probleme riss Hans-Eckhard Meyer (FDP) an. Er befürchte, dass die Drainage des Platzes über die Jahre hinweg nicht ausreichend gepflegt worden sein. „Auf der Rasenfläche steht – vor allem im 16-Meter-Raum – bei Regenwetter das Wasser. Ich habe für die Rasenfläche erhebliche Bedenken.“

Bürgermeister Bert Honsel betonte, man könne den Rasen im Sommer durch neue Brunnen besser mit Wasser versorgen, so dass er sich auch in den schlechten Vegetationsperioden besser halte. Gute Erfahrungen habe man etwa schon in Preußisch Ströhen gesammelt. Die Drainage müsse noch in Ordnung sein.

Das Thema des Kunststoff-Abriebs auf der Bahn habe auch die CDU bewegt, sagte Guido Peitsmeier zu. Es sei aber versichert worden, dass der Abrieb „äußerst gering“ sei, anders als bei Kunstrasenplätzen.

Horst-Wilhelm Bruhn (SPD) betonte, dass seine Fraktion zustimmen werde, obwohl die Kunststoffbahn dreimal so teuer werde, als eine Erneuerung mit Asche. Es gebe aber auch drei verschiedene Ausführungsarten mit Durchfärbung des Granulats oder einer Sprühbeschichtung. „Die reibt sich natürlich schneller ab. Also sollten wir vor dem Bau prüfen, welche Variante wir letztlich bevorzugen.“

„Es ist schwierig, hier alles unter einen Hut zu bekommen“, meinte Bürgermeister Bert Honsel. Er sprach zusätzlich den Effekt der Inklusionsfähigkeit an, der nur bei Kunststoff gegeben sei. „Nur darauf können auch die Rollstuhlfahrer Wettbewerbe austragen“, gab er zu bedenken.

Einige Erläuterungen kamen von Ulrich Koors (CDU) zu den Laufbahnen. Der Garten- und Landschaftsbauer betonte, bei ausreichender Wartung und Säuberung sei eine Kunststoffbahn langlebiger. Es käme auf die Oberflächenbehandlung an. Eine Abnutzung sei nicht zu kalkulieren, allerdings sei nach etwa zwölf Jahren eine neue Beschichtung erforderlich. „Auch bei Aschenbahnen muss man Verschleiß kalkulieren“, meinte er. Jetzt hängt es von der Förderung ab, ob und wann der Brullfeld-Platz, wie von Verein und Schulen gewünscht, eine neue Bahn erhält. Im gleichen Zug wird auch die Tribüne erneuert.

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