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Zweiter Teil der Serie „Hinter verschlossenen Türen“ – Diesmal: das Wasserwerk in Rahden

Das Lebensmittel braucht Sicherheit

Rahden (WB)

Hier kommt eigentlich niemand hinein. Schlüssel haben nur die Wasserwerker und deren Leiter Christoph Flieder von der Stadtverwaltung Rahden: das Rahdener Wasserwerk in Wehe.

Michael Nichau

Foto:

„Manchmal öffnen wir für Führungen, aber in der Regel ist dies ein sicherheitsrelevanter Bereich, in dem Fremde keinen Zutritt haben“, sagt Flieder. Und nur ganz selten öffnen die Wasserwerker eines der Fenster, das oberhalb eines der zwei riesigen Trinkwasserbehälter liegt. 2,5 Millionen Liter Frischwasser lagern insgesamt in dem unterirdischen Lager, das von außen fast wie ein Atombunker wirkt.

Kalt ist es dort: 12 Grad darf das Trinkwasser nur haben; sehr gute Voraussetzungen dafür, dass sich keine Keime bilden. Und: Es ist ständig in Bewegung. Frischwasser kommt hinzu. An anderer Stelle wird das Wasser mit 4,5 Bar Druck ins Rahdener Wassernetz eingespeist.

Doch bis das kostbare Nass so klar ist, dass man den Wasserspiegel in dem Vorratsbehälter kaum erkennen kann, ist es ein weiter Weg. „Kaum jemand weiß, dass das Wasser aus den Brunnen eigentlich nicht klar ist. Es ist braun gefärbt, weil wir hier so viele Mineralien, vor allem Eisen und Mangan, im Untergrund haben“, sagt Flieder und zeigt ein Bild, das das Rohwasser zeigt.

Die braune Brühe muss anschließend einen längeren Prozess durchlaufen, bis sie tatsächlich als Trinkwasser zum Lebensmittel wird: Zwei Filterstraßen reinigen das Wasser. Die Filter enthalten Kies und Sand in unterschiedlicher Körnung. Dies hält die Mineralien zurück. Immer wieder aber müssen die Filter auch „rückgespült“ werden. Eisen und Mangan landen dann in Ausfäll- und Absetzbecken. Die sechs Tiefbrunnen in Wehe liefern auch im Sommer genug Wasser. Dadurch, dass der Reinigungsprozess einige Zeit in Anspruch nimmt, können die Filter aber lediglich 4000 Kubikmeter am Tag verarbeiten.

„In heißen Sommern verbrauchen die Rahdener extrem viel Trinkwasser, leider auch zur Garten-Bewässerung. Das hat zur Folge, dass aus den Behältern mehr entnommen wird, als aufbereitet werden kann. Sie leeren sich allmählich“, erläutert Flieder. Und dies wiederum führe dazu, dass die Stadtverwaltung immer wieder die Bürger auffordern müsse, Wasser zu sparen. Die Qualität des Trinkwassers sei hervorragend, sagt Flieder. Mit einem neuen Brunnen hätten sich auch die Nitrat-Werte entscheidend verbessert.

Zur Serie: Es gibt Orte, die nicht immer von allen Bürgern aufgesucht werden oder wegen Verboten betreten werden dürfen. Die Serie „Hinter verschlossenen Türen“ will in lockerer Folge zeigen, wie es an diesen Orten aussieht.

Mitarbeiter dieser Zeitung nutzen die Möglichkeit, diese Orte zu erkunden und über sie zu schreiben. Selbstverständlich geht das nur, wenn sie die Erlaubnis von den entsprechenden Stellen erhalten.

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