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Maskenpflicht macht an weiterführenden Schulen weniger zu schaffen als gedacht

„Die Schüler ziehen gut mit“

Rahden (WB). Die Schülerinnen und Schüler des Rahdener Gymnasiums sind am Donnerstag vorzeitig nach Hause geschickt worden. Der Grund waren aber nicht etwa Probleme durch die in Corona-Zeiten eingeführte Maskenpflicht, sondern schlicht und einfach die hohen Temperaturen. „Wir haben nach der sechsten Stunde Hitzefrei gegeben“, sagt Schulleiter Matthias Haverkamp.

Alexander Grohmann

Maske dabei: Die heimischen Schüler kommen mit den neuen Verhältnissen offenbar zurecht. Die ersten Tage liefen an den weiterführenden Schulen in Rahden überraschend reibungslos. Foto: dpa

Das wäre auch in normalen Zeiten ohne Maske nicht anders gewesen. Bereits am Morgen waren in einigen Klassenräumen nach Angaben von Haverkamp 30 Grad gemessen worden. Der Grenzwert von 27 Grad Raumtemperatur war somit überschritten. Die Hitzefrei-Regelung griff trotzdem erst für den Nachmittagsunterricht. „Wir sind abhängig von den Linienbussen“, sagt Haverkamp.

Haverkamp ist zufrieden mit den ersten Tagen im neuen Schulalltag

Die vor dem Schulstart heiß diskutierte Maskenpflicht habe sich dagegen am Gymnasium an den ersten Tagen nicht als unüberwindbare Hürde dargestellt. Die Schüler würden in dieser Hinsicht gut mitziehen. „Bisher scheint das nicht wirklich ein Problem zu sein. Eigentlich kommen alle gut mit der Maske klar. Wir sind positiv überrascht, dass das so gut klappt“, sagt Haverkamp über den recht reibungslosen Re-Start nach den Sommerferien.

Die Befürchtungen waren vielerorts groß gewesen, dass das Tragen des Mund-Nase-Schutzes gerade im Hochsommer zu untragbaren Zuständen in den Klassenräumen führen könnte. Doch die Realität sehe zumindest am Rahdener Gymnasium weniger schlimm aus, wie der Schulleiter ausführt. Das Murren halte sich demnach in Grenzen. „Es gibt bei unseren Schülern keine aktiven Verweigerer und auch keine Abmeldungen“, unterstreicht Haverkamp. Was den Schulstart am Gymnasium ebenfalls erleichtert haben dürfte: „Den meisten sind die Hygieneregeln, die nur leicht abgewandelt wurden, von vor den Sommerferien ja bekannt.“

Dünne Masken machen die aktuelle Hitze erträglicher

Von negativen Vorfällen in Verbindung mit dem Tragen der Maske ist dem Schulleiter bislang nichts bekannt. „Fast jeder hat eine individuelle Maske, die nicht so dick und daher angenehm zu tragen ist“, so Haverkamp. Das Konzept des Gymnasiums trägt möglicherweise dazu bei, dass bislang scheinbar keine negativen Begleiterscheinungen aufgetreten sind. Kreative Lösungen sind erwünscht: „Einige Lehrer verlegen den Unterricht bei dem Wetter auch mal nach draußen in den Schatten“, berichtet Haverkamp. Es würden immer wieder Pausen eingestreut, in denen die Schüler an die frische Luft gehen „und – wenn der Abstand stimmt – die Masken abnehmen können“.

Auch an der Städtischen Sekundarschule haben die Auflagen in Zeiten von Corona den Unterricht nicht zum Erliegen gebracht. Nach zwei Tagen in ungewohnten Verhältnissen zieht Schulleiterin Margarete Kaiser eine positive Zwischenbilanz und hat ein dickes Lob parat: „Ich finde, die Kinder machen das richtig gut!“

Mehr Schulhof-Kontrollen an der Sekundarschule

Klar sei die Maskenpflicht „eine wahnsinnige Belastung, auch für die Lehrer“, betont Kaiser. Diese müssten neben dem Unterricht schließlich nebenbei auch noch verstärkt Sorge dafür tragen, dass die Corona-Regeln auf dem Schulhof von allen eingehalten werden. „Da muss von vielen Lehrern zusätzlich kontrolliert werden“, sagt Margarete Kaiser. Man sei sich der Verantwortung bewusst.

Auch an der Sekundarschule versucht man nach Angaben der Schulleiterin, den Unterricht derzeit flexibler zu gestalten, um den Aufenthalt in der Schule so angenehm wie möglich zu machen. Kaiser: „Wir haben ein großes Schulgelände. Alle Lehrer sind angehalten, mit den Schülern regelmäßig für eine Trink- und Essenspause nach draußen zu gehen.“

Margarete Kaiser, Leiterin der Sekundarschule

Dass es am Mittwoch einen kleinen Zwischenfall gegeben hatte, konnte die Direktorin zwar ebenfalls bestätigen: „Einem frisch eingeschulten Fünftklässler ist schlecht geworden.“ Ob das Tragen der Maske das Unwohlsein ausgelöst hatte, sei aber nicht klar. „Es kann auch einfach die Aufregung am ersten Schultag gewesen sein.“ Das Gute: Der Schüler habe sich in einem speziell für diesen Fall eingerichteten Ruhe-Raum schnell erholen können.

Einige Nachteile sind aber nicht von der Hand zu weisen. So gestaltet sich das Unterrichten mit Maske schwieriger. „Vor allem die Schüler aus den hinteren Reihen kann man schwerer verstehen“, sagt Matthias Haverkamp. Einen positiven Aspekt gebe es dafür auch: „Mit Maske kann man schwerer vorsagen“, lacht er.

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